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Mittwoch, 29. April 2026

Der gscheite Senhor Sancho

Senhor Sancho ist nicht nur - wie man zB hier nachlesen kann:  - ein tapferer Hund. Er ist intelligent. Sogar sehr "gscheit", wie wir in Bayern sagen würden. Und er lernt schnell. Sehr schnell.

Ich habe ja unten auf meiner zweiten Obstbaum-Terrasse, wo auch der wahrlich riesige und äußerst fruchtbare Avocadobaum steht, ein kleines Holz-Zaun-Törchen. Das war vor ein paar Wochen von den Gärtnern repariert worden. Weil das Leben eines Holzpfostens halt nicht ewiglich dauert und bei unseren sehr feuchten und im vergangenen Winter extrem nassen Wetterverhältnissen sowas nach ein paar Jahren gerne mal verrottet.
Gesichert hatte ich das Törchen mit einem Sperrhaken, damit man leicht rein- und rausgehen kann. 

Was ich leider nicht bedacht hatte, ist des Senhors Fähigkeit, sich schlangengleich durch einen relativ schmalen Spalt zu winden, um die Freiiiiiiheit in der weitläufigen Horta meiner Vermieter zu genießen. Mir fiel nur vor ein paar Tagen auf: Wenn ich Seine Hoheit rufe, dauert es denn doch relativ lang, bis das Tier freudig wedelnd vorm Haus steht. Am Sonntag gar begehrte der Senhor Einlass am "ordentlichen" Tulpentor. Wie war er nur dorthin gekommen? 

Ich befürchtete schon wildschweinische Angriffe auf meinen Gartenzaun... entdeckte aber schnell, dass Senhor Sancho kein Loch gefunden, sondern sich durch den Spalt unterhalb des Sperrhakens geschlängelt hatte.

Kein Problem - Sperrhaken sind in meiner Werkzeugkiste immer vorhanden. Brachte ich eben einen zweiten an, etwa 30 cm über dem Boden. Einen halben Tag war Ruhe. Mag einer gewissen Müdigkeit Seiner Hoheit geschuldet sein, denn er hatte am Donnerstag und Montag jeweils ein Date mit unserer Tierärztin (dazu schreib ich noch was!).

Gestern Morgen allerdings: Der Senhor war verschwunden, wieder mal. Nun weiß ich ja: Er kommt stets zurück, denn er hat viel zu viel Panik, dass ihm Essen und Bett und Streicheleinheiten nicht mehr zur Verfügung stehen könnten. Nach dem dritten Mal Pfeifen und Rufen sprang er fröhlich herbei. Aus Richtung der Obstbaumterrasse, die ihn sonst überhaupt nicht interessiert. 

Meine Recherche ergab: Das intelligente Tier hatte erkannt, dass man einen Sperrhaken, der zu tief und damit im Bereich hündischer Kopfhöhe angebracht ist, problemlos mit der Nase hochheben und danach das nachbarliche Gelände weiterhin erkunden kann. Jetzt kommt aber eine Kette dran. 

Seine Hoheit ging natürlich mit nach unten, als Frauchen sich mit Kette auf den Weg machte. Die baulichen Veränderungen interessierten ihn scheinbar nicht. Zumindest tat er völlig uninteressiert. Ich vermute allerdings, dass er den nächsten Ausbruch bereits plant. Bin gespannt, was er sich jetzt einfallen lässt...


Des Senhors überragende Intelligenz zeigt sich übrigens auch daran, dass er genau unterscheiden kann (das konnten - oder wollten? - weder Satansbraten Bela noch Madame Jenny), von wo aus ich rufe. 
Die beiden Damen wollten stets an demselben Tor eingelassen werden, durch das sie entwischt waren. Was bei Regen und rutschigen Boden eher ungut war für meine Gehbehinderung.

Senho Sancho dagegen? Schaut kurz unten am geschlossenen Ausbruchs-Törchen vorbei, ob's vielleicht noch offensteht. Wenn nicht, weil ich oben am Tulpentor stehend nach ihm rufe, dauert es 10 Sekunden, bis er ums Garteneck gerast kommt und königlich durchs Haupttor schreitet.

