Samstag, 25. Oktober 2014

Alles bleibt anders: neue Gärtner

Gärtnerfachbetrieb/Palmenexperte stellte sich zur Besichtigung ein. Im Verlauf des Gesprächs kamen wir auch aufs "Ausputzen" der Terrassen.
Das sind die beiden "Ebenen", die noch zu meinem Haus gehören und auf denen allerlei leckere Früchte bzw. Gemüse wachsen:
  • Avocados
  • Granatäpfel
  • Mandarinen
  • Kumquats
  • Guaven
  • Baumtomaten
  • Grapefruit
  • Orangen und Zitronen sowieso. 
Aber auch grüner Spargel und Walderdbeeren.
Und ein Mandelbaum steht da, aber der hat, seit ich hier bin, noch nix getragen.

Dieses Ausputzen ist eine Arbeit, die hier in Portugal "limpar terreno" heißt und wofür man Profis mit entsprechendem Werkzeug braucht. Man macht das auch im Wald - da werden dann Unterholz und Schößlinge entfernt.
Auf großem Gelände, wie es beispielsweise die Schweizer Nachbarn auf der Südseite vom Picota haben, kamen da drei bis vier Mann und "putzen" richtig durch - mit schwerem Gerät, mit großem Häcksler und so. Und sie brauchten dafür schon ein paar Tage.
Okay, das war bei mir jetzt nicht nötig. Aber es sah halt wüst aus, weil da seit Jahren nix Rechtes passiert war.
Naja, dacht ich: Fragen kostet ja nix.

1. Anfrage bei Sr. Orlando: Ja, er macht sowas. Würde aber vorschlagen, das eher im Frühjahr zu machen, weil natürlich jetzt, wo es schon zu regnen angefangen hatte (selbst wenn ich mich in dieser Woche über wahrhaft sommerliche Temperaturen freuen kann und sogar im Pool war!), alles wächst wie wild. Wild im wahrsten Sinne des Wortes. Es "dschungelt" sozusagen.
Nun kennt man mich ja ein wenig: Warten bis Frühjahr??? Geht gar nicht. Das Zauberwort paciençia gilt bei mir in solchen Fällen nicht...
2. Anfrage beim Palm-Garten-Experten: macht er. Schickt er Angebot.
3. Anfrage bei einem jungen portugiesischen Gärtner, der rein zufällig direkt neben mir am Picota wohnt: macht er. Braucht er zwei bis drei Tage. Würd aber auch gerne die ständige Pflege übernehmen. Preis ist ok.

Das Angebot von paradise-garden war eines, das man nicht ablehnen konnte. Und so tobte der dann vergangene Woche durch Garten und Terrassen. Das Resultat kann sich sehen lassen, finde ich. Und das alles ist mit zwei Mann an einem Arbeitstag passiert:

Als erstes wurde das "Gräble" gesäubert. Es verläuft zwischen Haus und oberer Wiese
und schützt davor, dass die Hauswand Feuchtigkeit zieht:
 
Dann ging man an die obere Wiese, säuberte das kleine Beet dort.
Und die Flächen beim Wassertank:
Von der unteren Wiese wurde ein Sommerflieder entfernt, der da viel zu eng stand,
und nach oben verpflanzt. So schließt sich da die Lücke am Zaun.
Unten sieht es jetzt so aus:
 
Da steht jetzt - endlich sichtbar! - ein Seidelbast. Alles licht und luftig, nicht mehr zu eng.
Alles kann sich entfalten und wachsen, wie es soll bzw. will.
Alles beschnitten, in Form gebracht.
Sogar der Sommerflieder hinter der Riesengardenie:
Und die ebenfalls da stehende rote Dracena hat auch wieder mehr "Luft".

Zwei von meinen drei Aprikosenbäumen waren von irgendeinem Pilz befallen.
Deshalb: schneiden und biologisch behandeln.

