Mittwoch, 17. Dezember 2025

Wenn die Realität die Planung einholt

Tagesplanung für heute war:
Paket bei unserer Tankstelle (dem "vereinbarten Platz") abholen.
Pediküre.
Frisör.
Zur Post um ein Päckchen aufzugeben.
Hundefutter und Bananen und ein bisschen Geld "kaufen".

Die Realität:
Ich schreib meine Perle an, die liebe Fátima, sie möge doch bitte bei Ankunft das große Tor gleich auflassen. Es wird 9, es wird 9:05 - Fátima kommt nicht. Ich beschließe, wegen Termindruck, das Gelände der Casa Leone zu verlassen, ohne auf ihr Kommen zu warten. Draußen sehe ich schon: Die Hunde eines Nachbarn sind los und stehen vor dem Tor. Mir ist nun auch klar, warum Senhor Sancho äußerst ungebärdig und unwillig bellend durchs Haus gerast war.

Ich scheuche die Hunde weg, biege um die Kurve und sehe ganz oben am Weg Fátimas Auto. Direkt unterhalb und quer über unserem Weg: ein umgefallener Baum. Keine der riesigen Korkeichen, glücklicherweise.
Seufz.
In der Hoffnung, dass der liebe Nachbar Karim schon auf ist, ruf ich kurz durch und frage, ob er eine Motorsäge... Klar, er hat, kommt raus, sägt den Stamm durch und räumt somit Fátimas Zu- und meine Rausfahrt frei. Danke nochmals dafür.

Dass ich den halben Weg wieder rückwärts runterstoßen musste, um "Anlauf" zu nehmen, weil das Weglein zur Casa Leone nur mit Schwung zu nehmen ist, wenn alles so nass und schmoddrig ist, erwähne ich ausdrücklich nicht.
Dass die beiden Nachbarshunde das ausgesprochen interessant fanden und bellend und herumwuselnd praktisch die ganze Zeit im Weg standen, bis ich sie anhupte und 5x "vai emborra" rufend der Weg endlich von ihnen geräumt wurde: Auch darüber schweigt des Sängers Höflichkeit.

Paket erfolgreich abgeholt.
Zur Pediküre auch nur 10 Minuten zu spät gekommen.
Dort allerdings tauschten sich 3 Kundinnen und 2 Kosmetikerinnen/Pediküre-Ausführenden darüber aus, dass die Post heut geschlossen sei, weil Postangestellte Sónia nämlich die Schlüssel vergessen habe und erst wieder nach Hause fahren müsse  und weil sie nicht in Monchique wohnt, könne das dauern...
Seufz.
Mein Päckchen aufzugeben hab ich nach der Pediküre trotzdem versucht, in der Annahme, Postfrau Sónia sei schon samt Schlüsseln angekommen. Das war ein Irrtum. 

Also wieder runter in den Ort zur cabeleireira. Wunderbarerweise - und das ist echt ein Wunder! - einen Parkplatz direkt in der Nähe gefunden. Eng zwar, aber mein Auto ist ja nicht sooo groß.
Ein älterer Mitbürger winkt mich freundlichst in die Parklücke. 🙂
Und weil der Tag schon irgendwie doof angefangen hatte, hab ich mir einen ganz und gar neuen Kopf geleistet. Kuckt ihr.

 

Der Rest der Tagesplanung ging relativ easy weiter:
Die Post war zwar auch im zweiten Anlauf noch zu, aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Paciência - wir erinnern uns. Hab ich wirklich verinnerlicht. 😉

Hundefutter war im Angebot, außerdem auch 2 Büffelhautknochen für Seine Hoheit. Und die Bananen. Geld war leider nicht im Angebot, und einer der beiden ATMs beim Intermarché war auch leergeräumt, der zweite spuckte aber brav Scheine aus. 🙂

Jetzt gibt's die zweite Portion des gestrigen feinen Süppchens. Die Sonne strahlt vom Himmel, und das bedeutet: Essen auf der Terrasse. 🙂

Seine Hoheit war sehr zufrieden. Auch wenn er gar furchtbare zweieinhalb Stunden ohne Frauchen auskommen musste. Perle Fátima berichtet, er jammerte gar sehr. War dann aber schnell vergessen:



Donnerstag, 20. November 2025

Stiagnglandergschichten (für Nicht-Bayern: Treppengeländergeschichten)

Heute war "Großkampftag" in und um die Casa Leone. Der Senhor kam kaum nach mit dem Begrüßen neuer Menschen bzw. "alter", die schon mal hier gewesen waren. Soooo viele Streichler. Und manche mit Hund daheim, da gab's extra was zu schnuffeln.