Update: Senhor Sancho hat's tatsächlich geschafft, sich am Boden entlang und durchs mit Kette verschlossene Törchen zu schlängeln.  Raus kam er, rein allerdings nimmer. Von außen war die Kette nämlich nicht mehr so leicht zu überwinden. 😃
Nachdem ich also eh runter musste, um Seine Hoheit wieder einzulassen, hab ich die Gelegenheit genutzt, um weitere Ausbruchsversuche zu unterbinden. Mittels Kette und Kabelbinder direkt am Boden und dann der Weiterführung der Kette nach oben und einem Karabinerhaken. 
Kuckt ihr:

Donnerstag, 26. März 2026

Stiagnglandergschichtn, die zweite

Wer hier mitliest, weiß: Seit Dezember 2025 schwelge ich in Sachen "Sicherheit im und ums Haus". Mit anderen Worten: Geländer an Treppen und Stufen, welche frau als junge Hüpferin easy überwunden hat, für die man jedoch als alte Lady vielleicht besser mal vorsorgt. 

Im Dezember war Sultan an der Terrassentreppe zugange -> Stiagnglandergschichtn, die erste

Heute waren Eduardo und Roberto vor Ort, die "neuen" Gärtner (naja: seit September immerhin), über die ich mehr als happy bin! Kann mich nur immer wieder beglückwünschen, dass ich die beiden aufgetan habe. Nachbar Karim ist auch sehr zufrieden mit den beiden!

Neben den üblichen Gartenarbeiten stand auf dem Plan:
_ Geländer an der Treppe neben dem Pool nach oben auf die obere Wiese sowie
_ Geländer/Handlauf direkt am Schwimmbecken, das ich sowohl von "außen" (also beim Hochsteigen im Trockenen) wie auch "innen" (also beim Einsteigen ins momentan allerdings noch nicht vorhandene kühl-erfrischende Nass) nutzen kann.

Die Treppe nach oben ist leider etwas diffizil: unterschiedliche Stufenhöhen, außerdem eine Stufe wesentlich tiefer als die anderen, praktisch wie ein Treppenabsatz. Und dazu kommt noch, dass die Stufen nach unten hin breiter werden, das Geländer daher bei geradem Verlauf natürlich nicht den  gesamten Raum möglichst gut ausnutzen würde. Deshalb gibt es nun zwei Teil-Geländer, die der Treppenbiegung und den unterschiedlichen Stufenbreiten bzw. -höhen Rechnung tragen.


Und jetzt sieht das Ganze so aus:
 
Die beiden Geländer an der Treppe zur oberen Wiese. Das Mäuerchen rechts mit den blauen Mosaiksteinchen ist nämlich etwa in Kniehöhe und dient eher als Zierde denn als Stütze.
Der Handlauf direkt am/ins Schwimmbecken. Hab lange gesucht und wurde endlich fündig. Billig war's nicht, aber die Sicherheit ist's mir wert. Die Stufen ins Wasser sind naturgemäß rutschig.
Das Geländermäuerchen beim Abstieg ist wie schon geschrieben eher in Kniehöhe und von daher wenig hilfreich.
Der Ein- und Ausstieg wurde richtig fest verankert! Die Firma lieferte extra einen 12-Bohrer mit. Schrauben und Dübel natürlich sowieso. Und ein "Verhüterli", das man ums Gestänge machen kann, auf dass man sich an heißen Sommertagen nicht die Pfoten verbrennt.

Eduardo hat seinen Profi-Kärcher noch weiter schuften lassen: Die Treppenstufen sowohl nach oben auf die Wiese sowie direkt an der Terrasse und die gesamte Terrasse mit der Windrose sind hochdruckgereinigt. Und nicht mehr schwarzfleckig oder gar bemoost. Ist ja nicht nur optisch hässlich, sondern an nassen Tagen wegen Rutschgefahr wirklich gefährlich.

Künftig wird das wieder spätestens alle 2 Jahre gemacht (und nicht, wie jetzt, mehr als 3 Jahre vernachlässigt). Mir selber war's in den vergangenen Jahren einfach zu viel, zu anstrengend und führte zu schlimmem Rücken. Die vorher tätigen Gärtner taten da auch wenig, aber jetzt wird alles besser. 

Nächstes Mal geht's noch an den Rest der gefliesten Wege ums Haus und an die eine Wand an der Waschküche. Und dann darf Roberto den Malerpinsel schwingen bzw. die Farbrolle rollen: Alles wird im freundlichen Gelb erstrahlen. 🙂


Hach - heute strahlt die Sonne vom blitzblankblauen Himmel. Es soll noch ein paar Tage so bleiben. Ich eile jetzt in die Kuchel, die nächste Portion Spargel ins Wasser werfen. Und dann geht's raus auf die Terrasse in die Sonne für almoço und relaxen!