Der Lorbeerbaum wurde so gekappt, dass er das Dach nicht mehr berührt und
man auf dem Weg auch wieder gut entlang gehen kann.
Dasselbe auf der anderen Seite mit der Malve:
Wobei man da noch mal dran geht. Aber momentan blüht sie noch.
Und das sollte man nicht einfach abschnibbeln...

Ein Riesenstrauch vor dem Fenster wurde komplett entfernt -
so kann der andere sich besser entfalten (und er hat schöne rote Blüten).
 Unterhalb des Parkplatzes wurden fünf Johannisbeersträucher umgepflanzt.
Die standen vorher auf den Obstbaumterrassen so ungünstig und im Totalschatten,
dass sie da nie getragen haben. Hier werden sie nun hoffentlich gute Ernte bringen.
 Der Mandelbaum musste dran glauben - einerseits: leider.
Andererseits: Er trug nichts, zeigte nicht mal die Algarve-typische reiche Blüte.
Er war außerdem total bemoost und stand viel zu eng an allem anderen.
 Der riesige Reisig-Unkraut-Abschnitt-Haufen wurde entsorgt und nach unten gebracht.
Dort wird Zé Branco in den nächsten Wochen mal wieder ein Feuer machen...

So sehen die Terrassen jetzt aus - sauber und gepflegt, man kann gut durchgehen.
 So schaut es auf der "Palmenwiese" aus 
- also direkt neben Kiwi-Pavillon und gefliester "Hauptterrasse": 
Die haben sogar alle Blumentöpfe weggeräumt und drunter/daneben gemäht.
Kannte ich so gar nicht...
Auch die Sträucher direkt an der erkrankten Palme sind nun gestutzt.
Die beiden anderen Palmen
- eine Hanfpalme auf der ersten Terrasse und eine direkt am Parkplatz -
sind nun auch wieder sauber beschnitten: 
 "Auf Stock" gesetzt: die riesigen Oleanderbüsche, die schon eher OleanderBÄUME waren.
Sieht zwar momentan kahl aus. Aber:
Sie werden nun unten buschiger nachwachsen und bieten mehr Sichtschutz.

Nächste Woche kommen sie noch mal: "Feinarbeiten" - also Jäten und so. Vielleicht auch noch ein paar Sachen umpflanzen. Die Hortensien - es gibt noch eine Menge davon unter den Obstbäumen - kann man momentan noch nicht umsetzen: Es ist zu warm.
Auch Feige und Walnuss auf der oberen Wiese kann man erst dann schneiden, wenn sie ohne Laub sind. Das passiert aber dann im Rahmen der 14-tägigen Gartenpflege.
Im Frühjahr/Frühsommer werden dann die Zitrusbäume gestutzt.

Die Palme übrigens - die kommt am Montag dran. Das wird Zé Branco machen - so haben es Vermieter und ich vereinbart. Zé Branco bringt ein Gerüst und schneidet, wie vorgeschlagen, etwa zwei Drittel der Blätter von unten her ab. Die Krone ist noch tiefgrün und sieht gesund aus - aber genau wissen tut man's nicht. Einen Versuch ists aber wert - es wäre einfach schade, den Baum komplett zu kappen.
Fotos gibt es dann natürlich auch!

Palmen putzen

Auch Palmen möchten hübsch und sauber aussehen!
Und nachdem Sr. Orlando und seinen Mannen ja eine wirklich laaange Leiter mithatten, machten sie gleich weiter.
Die laaange Leiter wurde auf der kleinen Wiese aufgestellt.
Zwar steht die Palme auf der ersten meiner beiden Terrassen
unterhalb des "echten" Gartens.
Aber von da aus wär man nicht hochgekommen
an die unschönen, trockenen Palmwedel
 Ausrichten der Leiter
 und dann muss der schmale, dünne Baumsägen-Mann nach oben.
 Ich konnt gar nicht recht hinschauen - schauder.
 Die ersten trockenen Palmwedel fallen - und JA:
Da ist einer drunter, der sägt die grad ab.
Langsam erkennt man, wie es aussehen wird:
 
 Damit man mal sehen kann, WIE hoch das ist:
 
Schick ist sie nun, die Riesenpalme.
Dauert sicher wieder ein Weilchen, bis man da wieder ran muss.