7:50 Uhr ging's los: neue Gärtner in da house. Eduardo Tomé und Roberto machten dem Dschungel an der Einfahrt zwischen den beiden Toren und auf der oberen Wiese den Garaus. Außerdem wurde die Palme am Haus beschnitten - etliche Palmwedel mussten dran glauben, die schon fast in mein Schlafzimmerfenster und über den Weg wuchsen. Gegen 12 rückten die beiden Herren wieder ab - wollten auch nur 7,5 Stunden berechnen, weil sie auch bei den lieben Nachbarn zur Vorbesprechung waren, die ebenfalls händeringend vernünftige und vor allem zuverlässige Gärtner suchen.

Kurze Pause.

Gegen 13 Uhr: Anruf von Sultan, er wäre jetzt auf dem Weg und bräuchte mal schnell meine Location. War ja schon was her, seit er bei mir die Solaranlage installiert hat - also schickte ich brav sowohl die Location als auch sicherheitshalber die Wegbeschreibung in die Casa Leone. Denn wer sich ausschließlich mit den GPS-Daten nach Googlemaps richtet, irrt bekanntermaßen stundenlang auf der Nordseite des Picota umher, ohne jemals unsere Einfahrt zu finden. Hat die edp nicht geschafft, schafft kein Auslieferer und nicht mal die Feuerwehr, als es eines Nachts in der horta neben uns brannte. Mit Beschreibung aber: kein Problem!

Erst kamen zwei Vorarbeiter, dann chefe Sultan selbst. Auftrag war die Anbringung der Treppengeländer auf meiner Terrasse. 


Die Treppe im Originalzustand (links) und die Planungszeichnung 


Ich entschied mich für zwei Geländer - eines links, eines rechts. 


So sieht es jetzt aus - wie wenn genau das gefehlt hätte...

Ich werde bekanntlich nicht jünger, und gerade morgens, wenn die alten Knochen noch nicht aufgewärmt und demzufolge etwas steif sind, ist so ein Haltegriff an den Stufen vom/zum Schlafzimmer bzw. aus der/in die Küche schon was Feines. Also hatte ich zwei Sicherheitsgriffe besorgt. Eigentlich sind die fürs Badezimmer gedacht, aber ich hatte Glück und fand bei temu Griffe, die holzähnlich sind und mit sehr gut gefielen.

Viel gequatscht, viel gelacht, viele Avocados, Tomarillos und andere Früchte geerntet als "Extralohn für die Arbeit". Mit Sultan hab ich außerdem besprochen, dass ich im Frühjahr auch ein Geländer am Schwimmbecken kriege - er hat da eine gute Idee. Und Sicherheit wird mir immer wichtiger.

Senhor Sancho liegt nun völlig erschöpft vom vielen Streicheln auf seinem Sessel - und ich mach mir jetzt mein Chili con Carne warm, denn zum Mittagessen bin ich irgendwie gar nicht gekommen. 

Montag, 20. Oktober 2025

Terrassenbeete und -treppen

Schon länger war ich mit dem rechten Terrassenbeet nicht so recht glücklich.
Ursprünglich sollte es ein Kräuterbeet sein, ich pflanzte brav jedes Jahr aufs Neue Basilikum, Koriander, Schnittlauch und Oregano. Jeweils im Tontopf, weil das nur einjährige Kräuter sind und damit nach der Saison leichter austauschbar. In größerem Töpfen durften die mehrjährigen Salbei und Minze gedeihen, daneben standen Currykraut und Schnittknoblauch direkt im Beet. Aber im Sommer fühlten sich vor allem Basilikum und Koriander da nicht recht wohl: zu heiß, zu viel Sonne. Selbst gießen mehrmals täglich brachte den zarten Blättern keine rechte Freude. Und mir auch nicht. 