Samstag, 25. Oktober 2014

Alles bleibt anders: neue Gärtner

Gärtnerfachbetrieb/Palmenexperte stellte sich zur Besichtigung ein. Im Verlauf des Gesprächs kamen wir auch aufs "Ausputzen" der Terrassen.
Das sind die beiden "Ebenen", die noch zu meinem Haus gehören und auf denen allerlei leckere Früchte bzw. Gemüse wachsen:
  • Avocados
  • Granatäpfel
  • Mandarinen
  • Kumquats
  • Guaven
  • Baumtomaten
  • Grapefruit
  • Orangen und Zitronen sowieso. 
Aber auch grüner Spargel und Walderdbeeren.
Und ein Mandelbaum steht da, aber der hat, seit ich hier bin, noch nix getragen.

Dieses Ausputzen ist eine Arbeit, die hier in Portugal "limpar terreno" heißt und wofür man Profis mit entsprechendem Werkzeug braucht. Man macht das auch im Wald - da werden dann Unterholz und Schößlinge entfernt.
Auf großem Gelände, wie es beispielsweise die Schweizer Nachbarn auf der Südseite vom Picota haben, kamen da drei bis vier Mann und "putzen" richtig durch - mit schwerem Gerät, mit großem Häcksler und so. Und sie brauchten dafür schon ein paar Tage.
Okay, das war bei mir jetzt nicht nötig. Aber es sah halt wüst aus, weil da seit Jahren nix Rechtes passiert war.
Naja, dacht ich: Fragen kostet ja nix.

1. Anfrage bei Sr. Orlando: Ja, er macht sowas. Würde aber vorschlagen, das eher im Frühjahr zu machen, weil natürlich jetzt, wo es schon zu regnen angefangen hatte (selbst wenn ich mich in dieser Woche über wahrhaft sommerliche Temperaturen freuen kann und sogar im Pool war!), alles wächst wie wild. Wild im wahrsten Sinne des Wortes. Es "dschungelt" sozusagen.
Nun kennt man mich ja ein wenig: Warten bis Frühjahr??? Geht gar nicht. Das Zauberwort paciençia gilt bei mir in solchen Fällen nicht...
2. Anfrage beim Palm-Garten-Experten: macht er. Schickt er Angebot.
3. Anfrage bei einem jungen portugiesischen Gärtner, der rein zufällig direkt neben mir am Picota wohnt: macht er. Braucht er zwei bis drei Tage. Würd aber auch gerne die ständige Pflege übernehmen. Preis ist ok.

Das Angebot von paradise-garden war eines, das man nicht ablehnen konnte. Und so tobte der dann vergangene Woche durch Garten und Terrassen. Das Resultat kann sich sehen lassen, finde ich. Und das alles ist mit zwei Mann an einem Arbeitstag passiert:

Als erstes wurde das "Gräble" gesäubert. Es verläuft zwischen Haus und oberer Wiese
und schützt davor, dass die Hauswand Feuchtigkeit zieht:
 
Dann ging man an die obere Wiese, säuberte das kleine Beet dort.
Und die Flächen beim Wassertank:
Von der unteren Wiese wurde ein Sommerflieder entfernt, der da viel zu eng stand,
und nach oben verpflanzt. So schließt sich da die Lücke am Zaun.
Unten sieht es jetzt so aus:
 
Da steht jetzt - endlich sichtbar! - ein Seidelbast. Alles licht und luftig, nicht mehr zu eng.
Alles kann sich entfalten und wachsen, wie es soll bzw. will.
Alles beschnitten, in Form gebracht.
Sogar der Sommerflieder hinter der Riesengardenie:
Und die ebenfalls da stehende rote Dracena hat auch wieder mehr "Luft".

Zwei von meinen drei Aprikosenbäumen waren von irgendeinem Pilz befallen.
Deshalb: schneiden und biologisch behandeln.

Der Lorbeerbaum wurde so gekappt, dass er das Dach nicht mehr berührt und
man auf dem Weg auch wieder gut entlang gehen kann.
Dasselbe auf der anderen Seite mit der Malve:
Wobei man da noch mal dran geht. Aber momentan blüht sie noch.
Und das sollte man nicht einfach abschnibbeln...

