Seit mittags: Regen in Monchique. Gar nicht mal nur Tröpfchen, sondern "richtig".
Update: Am Samstag war's vorbei. Seitdem ständig steigende Temperaturen. Die kommende Woche sollen es über 30 Grad werden.
Seit 2004 schreibe ich über mein Auswandern in den wilden Südwesten Europas. Zunächst standen Texte & Fotos in einem deutschsprachigen Portugalforum. Das fand so viel Anklang, dass die Idee entstand, die Geschichte(n) als Blog zu veröffentlichen. 2012 gab's "Kann denn Fado fade sein" als Buch bei Heyne, seit 2018 überarbeitet und ergänzt direkt bei amazon: um zu zeigen, wie es einer erging (und ergeht), die auszog, ihre neue Heimat zu erobern. Viel Spaß beim Lesen!
Seit mittags: Regen in Monchique. Gar nicht mal nur Tröpfchen, sondern "richtig".
Update: Am Samstag war's vorbei. Seitdem ständig steigende Temperaturen. Die kommende Woche sollen es über 30 Grad werden.
Nun sind alle Malerarbeiten erfolgreich beendet. Die Einfahrt der Casa Leone ist wieder schick!
Danke an Tiko von Joanne Millers Gärtnerfirma Mo & Go in Monchique.
Gäste sind willkommen und dürfen anreisen.
Freu mich schon auf die ersten am kommenden Donnerstag!
Heute: Pool voll und deshalb "anbaden" für die Saison 2023.
Auch wenn's Wasser noch saukalt ist und männliche Badegäste würden vermutlich von "minus-Zentimetern" sprechen...
Foto ist Symbolfoto von vor ein paar Jahren, weil ich nicht gleichzeitig im Wasser sein und mich "von außen" fotografieren kann. Sommer kann also kommen bzw. bleiben. Notfalltasche für Feuer ist allerdings auch schon parat.
Ich hab nämlich eben nochmals den Pool geputzt, an dem diese Woche Malerarbeiten stattfanden (Rest um und am Haus in den kommenden Tagen). Nun läuft Wasser aus der Quelle ins Becken, weil ich endlich endlich reinhupfen will. Üblicherweise wird's dann um diese Jahreszeit sofort schlagartig kalt und regnerisch.
Es war dringendst nötig! Der Pool bzw. die ihn umgebenden Mauern sahen nach ein paar Jahren wirklich schlimm aus - genauso wie die Mauer in der Einfahrt. Das hat unter anderem den Grund, dass wir bisher mit Kalk gestrichen haben: natürliches Material, also ökologisch natürlich top. Aber leider eben auch nicht sehr "haltbar". Nach einem Winter bzw. einer Regensaison sieht's halt einfach nimmer schön aus.
Das letzte Mal Poolmalern war vor 4 Jahren und das sah jetzt so aus:
und die Einfahrt ist noch länger her, nämlich bereits 7 Jahre:
... und deshalb wurde Gärtner heut mit Verschönerungen beauftragt:
Den noch etwas zarten Kräutern hab ich einen Sonnenschirm spendiert...
Ihr erinnert euch vielleicht noch: Ich hatte mir im November zwei Tattoos auf den Unterarmen geleistet. Wunderschön - ich freu mich jeden Tag drüber. Aber bekanntlich macht Tätowieren ein bisschen süchtig. Und so musste eine Ergänzung her. Auch aus "handfesten" Gründen:
Mit anderen Worten: May musste nochmals ran. Es begann die Qual der Wahl: Welcher Spruch als Schriftzug? Welche Schriftart? Und was tut man gegen das Insektenbein? Ein paar Ideen hatte ich glücklicherweise wenigstens zu Letzterem.
Das ist draus geworden:


Am Freitag krieg ich die 4. Covid19- und in einem Aufwasch auch gleich die jährliche Grippe-Impfung. Ziemlich genau im nationalen portugiesischen Zeitplan. Ab 12.11. geht's nämlich "offiziell" für über 60 los...
Mit dem Gedanken gespielt hatte ich schon lange. Leider aber immer wieder verschoben - und es ist ja auch eine Kostenfrage: Ein gutes Tattoo kriegt man nicht einfach so "nachgeworfen". Dann aber kam ein lukrativer Buchvertrag ins Haus geschneit... Und ich wollte auch, ehrlich gesagt, die überstandene OP und damit ein künftig hoffentlich krebsfreies Leben ein bisschen feiern.
Ich hätte auch gerne eines von meinem Neffen Bastian gehabt, aber der weigert sich strikt, mit der gesamten Ausrüstung nach Portugal zu reisen...
Wie der Zufall es wollte, hat aber eine Tattoo-Künstlerin in einer meiner beiden Facebook-Gruppen ihre Dienste angeboten. Sie reiste von Norden in den Süden Portugals, immer wieder mit längeren Zwischenstopps, aber es war klar: An der Algarve wollte May mehrere Monate überwintern, und so nahm ich Kontakt mit ihr auf. Leider kam meine kleine OP in Lissabon dazwischen, aber vorgestern war es dann endlich soweit: May kam ins Haus und stach auf mir rum. Vorausgegangen waren ein paar Chats und Telefonate wegen des Motivs: Ich wollte ein altes "Armband" einbinden lassen, und auf jeden Fall sollte das neue Hautbild an einer Körperstelle sein, wo ich es tagtäglich vor Augen habe und mich dran freuen kann.
