Freitag, 22. September 2023

Senhor Sancho ist zum Schoßhund mutiert.

 Seufz. Er wiegt gut 18 Kilogramm. Nochmals seufz. 


Seine Hoheit muss aber runter, wenn
* es im Zimmer mehr als 22 Grad oder/und
* draußen mehr als 25 Grad hat;
* Frauchen keinen Bock hat und sich nimmer bewegen kann, weil 18+ Kilo auf Dauer doch ziemlich schwer sind.

Mittwoch, 20. September 2023

Senhor Sancho und der Dompteur (und eine fast gezähmte Grumpy) Teil 2

Hunde haben's schwer. Ihr Zweibeiner vergnügen sich und tafeln und trinken vom Feinsten. 

Unterhalten sich aufs Beste.
 

Prosten grüßend abwesenden Alentejanos zu, die leider von Covid19 erwischt wurden und nicht teilhaben können.
Lassen Kuchenstücke vereinsamt aufm Teller liegen. Kuchenstücke, die dankbare Abnehmer fänden.

Und was bleibt für Senhor Sancho, Madame Bela und Grumpy BB?
Trotz Mitleid erheischender Blicke, trotz artigstem Benehmen ohne wirkliche Bettelei, trotz brav unterm oder beim Tisch liegen, ohne die Pfoten nach oben zu strecken? Oder gar den Kopf auf den Tisch zu schieben oder hochzuspringen?

Man hat für sie einen Dompteur engagiert und mitgebracht.
Aber wenigstens einen, der nicht so  zirkusmäßig mit knallender Peitsche agiert. Sonden einen, der weiß, wie man Hundeherzen und -mägen erfreut: Zwiebelbrotstückchen mit Limonenbutter sind das probate Mittel der Wahl.

Grumpy BB und Senhor Sancho beschlossen angesichts dieser Versuchung - äh: Dompteurleistung -, dass irgendwelche Animositäten nicht mehr wirklich wichtig sind.


 

Sogar Madame Bela fand es angebracht, sich an der Zwiebelbrot-Limonenbutter-Party zu beteiligen und schlich sich von hinten an Dompteur Hans heran.
Und sie bekam selbstverständlich sofort den ihr zustehenden Anteil zugesteckt. Der Senhor und Grumpy sahen es fassungslos.

Madame kam dann sogar aus dem Haus, ließ sich reihum streicheln und nahm gnädig diverse Leckerlis in Form von Apfelkuchen, weiteren Zitronenbutter-Schnittchen und geviertelten Mini-Frikadellen entgegen.
Derweil sich der Senhor bei Frauchen bedankte, mit geschlossenen Augen der köstlichen Genüsse gedenkend...
... um danach gottergeben an seiner frisch erlegten Avocado zu nagen. Bis er wieder abgelenkt war und der (große) Rest davon im Mülleimer landete.

Bevor jemand wegen der Avocado einen Herzinfarkt bekommt:
Ich habe mich ausgiebigst kundig gemacht und lange recherchiert: Haut und Kern der Frucht und die Rinde des Baums können (nicht müssen) bei Hunden Übelkeit verursachen, weil Persin drin ist. Das Fruchtfleisch jedoch, vor allem das der Hass-Avocado, und einen solchen Baum habe ich im Garten, enthält nur sehr sehr geringe Mengen Persin.
Die Mär, dass Avocados für Hunde ach so giftig seien, geht auf einen einzigen (!) Behandlungsbericht über zwei (!) Hunde aus dem Jahr 1994 des „University Veterinary Teaching Hospitals“ im kenianischen Nairobi zurück. Wer mehr dazu wissen will -> klick und klick

Nun sind weder der Senhor noch Madame und seinerzeit Jenny so  doof, dass sie nicht wüssten, wie man eine Avocado stilgerecht und ungefährdet verspeist: Man nibbelt die Schale ab, knabbert im leckeren Fruchtfleisch rum und den Kern packt man nicht an. Hund isst auch nicht ein Kilo Avocado täglich... Da pass ich schon auf.
Der Senhor bringt mir frisch gejagte 😉Avocado ins Haus.
Ist die Frucht unversehrt, nehme ich sie dankend als Geschenk von Seiner Hoheit an und verarbeite ich sie für mich. 
Im anderen Fall - Mülleimer. 
Senhor Sancho oder Madame schmuggeln höchstens mal eine halbe Avocado durch Frauchens Kontrolle.
Und das selbstverständlich nicht täglich.