Einen Wermutstropfen gab/gibt es:
Ich bat Sr. Orlando nämlich, auch gleich die Dattelpalme direkt am Haus zu schneiden.
Diese hier:
Das Foto ist vom vergangenen Jahr, mittlerweile hat sie mehr trockene Palmwedel unten. 

Aber Sr Orlando wollte nicht.
Weil: Der Baum sei krank, hätte den vermaledeiten Rüsselkäfer.
Es würde sich also nimmer lohnen, denn der Baum sei in zwei Jahren eh tot.
Schreck in der Mittagsstunde!
Aber ganz aufgeben wollt ich sie nicht.
Also ließ ich mal einen Gartenfachmann kommen, der sich das anschauen sollte.
Aber das ist eine neue Geschichte...

Der alte Birnbaum

War eigentlich gar kein Obstbaum mehr. Eher ein lebendiges Gerüst für eine wuchernde Glyzinie und einen ebenfalls stark wachsenden Efeu. Birnen - wenn überhaupt - zwar lecker. Das konnte man aber nur feststellen, wenn man eine Fallbirne aß. Denn "richtig" ernten ging gar nicht: Die leckeren Früchte hingen in einer Höhe, wo keiner, wirklich keiner mehr dran kam.
Die Glyzinie allerdings - die meinte, sich ausbreiten zu müssen. Erste Triebe schlangen sich bereits um den Mandarinenbaum und um die Palmwedel. Beides Bäume, die gut fünf Meter entfernt stehen.
Beschluss: Baum muss weg. Vermieter stimmten zu (bei solchen "Großaktionen" frag ich lieber mal nach). Und als der alljährliche Besuch des Holzhändlers anstand, fragte ich doch gleich mal nach, ob Sr Orlando nicht auch den Baum fällen könne/wolle.
Wollte und konnte er. Allerdings in zwei Anläufen.

1. Versuch - Samstag vor etlichen Wochen. Sozusagen am letzten Tag, bevor der Regen kam.
Holz abladen war noch im Trockenen - glücklicherweise. Denn Holz wird hier in Portugal nach Gewicht verkauft - je nasser, desto schwerer. Hab ich also Glück gehabt.

So sah der riesige Baum kurz vor dem Fällen aus.
Gärtner hatte schon ein paar Wochen zuvor die Stammwurzeln von Glyznie und Efeu gekappt.
Der Schmalste und Dünnste muss nach oben klettern:
 und schneidet erst mal die Äste ab.
 Dann den ersten (von insgesamt drei) Stämmen:
Nun wird ein Seil drum gebunden
und dann zieht man zu dritt,
bis der fast abgeschnittene Stamm in die richtige Richtung fällt.
 
 Dann fings zu regnen an und die Arbeiten wurden unterbrochen. Für gut 3 Wochen.

Aber dann: 2. Versuch
Bei strahlend blauem Himmel (logo, Muttern war ja wieder abgereist nach 9 Regentagen).

 Der dünnste und Baumsägen-affinste musste wieder auf die hohe Leiter.
 Nach bewährtem Muster: Seil drum, dann sägen.
 Der erste der drei Stämme war ja schon ab:
 Folgt Nummer 2...
 und hier fällt Nummer 3:
Der Stumpf mit den drei Stammresten steht auf der zweiten Terrasse - und bleibt auch so.
Er ist ca. 1,80 hoch - und eine perfekte neue "Basis" für die Glyzinie, deren Blüten ich über alles liebe! Aber auf 1,80 Höhe kann man sie viel besser in Schach halten.
Und dann musste noch das Holz, das Orlando freundlicherweise gleich in passende Stücke geschnitten hatte, gestapelt werden. Nicht im Holzschuppen (der ist momentan mit trockenem Holz mehr als voll). Sondern für 1 Jahr (mindestens) draußen, wo Sonne und Wind ihre Arbeit tun.