Also beschloss ich: Küchenkräuter kommen direkt in die Küche, ans breite Fensterbrett. Sieht jetzt so aus, und da ist noch Platz für ein paar weitere.


Erstmal Koriander, Basilikum und Petersilie. Schnittlauch, Oregano und Estragon werden folgen, wenn ich das nächste Mal im Gartencenter bin. Und Rosmarin kriegt einen neuen, schönen Topf auf den Terrassenstufen.

Glücklicherweise war die liebe Lisa am Sonntag mit den Kindleins zu Besuch. Und ließ es sich nicht nehmen, rumzubuddeln, aus- und wieder eimzugraben. Deshalb sieht es jetzt so aus:


Der Schnittknoblauch ist in einen neuen Topf umgezogen
und wohnt jetzt oben an der Treppe.


Der kleine Topf ganz links wartet auf den Besuch meiner Schwester - 
sie sammelt mit Freude und seit Jahren Ableger aus Portugal.

An die Stelle des Zwergs kommt später ein Rosmarin.

Der Zwerg nennt sich übrigens Kauskasus-Asienfetthenne. Davon hab ich mehrere: etliche mit rein grünen Blättern und neben dem weißblätterigen Zwerg auch noch einen größeren, ebenfalls mit den hübsch weißrandigen Blättern (danke an die liebe Fátima!).
Die Dinger wachsen wie Unkraut, brauchen relativ wenig Wasser und haben neben hübschen blauen Blüten zwei besondere Eigenschaften: Sie duften wie eine ganze Hanfplantage 😉und sie vertreiben Fliegen und angeblich auch Mücken. Passt also. 
Zwei von den dunkelgrünen Asienfetthennen sind in Töpfen jeweils rechts und links auf den Terrassenstufen, - mittig stehen die beiden Lavendelstöcke mit Alinas Gedenksteinen für Bela und Jenny. Und drei fette Hennen wurden ins ehemalige Kräuterbeet umgesiedelt:


Der weißumrandete in der Mitte wird von zwei dunkelgrünen flankiert.


Ganz links im Bild mein Lorbeerbaum, der Jahren wegen der Dach- und Fassadenarbeiten immer wieder zurückgestutzt werden musste. Carlos hat ihn jetzt in Kugelform geschnitten.

Dickes Danke an die Buddlerin! 

Geplant sind demnächst an der Terrassentreppe außerdem ein oder sogar zwei Geländer. Sicherheit im Alter und so. 


Da haben die Pflanztöpfe immer noch Platz, aber ich werde künftig eine stabile Unterstützung haben. Mal schauen, wann es klappt... 

Sonntag, 12. Oktober 2025

Monchique wählt PS - Partido Socialista

Monchique ist bei den heutigen Kommunalwahlen stabil geblieben. 

Die rechtsextreme Partei #nochega hat im Vergleich zu 2021 zwar zugelegt - aber bei weitem nicht so viel wie befürchtet. Wahlbeteiligung gut 68%.

In allen drei zu wählenden Gremien in den drei Gemeindes unseres Landkreises hat
die PS weit über 60% reingeholt. Parabéns!

Kommunalwahl in Monchique

Soeben bin ich meiner Wahlpflicht bzw. meinem Wahlrecht nachgekommen. In Portugal sind heute Kommunalwahlen - "autarquicas" - und als Resident darf ich da, ebenso wie bei den EU-Wahlen, teilnehmen.

Aus früherer Erfahrung heraus wusste ich: besser nachmittags als am Vormittag. Also fuhr ich um ca 14 Uhr runter ins Städtchen. Dabei konnte ich bewundern, dass der Sr. Presidente da Câmara (so edel nennt sich hier der Bürgermeister) sein Versprechen eingehalten hatte, die heftigen Schlaglöcher auf der Straße zum Picota rauf zu reparieren. Ich hatte ihn kürzlich beim Straßenwahlkampf beim Intermarché getroffen und bin extra noch mal um den Parkplatz rumgefahren, um ihn anzusprechen. 

