Mittwoch, 13. März 2013

Das Säubern des Pavillons

Wie gesagt: ein echter Gewaltakt.
Weil: Dschungel aufm Dach, sozusagen.
Wo fängt man da an? Wie fängt man da an? Sisyphos-Arbeit.

Nach dem um HIIIIIILFE ersuchenden Anruf bei Vermieters eilte selbige herbei:
Zé Branco und Fernando stiegen dem Pavillon aufs Geäst-Dach.
 Und werkelten mit Motorsäge und Astzange ...
 ... schmissen einen Teil des Geästs dann Richtung Tal.
 Die Herren hätten das ja gerne direkt im Pavillönsche gelassen und da dann ein lustig Feuerchen gemacht. Nur leider leider ist da direkt drunter die Fossa. Das wollten wir dann doch nicht riskieren.
 Der Rest verblieb erst mal im Pavillon.
 Und so siehts momentan noch aus.
 Und dieser Haufen an Geäst ist noch lange nicht alles:
Neben dem Pavillönsche wird sich in Kürze ein zweiter Haufen erheben:

Das wilde Geäst war/ist übrigens Kiwi. Stark tragend, dieses Jahr wohl nicht, aber die Früchte hingen eh so hoch oben, dass man nimmer dran kam.Jetzt ist möglicherweise für dieses Jahr keine Ernte zu erwarten - werde ich ja sehen. Aber das kann ich verschmerzen - weil Pavillönsche ist so viel schöner und hat vor allem tollen Blick ins Tal.

Es tut sich wieder mal was...

... und zwar in der Nachbarschaft, der direkten. Das Haus "unterhalb" von meinem nennt sich "Casa Leone", und wie es das Schicksal, der Zufall oder was auch immer es wollen: Die Nachbarn dort sind zurück nach Deutschland. Die Vermieter baten mich, ob ich denn so freundlich sei und das Haus mal im Forum/Internet vorstellen könne, man brauche ja nun einen Nachmieter.

Zwei Tage später - das Ganze hat sich bereits vor ein paar Wochen, Mitte Januar, zugetragen - hab ich die Casa Leone dann besichtigt. Ok, im Garten und ums Haus herum war ich schon vorher geschlichen... nicht dass ich neugierig wär. Ich doch ned.

Kurzum: Ich habe mich aber sowas von verliebt in das Haus. Alles kuschelig irgendwie. Und trotzdem großzügig. Große Süd-Südwest-Terrasse, aber auch ein kleiner Pavillon gegen Westen und eine Riesenwiese gegen Osten. Und Terrassen mit Obstbäumen zuhauf: Orangen, Mandarinen, Clementinen, Grapefruit, Tamarillo (das sind Baumtomaten), Avocados und und und und. Man blickt momentan noch gar nicht durch, was da alles so am Blühen und Gedeihen ist. Zum Haus selbst gehören "nur" zwei Obstwiesen-Terrassen, aber selbst da wird der Gärtner tätig werden und Gemüsebeete für mich anlegen. Ich freu mich schon narrisch. Werd ich also wieder Gemüse- und diesmal auch Obst-Selbstversorger!

Das absolut Tollste: Die Vermieter lassen das alles komplett renovieren. Innen und außen, und außen wird auch alles alles neu gemalert. Da ist z.B. ein Schuppen dran, da meinte ich als Vorschlag, ob man vielleicht die Türe erneuern und dann gleich breiter machen könne, dann hätt' ich eben perfekt das Feuerholz auch nah am Haus untergebracht. Nein, kam als Auskunft. Täte den Vermietern echt leid, aber sie würden da lieber ein Wohnzimmer dran bauen. WOW.