Und das ist draus geworden:
Links der linke Unterarm, rechts der rechte.
Und ja: Ich freue mich richtig dolle über die Motive und die schöne Arbeit.
So, liebe Leut:
Termin war 14 Uhr. Ich war ca. 10 Minuten früher da. Einchecken am PC der recepção unter Mithilfe eines freundlichen Angestellten, dann Wartesaal mit noch einer recepção, wo ich sofort drankam und wo alle Kontaktdaten abgeglichen wurden. Dann hinsetzen und warten. 14:05 wurde ich aufgerufen zu Doutora Joana. Eingehende Beratung und Hautscan des Oberkörpers sowie Nachfrage, ob's irgendwo sonst ein Fleckchen gäbe, dass sie sich auch noch anschauen sollte. Hinzurufen des späteren Operateurs, Doutor Rodrigo (ein Schnuckelchen). Sehr angenehme Atmosphäre, ich fühlte mich gut und eingehend beraten. Beide Docs sprachen Englisch, der Rest der Bevölkerung im CHUL Portugiesisch. Da musst ich halt durch und merkte: So schlimm ist das gar nicht. Nur etwas ungewohnt, wenn man an der Algarve lebt.
Als Termin für die OP wurde der 28. November angesetzt, leider zu einer Zeit, wo ich den Frühflug nicht nehmen konnte. Hieß: einen Tag vorher anreisen. War's mir aber wert. Und eine Nacht in Lissabon - warum nicht?! Wobei mir Doutora Joana sagte: "Es kann gut sein, dass wir Sie früher drannehmen. Wir arbeiten momentan Montag bis Samstag. Wenn was frei wird, melden wir uns." Dran geglaubt hab ich nicht, wohl aber gehofft. Sicherheitshalber aber Hotel und Hundepension für 28.11. klargemacht.
Vergangenen Mittwoch, ich speiste gerade vorzüglich mit guten Bekannten im Luar da Foia, kam ein Anruf aus Lissabon. Ob ich denn am Montag, 17. Oktober kommen könne? Ich konnte.
Danach ging wieder die Zackersche Rödelei los: Hotel stornieren und neues buchen (unter Mithilfe von Ilona - obrigadíssima mais uma vez), Flüge buchen (diesmal Hin- und Rückflug: juhu), Hundepension umbuchen.
Weil SevenAir leider nicht sonntags fliegt, durfte ich schon am Samstag in die Capitale und hatte daher die willkommene Gelegenheit, von einem Gruppenmitglied als Stressausgleich während der Coronazeiten leichtsinnigerweise angebotene Gin&Tonic-Genüsse einzufordern. Meiner Forderung wurde bestens entsprochen. Noch'n obrigadíssima an Heino und seine liebe Frau Bettina.
Ich sollte mich ca. 9.15 im Sekretariat der ambulanten dermatologischen Chirurgie melden. Hab die auch endlich gefunden - nach 2x Nachfragen und in den Katakomben eines nicht sehr modernen Gebäudes. Einrichtung und alles andere aber: modernstens. Sieht man mal wieder: "Äußerer Schein trügt".
Es gab eine etwas längere Wartezeit von etwa 30 Minuten, aber gegen 10:15 (angedacht war 9:45) war ich im OP.
Sehr sehr freundliche Krankenschwestern - unheimlich hilfsbereit, alles erklärt und geholfen, wo es nur ging. Dann kam Schnuckelchen Dr Rodrigo mit einem Dr Miguel. Lokalanästhesie, Krankenschwester hielt Händchen weil: "Das ist der unangenehmste Part für Sie". Danach hat man gefühlt ewiglich an mir rumgeschnibbelt. Ich dachte, es würde bereits genäht, aber nein: "Der Tumor ist groß und war sehr tief, aber jetzt ist er draußen."
Dann wollte Dr. Rodrigo, dass ich ihn anlächle und anlache - damit er genau weiß, wie meine Mimik funktioniert und er die Nähte richtig setzen kann. "Weil, Dona Cristina, Ihr Lachen - das sind Sie!" Sowas hört frau gerne, so viel Narkose gibt's nicht, dass ich so etwas nicht höre.
Um 11:45 war ich wieder draußen. Dass das Ganze länger dauerte als "normal" wusste ich, als Dr Rodrigo mir sagte, er hätte genügend Drogen ("lots of stuff") im Haus, wenn es also irgendwo anfinge zu zwicken, würde er nachanästhesieren. Nahm ich gerne in Anspruch. Wieder mit Händchenhalten der Krankenschwester. Dr Rodrigo weigerte sich allerdings, mit mir einen schwunghaften Drogenhandel in der Serra de Monchique zu beginnen. Weiß gar nicht, warum er das nicht will, aber jetzt könnt ihr euch vielleicht besser die für mich locker-angenehme Atmosphäre im OP vorstellen...