"O Senhor quer a minha vota?"
Klar wollte er. Aber ein Kugelschreiber als Geschenk war mir zuwenig. Ich habe ihn drauf hingewiesen, dass unser Sträßchen zum Picota hoch NUR NOCH aus Schlaglöchern besteht und da meine Stimme von abhängt. Er hat dann fest zugesagt bzw. behauptet, das wüsste er und spätestens Anfang der Folgewoche machen sie alles schön. Das war dann genau die Woche vor den Wahlen - ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
Jetzt sind durch die Ausbesserungen zwar leichte Erhebungen zu sehen/zu spüren, aber das ist allemal angenehmer, als wenn ich mit meinem Miniauto in tiefe Schlaglöcher gerate bzw. einen ausweichenden Slalomparcour fahren muss. 

Direkt vor der Halle der bombeiros, die in Monchique als Wahllokal dient, waren 3 Parkplätze gekennzeichnet, extra für die Wähler, und das nutze ich natürlich schamlos aus, weil schließlich hab ich nen offiziellen Behindertenausweis. 

Es war nicht viel los - die Monchiquenser saßen zum großen Teil wohl beim almoço. Fünf Wahlkabinen gab's, und im Gegensatz zu meiner ersten Wahl vor ein paar Jahren hat man mich auch sofort im Wählerverzeichnis gefunden.
"Meine" zu wählende Partei war auch leichter zu finden - es gibt nämlich im Gegensatz zur Europawahl nur vier Parteien, die in Monchique antreten. Gewählt wurden 3 "Organe", nämlich die Câmara Municipal (der Stadtrat und damit indirekt auch der Presidente), die Assembleia Municipal (Gemeinderat) und die Assembleia de Freguesia (Gemeindeverwaltung). 
Also:
3x Kreuzle gemacht,
3x Zettel zusammengefaltet,
in jeweils eine der 3 Wahlurnen gesteckt,
meinen Cartão de Residência Permanente wieder zurückbekommen und nach draußen marschiert. 

Dort traf ich den noch amtierenden Presidente, bedankte mich artig für die Straßenausbesserungsabeiten und wurde mit Handschlag und beijinho begrüßt/verabschiedet. Hab ihm noch "boa sorte" gewünscht und werde nachher natürlich verfolgen, ob's was genutzt hat. 

Der Senhor blieb diesmal daheim, nach längerer Zeit wieder mal. Ich nutzte die Gelegenheit gleich zum Tanken (am Wochenende ist's beim Intermarché immer 5 Cent/Liter billiger) und zum Einkaufen. Natürlich mit Leckerli für Seine Hoheit. Es freut mich mitteilen zu können, dass das Haus bei meiner Rückkunft NICHT verwüstet war. Hat er sich also verdient.

Freitag, 19. September 2025

Baumfäll-Arbeiten in der Casa Leone

Kürzlich hatte ich Feuerholz bestellt und eingelagert - trotz der momentan noch seeeeehr sommerlichen Temperaturen. Kluge Frau baut bekanntlich vor und kauft Holz Ende August/Anfang September, vor dem ersten großen Regen. Danach ist das Holz nämlich feucht und wiegt schwerer. Und nachdem in Portugal nach Gewicht und nicht nach Ster (Raummeter) verkauft wird...

Auslieferer Jorge betrat zum ersten Mal die Gefilde der Casa Leone und damit das Königreich von Senhor Sancho, er musste selbstverständlich vorab durch die hündische "Passkontrolle". Das wurde aber problemlos gemeistert. Seine Hoheit hat's auch gerne warm im Winter. 😉

Während des Abladens quatschte ich ein wenig mit Jorge - einem neuen Mitarbeiter von Sr Orlando, der mich ja seit mittlerweile 14 Jahren am Picota mit Kaminholz versorgt.

Es ergab sich dabei, dass ich Jorge erzählte, ich bräuchte jemanden, der mir zwei sehr alte, sehr hohe und leider mittlerweile seit etlichen Jahren sehr fruchtarme (naja, eher fruchtlose) Aprikosenbäume fällen würde, die auch viel zu dicht direkt am Haus standen und alles verdunkelten.

 "Kein Problem", meinte Jorge. Er wäre eh in den kommenden Tagen in der Gegend und könne das mit auf den Plan setzen. "Aber warum macht das nicht Ihr Gärtner?" 

