Vielleicht erinnert ihr euch: Vor einigen Wochen hatte ich unter anderem auf FB nach Hilfe beim Entrümpeln gesucht -> Entrümpeln ist angesagt und Die Qual der teuren Wahl
Manchmal sind die ersten, die sich melden, die
besten. Aber sowas erkennt frau ja leider oft erst nach ein paar kleinen
Irrwegen... 😉
Langer Vorrede kurzer Sinn: Die erste (Nr. 5 hier) war Bettina und genau sie war die vergangenen beiden
Tage bei mir im Haus. Wir hatten vor ein paar Wochen telefoniert, zu Zeiten,
als es noch sommerliche gut 30 Grad hatte und verabredeten uns wegen des dann
hoffentlich etwas kühleren Wetters für Mitte/Ende Oktober. Wir besprachen, was
zu tun sei, und Bettina veranschlagte 2 Tage Ausmistarbeit. Weil sie aus São
Bras anreist, blieb sie über Nacht - sowohl zeitlich wie auch wegen der
Benzinkosten war das die beste Lösung. Und da ich ja ein Gästezimmer habe, ist das kein Problem. Bettina meinte noch, sie müsse natürlich gefüttert werden 😉, ich bot außerdem an, dass ich auch für Getränke sorgen würde. 😋Das stellte sich als unnötig heraus, denn Bettina brachte eine leckere Flasche Wein mit. Also war ich nur fürs Nichtsalkoholische zuständig.
Pünktlichst um kurz vor 10 Uhr morgens kam ihr Anruf: Sie wäre jetzt am vereinbarten Treffpunkt beim
"Rei da Fruta" in Monchique. Bei der Abholung durfte der Senhor
selbstverständlich mit. Danach war er teilweise ausgelagert bei seinem neuen Freund Mojo, der seit zwei Wochen im Nachbarhaus, in der Casa Castanheiro, wohnt, und mit dem er nicht müde wird zu spielen.
Als erstes die Hausbegehung: "Was
muss wo gemacht werden?"
Es war eine Meeeeenge - vor allem im
"Wirtschaftsraum". Dort standen unter anderem zwei laufende Meter von
2,26 Meter hohen Regalen, voll mit Klamotten und "Zeugs". Nicht gerade
messimäßig, aber es läppert sich halt doch im Laufe der Jahre.
Früher bin ich ja, arbeitsbedingt und wegen einer gewissen Abenteuerlust auf
Neues, so alle 3 Jahre umgezogen; hier in Monchique wohne ich jedoch schon 15
Jahre und (leider) auf relativ großzügigem Raum, wo frau gerne mal Dinge ansammelt.
Das war jedenfalls in der VBZ so - die Vor-Bettina-Zeit. ;)
Jetzt, nach den zwei Tagen, ist die NBZ angebrochen - die Nach-Bettina-Zeit. Die Frau kann nämlich zupacken. Anfangs noch e bissle gegenseitige Scheu, man musste sich aufeinander einstellen, so à la "wie brutal kann ich bei der Kundin vorgehen?"
Bettina hatte schnell erkannt, dass sie das bei mir durchaus kann. Als die Regale abgebaut und neue (niedrigere) wieder aufgestellt waren, hatte sich nämlich mein Wirtschaftsraum rein räumlich gesehen praktisch verdoppelt. Schon am ersten Tag fuhr Bettina einmal zu den Müllcontainern runter und traf dort auf einen portugiesischen Senhor, der ihr alte Sitzauflagen abnahm und darüber sehr happy war.
Zu ihrer und meiner Fütterung gab's meine pikante Zwiebel-Tomaten-Suppe
mit Toast. Als ich persönlich mich auf ein gemütliches, abendliches Glas Wein
eingestellt hatte, tauchte Bettina um 19 Uhr mit Müllsack und Staubtuch
("Läpple") bewaffnet auf und ich musste im Wohnzimmer noch bis 22 Uhr
"arbeiten". Aber jetzt: Alles ist geordnet, ich weiß vor allem, WO
alles ist. Und ich darf Bettina nachts um 3 Uhr anrufen und fragen, wenn ich was
nicht finde. Sie garantiert allerdings nicht, dass sie das dann auf Anhieb
weiß. 😏
Auch an Tag 2 war ein größerer Mülltransport
angesagt. Hauptarbeit war heute vor allem mein ehemaliges Büro, das im Obergeschoß
liegt, und das ich einfach nimmer brauche/benutze. Schließlich bin ich in
wohlverdienter Rente, arbeite (wenn überhaupt) am Laptop im Wohnzimmer und wollte schon seit
langem "meine Werke" unten im eigentlichen Wohnbereich haben. Da war ja
nun Platz geworden. Also gingen Bettina und ich nach oben, Müllsäcke (mehrere!, die auch voll wurden) in der Hand
und dann wurde ausgemistet. Bettina hatte vorher schon das Regal mit den von mir
geschriebenen Büchern ab- und unten wieder aufgebaut sowie alle Bücher nach
unten geschafft. Oben steht nun, nach getaner Arbeit, nur noch
ein weiteres leeres Regal und einige Ordner mit uralten und längst verjährten Unterlagen, die ich
nach und nach in den Papiercontainer bringen werde.
Zwei - oder sogar drei? - große Kisten gehen an Charitys und ein Museum in São Bras de
Alportel, das wohl regelmäßig Verkäufe mit gespendeten Büchern und DVDs etc.
macht. Auch das Tierheim wird beglückt: Halsbänder, Leinen und Hundegeschirre,
die Senhor Sancho nicht passen (weil von seinen größeren Vorgängerinnen) oder
die er verschmäht, weil er Halskette nicht tragen möchte. Ein paar Dinge hatte
ich auch extra und ganz bewusst Bettina direkt angeboten, neben "nützlichen" Gegenständen nahm sie auch gern etliche meiner Bücher, die ihr Interesse fanden
oder die sie gut im Bekanntenkreis verschenken kann. Weihnachten steht ja bekanntlich vor der
Türe.
Nur eine große Bücherkiste blieb übrig.
Allerdings nicht mehr lange: Denn Fátima, die heute im Hause wirkt, erzählte
mir eben, dass seit neuestem in der alten Telefonzelle bei der Post in
Monchique eine kleine Tauschstelle gibt, in der die Leute Bücher abgeben und holen können. Sie selbst
war am Montag da, um alte Schulbücher abzulegen und damit löst sich die letzte
Kiste Bücher ebenfalls in Wohlgefallen auf.
Ich selber gehe noch an die "Reste" - Fensterbretter abräumen und die beiden Nachtkästchen ausmisten. Das ist aber mit dem normalen Hausmüll entsorgbar, da muss ich nicht extra runter an die Container. Und das tue ich erst nach einer Ruhephase, denn mein Rücken und mein Knie jubelten gestern Nachmittag nicht gerade.
Fazit: Ich bin dermaßen froh, dass ich das
angegangen bin und vor allem, dass Bettina mir so hervorragend geholfen hat.
Ich empfehle sie sehr sehr guten Gewissens weiter. Kontaktdaten gibt's über mich oder ihr schreibt sie direkt an (ich hab sie oben getaggt).
Und das für mich Schönste (das muss/kann natürlich nicht immer passieren): Es war letzten Endes nicht nur "Arbeitsbeziehung", sondern wir haben viel gequatscht und gelacht. So macht Ausmisten richtig Spaß und geht leicht von der Hand.
Der ausgelagerte Senhor möchte auch noch gezeigt werden. Hier isser mit Mojo. Selbstverständlich hat sein Frauchen auch immer Leckerlis dabei, was Seine Hoheit sehr goutiert.










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