Es gibt keinen "richtigen" Pool mehr, dafür aber ein Wasserbecken, das es an heißen Sommertagen genauso tut. Da kommt sogar jetzt im Zuge des Umbaus eine gemauerte Treppe rein.
Im Haus ist übrigens ein Grundofen - und der steht so günstig, dass sowohl der Wohnraum und die Wohnküche damit beheizt werden, aber auch im Dachgeschoß mein künftiges Schlafzimmer und - Wink mit dem Zaunpfahl! - das Gästezimmer.
Hier mal ein paar Fotos.
 Hausrückseite nach Osten - Südosten
 Eingang von der Terrasse aus - Wohnzimmer und (rechts) Küche
 "Haupteingang" ebenerdig, oben das Gästezimmer
 eine der Wiesen, die nach Südwesten - Blick auf Monchique
 Südwesten - Blick auf den Foia
 die große Terrasse vor dem "Hintereingang", rechts geht's runter in den Obstgarten
 kein Pool, aber ein Wasserbecken.
Man beachte den besonders chicen Löwenkopf, wo das Wasser raussprudeln wird
 Treppe von der Ostwiese zum Wasserbecken und auf die Südterrasse
 Hier nochmals der Löwenkopf und die Rückseite des Hauses (nach Osten)
 Pergola zum Weg auf die Obstgarten-Terrassen

An diesem Pavillönsche war heut der Gärtner zugange:
Und das war ein Akt. 
Da ist seit JAHREN nix mehr be- und geschnitten worden. 
Gärtner war am Verzweifeln, trotz Motorsäge.
Ich hab dann Vermieters angerufen und um Hilfe gefleht. 
Aber das ist ein extra Posting wert...

Dienstag, 29. Januar 2013

"Banco alimentar" am Picota

Anruf gestern am Spätnachmittags.
Unbekannte Nummer. Es stellt sich heraus: rowi ist dran.
Unser Pilzkundiger und vor allem: exzessiver Pilzsammler.

Er hätte, so teilt er mit, mindestens 1 Kilo frische Pfifferlinge. Aber seine liebe Frau weigert sich, schon wieder... und auch die Nachbarn hätten sich irgendwie pfifferlings-satt gegessen.
Ob ich nicht nach Portimão... ich lehne ab, sehr bedauernd, aber es passt leider gar nicht.
Aber ich gebe rowi den Tipp:
"Einfrieren!"
"Das schmeckt aber nicht!"
"Doch", sage ich. "Pilze putzen und mit Zwiebelchen und Butter (oder Speckwürfelchen) leicht glasieren und dann einfrieren. Schmeckt leckerst!"

Ich weiß das daher, weil ich in Deutschland einen guten Freund hatte, der sich - bei Baden-Baden lebend - jedes Jahr aus dem bayerischen Wald so zehn bis 20 Kilo Pfifferlinge kommen ließ.
Die kann man beim besten Willen nicht alle auf einmal verputzen.
Also haben wir nur geputzt und dann portionsweise eingefroren.
"Okay", meint rowi. "Probieren wir aus!"

Anruf heute vormittag. Nummer erkenne ich wieder, denn: Hab ich gestern eingespeichert.
rowi teilt mit: "Pilze sind geputzt, aber einfrieren geht nicht, weil haben wir im Kühlschrank keine Möglichkeit."
Aber: Sie seien praktisch bereits unterwegs und brächten die Pilze mit.
rowi bittet um genaue Hinweise, in welcher Straße am Picota er einbiegen muss, um die Pilze zu liefern.
Selbstverständlich gebe ich liebend gerne Anfahrtstipps.

Knappe Stunde später sind sie da. Samt Beppo, der erst mal das Gelände erkundet, Jenny leicht irritiert links liegen lässt und dann nach Spielbällen sucht (und fündig wird, aber er kann sie nicht tragen, weil sie zu groß sind. Beppo ist nämlich gegen Jenny ein Zwergerl.)

 Jedenfalls ging es dann so weiter:
1 große Zwiebel fein würfeln und dann in Butter glasig dünsten.
Pfifferlinge dazu - Spende (Banco alimentar) N° 1
 Separat Speckwürfel anbraten - gibt (noch) besseren Geschmack.
 Pfifferlinge samt Zwiebeln ablöschen - mit dem hier.
Davon hab ich mir dann auch beim Essen ein Glaserl gegönnt.
  Ein lieber Freund aus Deutschland hatte mir zu Geburtstag/Weihnachten ein süddeutsches Care-Fress-Paket zukommen lassen. Darin enthalten:
Spende N° 2 - Nudeln. 
Also: Salzwasser aufsetzen und Nudeln ins kochende Wasser tun.
Die Nudeln kochen vor sich hin. Also Zeit genug, um
die gebratenen Speckwürfel zu den Pfifferlingen zu geben. 
Mann - das duftet vielleicht lecker.
  