Von der Krankenschwester wurde mir noch zugeflüstert, dass Doutor Rodrigo der beste überhaupt sei (ich nehme mal an, als Operateur, nicht als Dealer!). Und das sagte sie auf Portugiesisch UND Englisch, damit ich's bestimmt versteh.
Kurz vorm Rausgehen bekam ich ein Riesenmerkblatt mit genauem OP-Hergang und Anweisungen zu Verbandwechsel/Fädenziehen fürs CdS hier in Monchique. Außerdem mehrere Packungen Salben zur Behandlung Tag/Nacht, wenn die Fäden gezogen sind. Und man wies deutlich und mehrfach darauf hin: "Wenn irgendwas unklar ist, wenn Sie noch irgendetwas wissen wollen oder brauchen: Rufen Sie an oder mailen Sie uns!"
Heimflug war ok - die FFP2-Maske, die ich sowieso trage, hat den Verband komplett abgedeckt.
Daheim, aber noch hundelos. Denn kurz vor Start gestern in Tires (Stadtflughafen Cascais) hörte die Betäubung auf zu wirken und der Wundschmerz fing an. Deshalb bin ich gleich heim, nur kurz noch zur Apotheke.
Heute gegen Mittag ein Anruf vom CHUL: die gestrig amtierende Krankenschwester von der OP. Enfermeira Silvia wollte sich erkundigen, wie es mir ginge, ob ich irgendetwas bräuchte, ob alles geklappt hätte für morgen mit dem Termin zum Verbandwechsel. Hatte es. Und wenn ich das Antibiotikum nicht gut vertrage (was leider der Fall ist, ich kenn das schon) - eine Email genüge und sie wechseln das Präparat. Das Rezept käme wie üblich in Portugal per SMS. Wir haben vereinbart, eine Nacht probier' ich's noch.
Nachdem das Antibiotikum leider etwas zu heftig "anschlug", hatte ich gestern Nacht doch noch eine Email geschrieben. Und heute morgen keine Tablette genommen, weil auf der recht kurzen Fahrtstrecke in unser Centro de Saúde leider nicht alle 20 Meter eine Toilette steht (wenn ihr wisst, was ich meine!).
Termin dort war um 10 Uhr. Gegen 9:30 Anruf von Enfermeira Silvia aus Lissabon: "Entschuldigen Sie, dass ich erst jetzt anrufe." (Wie bitte? Es ist grad mal halbzehn. Da liegt frau mit Schmusehund, den ich nachher endlich heimhole, normalerweise noch im Bett.)
"Geht's Ihnen gut? Ich habe mit dem Arzt gesprochen, der Sie operiert hat. Er meint, wenn Sie keine Beschwerden haben, können Sie das Antibiotikum weglassen. Aber wenn irgendwas ist: Bitte melden!"
Juhu!
Im CdS klappte alles schnell und reibungslos: einchecken via recepção, kein Mensch vor mir, sofort um 10 drangekommen. Zehn Minuten später war ich wieder draußen.
Hab das Foto angefügt, wie die Wunde jetzt aussieht, ca 48 Stunden nach der OP. Dr Rodrigo ist ein Künstler, ein Meister seines Fachs!
Nächster Termin im CdS zum Verbandwechsel ist am Freitag und am Montag, den 24. Oktober, kommen die Fäden raus.
Ich kühle nach wie vor ein paarmal täglich mit Eis (nachdem ich's am ersten Abend völlig vergessen hatte). Heute um 15:15 war Termin im CdS zum Verbandwechsel. Diesmal musste ich doch tatsächlich 10 Minuten warten. Beide Krankenschwestern sprachen "nur" Portugiesisch, ist aber glücklicherweise kein Problem. Die Wunde "está muita boa" - und wir waren uns einig, dass Dr Rodrigo ein "artista" ist. Bis zum Faden-ziehen-Termin am Montag soll ich noch kühlen, das würde nix schaden. Und schon war ich wieder draußen - im strömenden Regen...
Nach wie vor bin ich mehr als angetan - geradezu begeistert von der Arbeit Dr Rodrigos: 9 Mini-Mini-Stiche, wie mir die Krankenschwester im CdS in Monchique vorzählte. Man sieht jetzt schon kaum was, wenn ich lache. Und das Lachen hab ich ja glücklicherweise behalten...
Mich regt oft die aus Unwissenheit oder - schlimmer noch! - Arroganz getroffene Ansicht etlicher Residenten auf, dass das portugiesische Gesundheitssystem ganz furchtbar mies sei, vor allem im Vergleich zum deutschen.
Ich kann euch nur sagen:
Ich habe mich niemals, weder in Deutschland als Privatpatientin noch als GKV-Versicherte, auch nur ansatzweise so empathisch und rundherum gut betreut gefühlt wie jetzt im staatlichen SNS.
Ok, auf "meinen" Kardiologen und die Krankenpflege im HPA Alvor lasse ich auch nichts kommen.