Gute Frage - da hatte ich einfach nicht dran gedacht, auch weil Carlos alleine arbeitet und man zur Baumfällung besser zu zweit sein sollte. Senhor Sancho zählt dabei nicht mit... Seine Hoheit tat jedoch kund, dass er selbstverständlich für die technische Überwachung zur Verfügung stehe.

Gesagt getan! Beim samstäglichen Arbeitsbesuch von Gärtner Carlos fragte ich nach. "Mache ich gerne, kein Problem", meinte der. Und dass er sich in den kommenden Tagen melden würde, wann er gemeinsam mit einem Freund anrückt. 

Gestern Abend war's dann soweit: message um 18:48, ob man heute noch und in 10 Minuten kommen könne. Konnte man. Und dann ging alles ratzfatz über die Bühne. Um 19:45 waren die beiden Herren schon wieder am Abfahren. 


Vorab-Besichtigung, was wo zu tun ist

Senhor Sancho kam kaum dazu, seine leitend-überwachende Tätigkeit zu beginnen: kurze "Passkontrolle". Dann musste er gemeinerweise ins Haus, denn Frauchen wollte fotografieren und hatte außerdem genauso wenig wie die beiden Baumfäller Bock darauf,  einen Vierbeiner neben Sägen und herabfallenden Ästen herumwuseln zu haben. Viel zu gefährlich! Lediglich im ersten Video kann man Seine Hoheit deshalb bellend Anweisungen geben hören. 😉


Im Hintergrund deutlich zu hören: Senhor Sanchos Anweisungen

Freundlicherweise wurden die Stämme und dickere Äste gleich in Kaminholz-Länge geschnitten, die dürfen jetzt mindestens ein Jahr trocknen. Gestapelt werden sie in den kommenden Tagen. Der Rest kam gleich auf unseren "Brennplatz", eine dieses Jahr brachliegende Terrasse in der nebenan befindlichen Horta meiner Vermieter.



Dickes obrigada an Carlos und seinen "Zwiebelfreund" (kleiner Insider, denn die beiden gemeinsam bauen Zwiebeln an - sehr leckere! - und ernten dieses Jahr wohl je 2000 kg oder so). Achja: Kostenpunkt? 20€ wollte Carlos haben. Hab dann 25 gegeben, mit dem Hinweis, mann möge sich ein paar "copos" leisten... 

Sonntag, 6. Juli 2025

Es ist dem Senhor gelungen, heute im Pool zur Gänze unterzutauchen.

Peinlich ist das deshalb, weil's vom ihm ab-so-lut nicht geplant war. Seine Hoheit ist nämlich einfach beim Ball-raus-Fischen ausgerutscht und sah sich plötzlich komplett bis zum Kopf im Wasser. Direkt an den Stufen, auf denen er bequemst hätte heraussteigen können wie seinerzeit Venus aus dem Bade. In seiner Panik hat Senhor Sancho die Treppe aber nicht gesehen/erkannt und hat sich mit den Vorderbeinen lieber an der Beckenkante aus dem abscheulichen Nass gehievt. Mit Ball zwischen den Zähnen. 

Dass dieses grausige Nass an solch heißen Tagen eher erfrischend ist, hat er in all seiner Aufregung nicht bemerkt. Danach Wälzen auf der oberen Wiese, ebenfalls mit Ball im Maul, bis er aussah, wie ein grasgesprenkeltes grünes Ferkel. Und dann musste/wollte er noch weiter den Ball katapultiert haben, was Frauchen auf der Terrasse (NICHT auf staubtrockenem Erdreich!) gerne noch ein paar Mal tat. Damit er wenigstens einigermaßen angetrocknet ins Haus kam. Nun liegt der hündische Held feucht und völlig dod aufm Wohnzimmerteppich.

Es stellen sich nun mehrere Fragen:

Muss Senhor Sancho jetzt eine Statue kriegen, wie die von der "Venus nach dem Bade" (um 1565) von Jean de Bologne, genannt Giambologna (1529-1608)? 

Oder reichen banale Fotografien à la "Seine Hoheit, feucht vom Bade auf dem Wohnzimmerteppich" (2025) aus? 

Oder sollte Frauchen eine anerkannte Künstlerin - hallo Kerstin! - beauftragen, ein Portrait von Senhor Sancho anzufertigen, auf dass seine "Heldentat" verewigt sei?