Für eine richtige Soße braucht's natürlich noch was - klar. 
Ich nehme da gerne statt Schmand, den man hier schlecht bekommt, einen guten Esslöffel voll Frischkäse. 
Schmeckt leckerst und macht schöööööne Soooooße
 Und so wird es dann angerichtet...
 ... und auf der Terrasse inner Sonne mit einem Glaserl des Vinho Verde serviert.
"An guadn!", sog i.
 "An guadn..." hab ich gehabt, wie der saubere Teller beweist.
 Chica bedanket sich artig für die Futterspenden. Und weiß jetzt:
Banco alimentar (für nicht Portugalkenner: Das entspricht in etwa der "Tafel" in Deutschland), gesponsert von rowi und Freund Otto aus Bayern, ist optimal!

Dienstag, 25. Dezember 2012

Ein schöner Geburtstagsabend

Das Wetter hat mitgespielt:
knallblauer Himmel.
Sonne satt.
Temperaturen bis zu 16 Grad (PLUS!).
Okay, das haben sie in der normalerweise um diese Jahreszeit kalten Heimat derzeit auch, aber da isses die Ausnahme.

Muttern war wie immer die erste Gratulantin, weil über alle Zeitgrenzen hinweg: Ich bin um 9.20 Uhr in Deutschland geboren, und da ruft sie an. Immer. Ganz egal, obs da bei uns in Portugal ne Stunde früher ist. Mittlerweile hab ich mich drauf eingestellt, und in meinem Alter feiert man ja auch nicht mehr "bis in die Puppen" in den Geburtstag rein.

Abends war es dann sehr schön: Wir waren im "O Fatana" essen und Sandra samt Koch haben sich selbst übertroffen:
entradas vom Feinsten - kleine Fischlis sauer eingelegt,  gegrillte chouriço, morcela (das ist die hiesige Blutwurst, die angebraten serviert wird), eingelegte azeitonas (Oliven) und cenoura com cebola e alho (das sind leckere Karottenscheiben mit Zwiebeln und Knofi). Natürlich auch Käse und Thunfischpaste und Sardinenpaste und frisches Brot.
Als Hauptgericht gabs für mich 
javalí ensopada (geschmorte Wildsau) mit Kastanien 
dazu natürlich meinen heißgeliebten migas
(für Bayern: gebratener Semmelknödel mit Knofi satt und frischen Koriander drinne - einfach oberlecker!) 

Und am Schluss - als Geschenk des Hauses - das hier:


Kein Wunder, dass ich mich gefreut hab wie Schneekönigin ohne Schnee: 

Dann musst ich den Kuchen anschneiden und natürlich verteilen:
 Wolfgang trinkt sich lieber einen ...


 Ein schöner Geburtstag, mit guter Laune trotz des hohen Alters. 
 
Das neue Jahr kann kommen!

Freitag, 14. Dezember 2012

Die Sache mit dem Leberkäs...

... so manches vermisst man ja nun nicht jeden Tag, wenn man fern von Bayern lebt.
Aber dann gibt es so Tage ... da schreibt ein Freund im Forum, bei aldi hätten sie jetzt Leberkäs. Und: "der Leberkäs macht ihn nervös". Er hätt sich schon mal eben 10 Exemplare gesichert.
Und da merkte ich: sabber sabber.
Das Ergebnis?
Tja.
So schaut er aus - von oben
 So schaut er aus - von der Seite
 So schaut er aus - geöffnet
 nu isser im Ofen und gart vor sich hin
 es fängt an zu duften
 der Hund steht bereits neben mir und sabbert ebenfalls
 hmmmmmmm
 das Schöne: viiiiiiiel Kruste!
 das noch Schönere: Teststückchen ergab - leggerst!
und glücklicherweise hab ich auch n Bierchen dazu.
An guadn, sog i.

