Dienstag, 28. Juli 2015

Heute vor einem Jahr...

... war der Entschluss gefallen: Neuer Zweithund muss her.
Heute vor einem Jahr war ich unten in Portimão im Canil und hab das erste Mal Bela "besichtigt". Gemeinsam mit Jenny, die Hundedamens müssen sich ja verstehen.
Und das ist aus dem schüchternen Mädel geworden:




 Schön, dass sie bei uns ist. Möcht sie nimmer missen!

Freitag, 24. Juli 2015

'ne Menge passiert.

Lange nichts mehr geschrieben. Aber es ist eine Menge passiert in den vergangenen Monaten.

Mal im Zeitraffer:
Familienbesuch (2 Wochen) im September.
Ab Oktober ständig Husten - Schnupfen - scheinbar gesund. Und dann ging's wieder von vorne los. Ist ja für die Jahreszeit nicht sooo ungewöhnlich..

Ein paar Tage vor Weihnachten: dicke Augen. Ohne vorherigen Alhoholgenuss oder andere Sünden. Ich konnte morgens nach dem Aufstehen kaum was sehen. Alles dick geschwollen. Auch an meinem Geburtstag – ganz toll.
Vermutung schon seit November: irgendeine Allergie. Hoffentlich nicht auf den neuen Hund – das wär echt schlimm.

Kurz nach Weihnachten: Besuch beim Homöopathen meines Vertrauens. Globuli und Tropfen mitbekommen. Nach ein paar Tagen: eindeutige Besserung.
Ab Mitte Januar geht das Spielchen von Neuem los: Husten - Schnupfen - scheinbar gesund.

Familienbesuch (2 Wochen) Anfang Februar.
Am 13. Februar jagt mich mein Mütterlein zum "richtigen" Arzt.
Und der sagt: „Das ist keine Allergie, das kommt vom Herzen.“
Ich fall aus allen Wolken.
Er sagt: "Wenn Sie jetzt in meiner Praxis im HPA Alvor wären, wären Sie schon auf dem Weg zum EKG und anderen kardiologischen Untersuchungen." Und: "Ich verschreib Ihnen jetzt was, und wenn es dann nicht besser ist - sofort zum Kardiologen! Sofort – und nicht erst in ein paar Wochen. Sie spielen mit Ihrem Leben!“

Seit 1. März ist dann Muttern wieder im Haus wg. Wartezeit auf Platz im betreuten Wohnen. Ende des Besuchs ist offen, weil wir nicht wissen, wann was frei wird. Dass so ein Dauerbesuch, auch wenn es die liebsten Leutz von der Welt sind, Stress bedeutet, brauch ich wohl niemandem zu erzählen.

Gesundheitlich geht es mir ein bisschen besser. Ich hatte aber trotzdem Termin in der Kardiologie gemacht. Der Doc hat mir Angst eingejagt.
Termin bei Kardiologin im HPA Alvor: 4. März 2015.
Diagnose: Herzrhythmusstörungen und davon ausgelöst: Nierenprobleme, Magen-Verdauungsprobleme, Atmungsprobleme. Überhaupt Probleme. Größtes Risiko für einen Schlaganfall. Panik bei mir.
Nach etlichen Untersuchungen: Elektro-Kardioversion (das ist eine Art Elektroschock, bei der man sozusagen auf "reset" drückt) und Echokardiografie – diesmal im HAP Faro/Gambelas, weil Echo machen sie nicht in Alvor.
Ergebnis: Herz vergrößert und die entsprechenden Gefäße ebenfalls. Aber arbeiten tut alles bestens.
Zwei Tage lang ging's mir glänzend.
Erneuter Check bei Kardiologin in Alvor: Herzrhythmusstörungen sind immer noch da.

Und dann ging das Ganze wieder los: ständig müde und abgeschlagen, Heiserkeit, Hüsteln, diesmal dazu noch heftige Atemnot.
Hin und her, immer wieder Untersuchungen, Medikamentenwechsel.
Ich weiß nicht mehr weiter.

Am 30. März bricht Muttern sich das rechte Handgelenk. Deshalb Besuch in Notaufnahme HPA Alvor.
1. April (leider kein Aprilscherz!): Notaufnahme für mich wegen der Herzrhythmusstörungen. Da kennen sie mich dann schon.
Eine Nacht im Krankenhaus. Wieder Elektro-Kardioversion - insgesamt 5x (!).
Keine Besserung der Herzrhythmusstörungen.
Wieder neues Medikament. Gegen einige der bisher verschriebenen Medikamente bin ich nämlich allergisch.
Und die Kardiologin macht dringlichen Termin beim Lungenfacharzt wegen der schweren Atemprobleme.

