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Freitag, 1. Mai 2026

Senhor Sancho lernt dazu

Ich hab's ja gestern schon angedeutet: Senhor Sancho hatte in den vergangenen Tage zweimal ein Date mit unserer Monchiquenser Tierärztin, Dra Ana Silva

Diesmal nicht wegen irgendwelchen Allergieproblemen, sondern wegen seiner süßen Öhrchen. Die schienen nämlich ganz arg zu jucken, so sehr, dass Seine Hoheit nicht nur ständig den Kopf schütteln musste, sondern er kratzte sich auch heftig und so langanhaltend, dass er quiekte und sogar blutig war. 

Also: Donnerstagabend Termin in der Clínica veterinária von Monchique.

Im Sprechzimmer wurde Senhor Sancho zunächst dem üblichen Kurzcheck unterzogen. Als Dra Ana in seine Ohren blicken wollte, zeigte er sich jedoch äußerst unkooperativ: Er kreischte wie ein Ferkel, zappelte herum, aber es nützte ihm alles nichts. Sowohl Dra Ana wie ich waren heilfroh, dass draußen keine weiteren tierischen Patienten samt Frauchen/Herrchen warteten. Die hätten sicher die Flucht ergriffen!

Des Senhors Diagnose stand schnell fest: Mittelohrentzündung an beiden Hundeohren. Antibiotikum für 10 Tage, Antihistamin für 4 Tage. Erneute Untersuchung nach den vier Tagen, also montags.

Es war recht leer, als Senhor Sancho mit Frauchen das Etablissement am Montagmittag betrat. Allerdings erregte eine schwarze Katze seiner Hoheit Unwillen - er äußerte lautstark, dass er solches Getier nicht in seiner Gegenwart dulde. Die Katz' nahm es gelassen, blickte ihn hochmütig an, ging aber ihrer Wege.

Dra Ana war durchaus zufrieden, meinte aber, Ohrentropfen seien als Therapie angebracht. Zwei Möglichkeiten taten sich auf: entweder 1 Behandlung jetzt in der Praxis und dann nach 14 Tagen hoffentlich alles ok (Preis ca. 55€). Oder 7 Tage lang täglich 1x (für 23€) Tropfen ins Ohr.

Zunächst neigte ich der Einmal-Behandlung zu, dachte mir dann aber: Seine Hoheit MUSS lernen, Frauchen und Fachpersonal an seine Ohren zu lassen. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass er bereits ferkelartig zu kreischen und quieken beginnt, wenn man noch zehn Zentimeter von seinen Ohren entfernt ist. Dra Ana nennt sowas Angeber, ich sag "hysterischer Hypochonder" dazu.

Die erste Dosis war noch Dra Ana vorbehalten - mit der üblichen lautstarken Geräuschkulisse. 

Die heimische Behandlung zeigte nach und nach Verbesserungen. Heute - an Tag 4 - ließ Senhor Sancho seine Ohrenbehandlung daheim völlig geräuschlos mit gottergebenem Blick über sich ergehen. Wirklich brav!  

Ich bin immer wieder stolz auf Seine Hoheit, wie gut er sich allen möglichen Situationen anzupassen vermag. Dass er's anders versucht, ist ja im Grunde okay... Nach dem furchtbaren Stress pennt er gerne auf "seinem" Sessel. 



Mittwoch, 29. April 2026

Der gscheite Senhor Sancho

Senhor Sancho ist nicht nur - wie man zB hier nachlesen kann:  - ein tapferer Hund. Er ist intelligent. Sogar sehr "gscheit", wie wir in Bayern sagen würden. Und er lernt schnell. Sehr schnell.