Montag, 24. September 2012

Verheerender Großbrand im Portimão Retail Park

Ich hatte es gestern früh schon über Facebook erfahren, mein Holzlieferant, der auch bei der frewilligen Feuerwehr ist, hat es mir dann am Sonntagnachmittag bestätigt:
Der Retail Park in Portimão ist praktisch komplett ausgebrannt. Sieben große Supermärkte - von Lebensmitteln (Continente) über Haushalts- (DeBorla) und Bürobedarf (Staples) bis hin zu Sportartikeln (Decathlon) und Haus/Heimwerkermarkt (AKI) sowie Elektrogeräte (Rádio Popular) und einem Möbelgeschäft (Moviflor): alles weg!
Übrig blieb lediglich die Restaurantzone und glücklicherweise (!) die Tankstelle: wenn die in die Luft geflogen wäre - na danke.



Und so sieht es nach dem Brand aus:

Sonntag, 24. Juni 2012

Wer einen Gartenteich hat...

... hat leider auch Mücken. Lästig. Sehr lästig. Vor allem, wenn man/frau laue Sommernächte unterm Sternenhimmel genießen will. Das ist hier am Picota nämlich möglich, weil hier - im Gegensatz zum Häuschen in Azóia - keine lästigen hellleuchtenden Straßenlampen den Blick auf die Milchstraße verderben.
Die Mücken und ihre Stecherei allerdings... ach nöööö.
Da fiel mir ein: Vor vielen Jahren, bei einem Thailandbesuch, da hatten die solche Spiralen. Die wurden angezündet, kokelten dann etliche Stunden vor sich hin - und keine Mücke ward mehr gesehen.
Wofür gibt's ebay? Genau.
Da wurde ich fündig, und sogar zu einem einigermaßen vernünftigen Preis.

So sehen die Dinger aus - wenn sie aus Thailand dann endlich angekommen sind:
Ausgepackt - jeweils zwei Spiralen ineinander "verschachtelt" 

 Natürlich hab ich 4 zerbrochen, bis ich raus hatte bzw. mich wieder erinnerte... 
... wie man's macht, dass es dann so aussieht.
Irgendwie gefiel mir das Ganze trotzdem noch nicht so recht. Richtig dekorativ ist das ja nun nicht: 
einfach so ein kleiner Metallpin und da die Spirale drauf. 
Abgesehen davon, dass die Asche auf dem Tisch zu finden ist. 

Erste Variante: Man stellt das Ganze auf einen alten Teller. Okay. Aber noch nicht DIE Lösung.
Zweite Variante: Ich hab doch mal geraucht. Da müsste doch noch ein großer Aschenbecher... 
Okay. Aber noch nicht DIE Lösung.

Drittens: nochmals suchen bei Ebay. 
Da gibt es wunderschöne Behälter in Metall aus Japan - leider ein bisschen teuer. Oder aus Keramik - noch teurer. Sogar eine Vintage-Blechdose, echt antik aus Thailand war im Angebot. Die teuerste.

Viertens: meine Idee. 
Wofür hab ich eigentlich von einem Kunstgewerbeladen an der Algarve vor vielen Jahren dieses Keramikdingens mitgebracht?! Steht jetzt dumm rum, weil Kerze rein geht nicht.
Wofür hab ich ca. 40 chinesische Essstäbchen, die ich nie benutze?!
Und diesen kleinen weißen Aschenbecher, der genau in dieses Keramikdingens passt?!
Genau: Selbst ist die Frau.
È voilà:  
 Sieht schön aus - finde ich. Irgendwie japanisch-asiatisch in der Anmutung ;)
Lässt nach allen Seiten den für Mücken feindlichen Duft entweichen (der mich an Räucherstäbchen erinnert).
Kann man "umhängen" je nach Windrichtung.

Mal schauen - vielleicht fahr ich morgen schnell runter in den großen artesanato und hol mir noch ein zweites "Keramikdingens", das ich dann umfunktioniere (Essstäbchen sind noch viele da) - und dann kann ich die bösen Mücken von beiden Terrassenseiten fernhalten.