Termin dort am 7.4. - und in der Nacht vorher denk ich wirklich, dass es mit mir zu Ende geht: Ich kann nicht mehr schnaufen, ich brauch nach einem Meter gehen Pause und ringe nach Luft. Meinen Puls kann ich gar nicht mehr fühlen. Der flattert nur noch. Jede Bewegung ruft Atemnot hervor, zum Anziehen brauch ich eine halbe Stunde und dabei keuche ich wie eine Lokomotive.
Glücklicherweise muss ich nicht selber runterfahren, eine gute Freundin bringt mich. Dort wanke ich in die Notaufnahme, treffe den Arzt von der Vorwoche und bitte um einen Rollstuhl samt helfender Hand. Ich kann keinen Meter mehr gehen, und der Lungenarzt ist im zweiten Stock.

Der untersucht mich dann gar nicht erst lang. Fühlt nur den Puls (185!), greift sofort zum Telefon und ruft den diensthabenden Kardiologen in die Notaufnahme.
Der hängt mich erst mal an die Sauerstoffflasche: eine Erleichterung, endlich kann ich wieder atmen.
Ich will wieder heim. Gegen den Rat des Notfallteams. Aber: Wie kommt Muttern daheim mit den Hunden klar? Mit der gebrochenen rechten Hand? Ich habe Glück im Unglück: Freunde helfen aus. Meine Perle Fátima sagt zu, täglich zu kommen; sie hilft Muttern im Haushalt, beim Waschen, beim Hundefüttern und sie kocht auch für sie. 
Also bleibe ich in der Klinik.

Vier Nächte und fast fünf Tage: Untersuchungen, Labor, Tests. Am zweiten Tag um Mitternacht beispielsweise mal eben TAC (portugiesisch: Computertomografie). Da wird einem dann schon anders, wenn sie dich nachts in die Röhre schieben...
Ergebnis: Flüssigkeit in der Lunge.
Die Medikation wird an die neue Situation angepasst.
Nach 2 Tagen endlich schlagen die Medikamente an.

Entlassung am 11.4.
Aber: Ich soll ein paar Wochen später nochmals zum Nierencheck vorbeikommen und vor allem zu einer Myokardszintigrafie (da kriegt man ein radioaktives Kontrastmittel gespritzt), um festzustellen, ob am und rund ums Herz irgendwelche Gefäße "verstopft" oder sonst wie verändert sind.
Ergebnis am 5.5. 2015: Alles okay, Nierenwerte bestens und die Szintigrafie ergab nichts Negatives. Die Vergrößerung des Herzens und der entsprechenden Gefäße kann - so meint der Kardiologe beim Abschlussgespräch - sich wieder normalisieren. Das hing unter Umständen mit den Herzrhythmusstörungen und vor allem dem rasenden Puls und der Atemnot zusammen. Alle 3 bis 4 Monate soll ich zum Check kommen.

Mutter ist am 8.5. abgereist und wohnt in einer schönen neuen Umgebung. Lebt sich dort auch schnell ein. Also war dieser mentale Stress auch weg.

Ich habe 22 Kilo abgenommen (okay, natürlich ist das vor allem Flüssigkeit. Aber trotzdem!), fühle mich nicht nur leicht, mir fällt auch alles leichter. Da muss sich seit vielen Jahren was aufgebaut haben, meint "mein" Doc, dem ich - wie dem gesamten Notfall- und Pflegeteam im HPA Alvor - sowas von dankbar bin. Ohne den... ich weiß nicht, wo ich da heut wäre...

Ich hab mit Sport angefangen. Mir als kleine Belohnung einen Fitnesstracker gekauft (PolarLoop), der mich seit Mitte Mai motiviert und aktiviert, dass ich täglich meine Übungen mache: jetzt im Sommer im Pool, ab Herbst wieder richtig mit den Hunden raus. Das ging ja seit November nicht mehr. Außerdem mach ich ein Yoga-Pilates-Programm.
Meine Medikamentenliste: 6 Pillen/Tag. Aber mir geht es gut.
Ich genieße diesen Sommer. Lebe bewusst. Freue mich am Leben, den Hunden, meinen Freunden.
Ich hab den Warnschuss kapiert.