Ein Riesenstrauch vor dem Fenster wurde komplett entfernt -
so kann der andere sich besser entfalten (und er hat schöne rote Blüten).
 Unterhalb des Parkplatzes wurden fünf Johannisbeersträucher umgepflanzt.
Die standen vorher auf den Obstbaumterrassen so ungünstig und im Totalschatten,
dass sie da nie getragen haben. Hier werden sie nun hoffentlich gute Ernte bringen.
 Der Mandelbaum musste dran glauben - einerseits: leider.
Andererseits: Er trug nichts, zeigte nicht mal die Algarve-typische reiche Blüte.
Er war außerdem total bemoost und stand viel zu eng an allem anderen.
 Der riesige Reisig-Unkraut-Abschnitt-Haufen wurde entsorgt und nach unten gebracht.
Dort wird Zé Branco in den nächsten Wochen mal wieder ein Feuer machen...

So sehen die Terrassen jetzt aus - sauber und gepflegt, man kann gut durchgehen.
 So schaut es auf der "Palmenwiese" aus 
- also direkt neben Kiwi-Pavillon und gefliester "Hauptterrasse": 
Die haben sogar alle Blumentöpfe weggeräumt und drunter/daneben gemäht.
Kannte ich so gar nicht...
Auch die Sträucher direkt an der erkrankten Palme sind nun gestutzt.
Die beiden anderen Palmen
- eine Hanfpalme auf der ersten Terrasse und eine direkt am Parkplatz -
sind nun auch wieder sauber beschnitten: 
 "Auf Stock" gesetzt: die riesigen Oleanderbüsche, die schon eher OleanderBÄUME waren.
Sieht zwar momentan kahl aus. Aber:
Sie werden nun unten buschiger nachwachsen und bieten mehr Sichtschutz.

Nächste Woche kommen sie noch mal: "Feinarbeiten" - also Jäten und so. Vielleicht auch noch ein paar Sachen umpflanzen. Die Hortensien - es gibt noch eine Menge davon unter den Obstbäumen - kann man momentan noch nicht umsetzen: Es ist zu warm.
Auch Feige und Walnuss auf der oberen Wiese kann man erst dann schneiden, wenn sie ohne Laub sind. Das passiert aber dann im Rahmen der 14-tägigen Gartenpflege.
Im Frühjahr/Frühsommer werden dann die Zitrusbäume gestutzt.

Die Palme übrigens - die kommt am Montag dran. Das wird Zé Branco machen - so haben es Vermieter und ich vereinbart. Zé Branco bringt ein Gerüst und schneidet, wie vorgeschlagen, etwa zwei Drittel der Blätter von unten her ab. Die Krone ist noch tiefgrün und sieht gesund aus - aber genau wissen tut man's nicht. Einen Versuch ists aber wert - es wäre einfach schade, den Baum komplett zu kappen.
Fotos gibt es dann natürlich auch!

Palmen putzen

Auch Palmen möchten hübsch und sauber aussehen!
Und nachdem Sr. Orlando und seinen Mannen ja eine wirklich laaange Leiter mithatten, machten sie gleich weiter.
Die laaange Leiter wurde auf der kleinen Wiese aufgestellt.
Zwar steht die Palme auf der ersten meiner beiden Terrassen
unterhalb des "echten" Gartens.
Aber von da aus wär man nicht hochgekommen
an die unschönen, trockenen Palmwedel
 Ausrichten der Leiter
 und dann muss der schmale, dünne Baumsägen-Mann nach oben.
 Ich konnt gar nicht recht hinschauen - schauder.
 Die ersten trockenen Palmwedel fallen - und JA:
Da ist einer drunter, der sägt die grad ab.
Langsam erkennt man, wie es aussehen wird:
 
 Damit man mal sehen kann, WIE hoch das ist:
 
Schick ist sie nun, die Riesenpalme.
Dauert sicher wieder ein Weilchen, bis man da wieder ran muss.

Einen Wermutstropfen gab/gibt es:
Ich bat Sr. Orlando nämlich, auch gleich die Dattelpalme direkt am Haus zu schneiden.
Diese hier:
Das Foto ist vom vergangenen Jahr, mittlerweile hat sie mehr trockene Palmwedel unten. 

Aber Sr Orlando wollte nicht.
Weil: Der Baum sei krank, hätte den vermaledeiten Rüsselkäfer.
Es würde sich also nimmer lohnen, denn der Baum sei in zwei Jahren eh tot.
Schreck in der Mittagsstunde!
Aber ganz aufgeben wollt ich sie nicht.
Also ließ ich mal einen Gartenfachmann kommen, der sich das anschauen sollte.
Aber das ist eine neue Geschichte...