Ich habe ja unten auf meiner zweiten Obstbaum-Terrasse, wo auch der wahrlich riesige und äußerst fruchtbare Avocadobaum steht, ein kleines Holz-Zaun-Törchen. Das war vor ein paar Wochen von den Gärtnern repariert worden. Weil das Leben eines Holzpfostens halt nicht ewiglich dauert und bei unseren sehr feuchten und im vergangenen Winter extrem nassen Wetterverhältnissen sowas nach ein paar Jahren gerne mal verrottet.
Gesichert hatte ich das Törchen mit einem Sperrhaken, damit man leicht rein- und rausgehen kann. 

Was ich leider nicht bedacht hatte, ist des Senhors Fähigkeit, sich schlangengleich durch einen relativ schmalen Spalt zu winden, um die Freiiiiiiheit in der weitläufigen Horta meiner Vermieter zu genießen. Mir fiel nur vor ein paar Tagen auf: Wenn ich Seine Hoheit rufe, dauert es denn doch relativ lang, bis das Tier freudig wedelnd vorm Haus steht. Am Sonntag gar begehrte der Senhor Einlass am "ordentlichen" Tulpentor. Wie war er nur dorthin gekommen? 

Ich befürchtete schon wildschweinische Angriffe auf meinen Gartenzaun... entdeckte aber schnell, dass Senhor Sancho kein Loch gefunden, sondern sich durch den Spalt unterhalb des Sperrhakens geschlängelt hatte.

Kein Problem - Sperrhaken sind in meiner Werkzeugkiste immer vorhanden. Brachte ich eben einen zweiten an, etwa 30 cm über dem Boden. Einen halben Tag war Ruhe. Mag einer gewissen Müdigkeit Seiner Hoheit geschuldet sein, denn er hatte am Donnerstag und Montag jeweils ein Date mit unserer Tierärztin (dazu schreib ich noch was!).

Gestern Morgen allerdings: Der Senhor war verschwunden, wieder mal. Nun weiß ich ja: Er kommt stets zurück, denn er hat viel zu viel Panik, dass ihm Essen und Bett und Streicheleinheiten nicht mehr zur Verfügung stehen könnten. Nach dem dritten Mal Pfeifen und Rufen sprang er fröhlich herbei. Aus Richtung der Obstbaumterrasse, die ihn sonst überhaupt nicht interessiert. 

Meine Recherche ergab: Das intelligente Tier hatte erkannt, dass man einen Sperrhaken, der zu tief und damit im Bereich hündischer Kopfhöhe angebracht ist, problemlos mit der Nase hochheben und danach das nachbarliche Gelände weiterhin erkunden kann. Jetzt kommt aber eine Kette dran. 

Seine Hoheit ging natürlich mit nach unten, als Frauchen sich mit Kette auf den Weg machte. Die baulichen Veränderungen interessierten ihn scheinbar nicht. Zumindest tat er völlig uninteressiert. Ich vermute allerdings, dass er den nächsten Ausbruch bereits plant. Bin gespannt, was er sich jetzt einfallen lässt...


Des Senhors überragende Intelligenz zeigt sich übrigens auch daran, dass er genau unterscheiden kann (das konnten - oder wollten? - weder Satansbraten Bela noch Madame Jenny), von wo aus ich rufe. 
Die beiden Damen wollten stets an demselben Tor eingelassen werden, durch das sie entwischt waren. Was bei Regen und rutschigen Boden eher ungut war für meine Gehbehinderung.

Senho Sancho dagegen? Schaut kurz unten am geschlossenen Ausbruchs-Törchen vorbei, ob's vielleicht noch offensteht. Wenn nicht, weil ich oben am Tulpentor stehend nach ihm rufe, dauert es 10 Sekunden, bis er ums Garteneck gerast kommt und königlich durchs Haupttor schreitet.

