Ich hab's ja gestern schon angedeutet: Senhor Sancho hatte in den vergangenen Tage zweimal ein Date mit unserer Monchiquenser Tierärztin, Dra Ana Silva
Diesmal nicht wegen irgendwelchen Allergieproblemen, sondern wegen seiner süßen Öhrchen. Die schienen nämlich ganz arg zu jucken, so sehr, dass Seine Hoheit nicht nur ständig den Kopf schütteln musste, sondern er kratzte sich auch heftig und so langanhaltend, dass er quiekte und sogar blutig war.
Also: Donnerstagabend Termin in der Clínica veterinária von Monchique.
Im Sprechzimmer wurde Senhor Sancho zunächst dem üblichen Kurzcheck unterzogen. Als Dra Ana in seine Ohren blicken wollte, zeigte er sich jedoch äußerst unkooperativ: Er kreischte wie ein Ferkel, zappelte herum, aber es nützte ihm alles nichts. Sowohl Dra Ana wie ich waren heilfroh, dass draußen keine weiteren tierischen Patienten samt Frauchen/Herrchen warteten. Die hätten sicher die Flucht ergriffen!
Des Senhors Diagnose stand schnell fest: Mittelohrentzündung an beiden Hundeohren. Antibiotikum für 10 Tage, Antihistamin für 4 Tage. Erneute Untersuchung nach den vier Tagen, also montags.
Es war recht leer, als Senhor Sancho mit Frauchen das Etablissement am Montagmittag betrat. Allerdings erregte eine schwarze Katze seiner Hoheit Unwillen - er äußerte lautstark, dass er solches Getier nicht in seiner Gegenwart dulde. Die Katz' nahm es gelassen, blickte ihn hochmütig an, ging aber ihrer Wege.
Dra Ana war durchaus zufrieden, meinte aber, Ohrentropfen seien als Therapie angebracht. Zwei Möglichkeiten taten sich auf: entweder 1 Behandlung jetzt in der Praxis und dann nach 14 Tagen hoffentlich alles ok (Preis ca. 55€). Oder 7 Tage lang täglich 1x (für 23€) Tropfen ins Ohr.
Zunächst neigte ich der Einmal-Behandlung zu, dachte mir dann aber: Seine Hoheit MUSS lernen, Frauchen und Fachpersonal an seine Ohren zu lassen. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass er bereits ferkelartig zu kreischen und quieken beginnt, wenn man noch zehn Zentimeter von seinen Ohren entfernt ist. Dra Ana nennt sowas Angeber, ich sag "hysterischer Hypochonder" dazu.
Die erste Dosis war noch Dra Ana vorbehalten - mit der üblichen lautstarken Geräuschkulisse.
Die heimische Behandlung zeigte nach und nach Verbesserungen. Heute - an Tag 4 - ließ Senhor Sancho seine Ohrenbehandlung daheim völlig geräuschlos mit gottergebenem Blick über sich ergehen. Wirklich brav!
Ich bin immer wieder stolz auf Seine Hoheit, wie gut er sich allen möglichen Situationen anzupassen vermag. Dass er's anders versucht, ist ja im Grunde okay... Nach dem furchtbaren Stress pennt er gerne auf "seinem" Sessel.


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