Senhor Sancho und der Dompteur (und eine fast gezähmte Grumpy) Teil 1

Große Ereignisse kündigten sich an:
Senhor Sancho gewahrte wohl, dass der Esstisch aus der Küche auf die Terrasse verfrachtet wurde, ein anderer Tisch aus dem ihm verbotenen Obergeschoss dessen Platz einnahm. Schließlich wurde Seine Hoheit ja um Zustimmung gebeten, als das "Personal" zum Möbelrücken Einlass in die Casa Leone begehrte. Doch was das alles sollte, das erschloss sich dem Senhor nicht so wirklich. 


Sehr aufmerksam wurde er allerdings, als Frauchen in der Küche werkelte und wieder einmal gar köstliche Aromen in seine Nase wehten. Wurden etwa gar Gäste erwartet?

Das Wirken von Putzfee Fátima, die wegen ihrer Freigiebigkeit in Sachen Hundekekse sowohl von Senhor Sancho wie Madame Bela über alle Maßen geschätzt wird (man kann Hundefreudentänze beobachten, wenn Fátima sich der Casa Leone nähert!), schien ebenfalls darauf hinzudeuten, dass menschliche Untertanen zur Huldigung (gerne mit kulinarischen Gaben) herbei eilen würden. Da lässt ein Senhor das Trockenfutter sicherheitshalber erst mal zu Hälfte stehen...
Er hatte etwas von einem Terrassentreff gehört und wusste aus Erfahrung: Da geht was!


Terrassentreff mit Waltraud & Ossi, Uli & Ute

Terrassentreff mit Heike & Andi

Terrassentreff mit den "Katzenmenschen" Kerstin & Hans

Terrassentreff mit Ute & Uli & Grumpy BB

Und recht hatte er!
Kaum hatte Frauchen ein ganzes Blech mit Frikadellen in den Backofen geschoben und werkelte noch an den letzten Verfeinerungen eines Kartoffelsalats (auf den der Senhor locker verzichten könnte, denn da wegen vegetarischer Gästin waren diesmal keinerlei Speckwürfelchen enthalten), da standen die ersten neuen, aber altbekannten Untertanen schon vorm Tulpentor.
Seine Hoheit erkannte mit Freuden, dass Kerstin und Hans wussten, wie man sich dem hündischen Throne nähert: mit leckeren Mitbringseln 
nämlich. Kräuterpanierte Kalbsschnitzelchen rochen äußerst fein, auch das Zwiebelbrot wollte der Senhor zur Not nehmen. Panierte Portobellopilze, wie sich später herausstellte, finden ebenfalls seine gnädige Zustimmung. Den Rest ließe er, so tat er kund, den Zweibeinern übrig. Sollten sie sich doch mit getrockneten Tomaten, Tremoços, Oliven, eingelegten Champignons und Zitronenbutter verlustieren. Obwohl... die Zitronenbutter... aber dazu später mehr.

Kurze Zeit später standen weitere Gäste vor der Tür: Aus Tavira war Grumpy BB angereist.
Nun hatte der Senhor ja feststellen müssen, dass Grumpy weder seinen Charme noch seine eifrige Gastfreundschaft so wirklich schätzte, deshalb begrüßte er lieber ihren Chauffeur Uli und das Koch-Back-Personal: Ute hatte sein Herz schon beim letzten Besuch gewonnen, weil sie verführerisch nach Leckereien duftete (und hin und wieder ein Stück Schinken zu Boden fallen ließ).
Grumpy war's egal. Sie pinkelte erst mal selbstbewusst an den Gartenschlauch, den der Senhor vorher ausdrücklich als sein Eigentum markiert hatte.
Pfff - den Senhor ließ das kalt. Er folgte Ute lieber ins Haus, um das Auspacken der kulinarischen Mitbringsel zu überwachen. 

Und es "ging" wirklich was. Senhor Sancho war ganz begeistert vom Speisenangebot:

Leider wurde alles streng bewacht... aber Seine Hoheit wusste: Kommt Zeit, kommt Rat. Oder was zu essen. Irgendwann kriegt er sie alle -> Teil 2.