Update: Senhor Sancho hat's tatsächlich geschafft, sich am Boden entlang und durchs mit Kette verschlossene Törchen zu schlängeln.  Raus kam er, rein allerdings nimmer. Von außen war die Kette nämlich nicht mehr so leicht zu überwinden. 😃
Nachdem ich also eh runter musste, um Seine Hoheit wieder einzulassen, hab ich die Gelegenheit genutzt, um weitere Ausbruchsversuche zu unterbinden. Mittels Kette und Kabelbinder direkt am Boden und dann der Weiterführung der Kette nach oben und einem Karabinerhaken. 
Kuckt ihr:

Samstag, 10. Mai 2025

Senhor Sanchos "Zweijähriges"

Genau zwei Jahre ist's heut her, dass Senhor Sancho in sein neues Königreich eingezogen ist. 


noch im Tierheim


erster Tag/erste Stunden in der Casa Leone

 
Spielen am Pool mit dem geliebten blauen Hai
Ein toller Hund. Mein Glückshund.

Freitag, 14. März 2025

Senhor Sanchos neuer Thron

Senhor Sancho hat seinen neuen Thron eingenommen.

Und ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass Seine Hoheit da nicht sitzen mag.

Update: Die als Schutz für das alte Möbel gedachten Flickenteppiche sind dem Herrn nicht genehm. Da müsste man, meint der Senhor, zu viele Male Kreise ziehen bzw. trampeln, bis man sich in Ruhe niederlassen kann. Seufz.

Mittwoch, 19. Februar 2025

Oma hat sich geirrt!

Meine Großmutter war einer festen Überzeugung, die sie als lebenslange Hundebesitzerin gerne und immer wieder kundtat: "Nur ein völlig ausgehungerter Hund nimmt trocken Brot zu sich!"

Oma, du hast nicht recht gehabt bzw. hast leider Senhor Sancho nicht kennenlernen dürfen!

Da geht Frauchen heute Abend in die heiße Badewanne, lässt zwei Körnerbrötchen auf der Küchentheke - OHNE was drauf, ich bin ja lernfähig und nicht völlig verblödet und außerdem aus Erfahrung klug geworden. 

Und eben, nach Robert Habecks TV-Polittalk, geh ich in die Küche... nur noch eines da. 

Harmlos scheinende Blicke Seiner Hoheit täuschen nicht darüber hinweg, dass er der Broträuber ist.

Und nein! Er hat tagsüber NICHT hungern müssen. Es gab getrocknete 2x Hühnerfüße und 2x Hunde-Zahnputz-Sticks und normales Mittagsfutter und er durfte sogar den Rest der Pilzsauce auslecken, der von Frauchens Mittagsmahl übrig war. 

OK, ein Körnerbrötchen reicht mir zum Abendessen, das zweite war eh für morgen früh gedacht. 

Mit strafendem Blick auf den Senhor setze ich mich gemütlich mit Tee und einem lecker Schinkenbrötchen nieder. Und was tut das Untier?!
Es schleppt aus seinem Korb die äußerlich völlig unversehrte Beute herbei und legt sie mir zu Füßen. Genauso wie die tote Maus, die der Senhor mir letzthin auf der Gartenterrasse dargebracht hat. 

Es ist völlig klar, dass Seine Hoheit genauestens abwägt: "Trockenes Brötchen oder lieber Schinkenbrötchen?" SEINE Entscheidung ist offensichtlich. Allerdings leider nutzlos und damit vergebens. Frauchen bleibt hartherzig.

Sooo unschuldig kann Senhor Sancho gar nicht dreinschauen...

Samstag, 25. Januar 2025

Der Senhor und die "gebadete Maus"

Der Senhor hats geschafft. Er hatte sich nachmittags irgendwo im Dreck gewälzt oder er musste seinen Ball im umgegrabenen Beet suchen.., Jedenfalls war der halbe Rücken Seiner Hoheit vom Fell her ganz verklebt. Ein Bad war also angebracht und angesagt. Zwar betritt Senhor Sancho das Badezimmer ohne zu zögern - allein schon, damit er Frauchen nicht und niemals aus den Augen verliert. In die Wanne aber geht er - weil's bisher erst einmal passiert ist - freiwillig nicht rein. Also hab ich ihn reingehoben. 

Ich sah nach vollbrachter "Arbeit" mehr wie eine "gebadete Maus" aus als er: Denn mir ist der Duschkopf aus der Hand gerutscht und hat - natürlich! - in die richtige Richtung gestrahlt. Aber ich wollte ja heut eh Haarewaschen...

Senhor Sancho stand brav und zitternd mit eingezogenem Schwanz in der Wanne und hat sich abbrausen und schamponieren lassen. Ohne zwischendurch Ausbruchsversuche zu unternehmen. Ich konnte ihn sogar nach vollendetem Bad rechtzeitig - also vor dem Igitt-Wasser-an-meinem-Körper-da-schüttel-ich-mich-doch-mal-ausgiebig - in ein altes Badelaken hüllen. 

Seine Belohnungen hat er gerne einkassiert bzw. eingeatmet: 1x Hühnerfuß,1x Dentalkaustick und 1x Kuhhuf. Danach saß er feucht auf seiner Fensterbank. Raus wollte er nicht, er hoffte wohl auf weitere Belohnungen. 

Das Filmchen ist von seinem ersten Bad vor eineinhalb Jahren - da sah er ähnlich aus...

Mittwoch, 22. Januar 2025

Weltuntergang...

Heute Nacht war echt "Weltuntergang": Es schüttete, Sturmböen rüttelten an Bäumen und Haus. Kurz vor Mitternacht gab's auch noch Gewitter, und das ziemlich lange. Sogar dem Senhor war's nicht recht geheuer. Erst verbellte er den Donner, dann entschied er: "Frauchen, bitte ins Bett und kuscheln! Draußen ist's so gruselig."

Nachdem mein Bett bereits vorgewärmt war - kluge Frau hat schon nach dem ersten Winter in Portugal vor vielen, vielen Jahren vorgebaut und Wärmedecke fürs Bett gekauft -, kam ich Senhor Sanchos Wunsch nur zu gerne nach. Er ist ja offiziell anerkannter "Wärmehund" (besser als jede Wärmflasche, die ja nach und nach kalt wird), schnarcht nicht und wacht nicht mal auf, wenn Frauchen ihn wegen eigener Platzbedürfnisse rigoros zur Seite schiebt. Seine Hoheit ist nämlich der Meinung, dass ihm mindestens die Hälfte des 160-cm-breiten Bettes zustehe. Ich sehe das naturgemäß anders, vor allem, wenn ich schlafen und nicht mehr lesen will. 😃

Viel Schlafen war in dieser Nacht allerdings eh nicht: Das Gewitter war mit Pausen um 3 Uhr nachts noch zu sehen und zu hören, der Starkregen ist zwar, wenn man eingekuschelt warm im Haus ist, erträglich; aber ich machte mir langsam schon Gedanken, ob's nicht doch irgendwo reinregnet. Das hatten wir nämlich schon mal: Wenn starker Wind aus der "richtigen" Ecke bläst, drückt es das Wasser durchaus ins Haus. Ist bisher nur ein-, zweimal passiert, seit ich hier wohne. Aber eben stets bei solchen Witterungsbedingungen. 

Der Strom flackerte auch ein paar Mal - und ich sah mich schon wieder im strömenden Regen nach draußen wandern. Aber diesmal hielt alles. Ich hab nur sicherheitshalber gleich das Handy zum Laden eingestöpselt...

Anbei noch ein paar Fotos - ich will niemandem des Senhors neuesten Spleen nicht vorenthalten: Bei diesem unwirtlichen Wetter, bei dem er ja so gar nicht raus möchte, steht er melancholisch starrend an der Terrassentür, legt sich sogar hin, um trübsinnig in den Regen zu schauen: 

  

Kein Ballspielen heute - Regen ist doof!

Samstag, 14. Dezember 2024

Senhor Sancho und Freitag, der Dreizehnte

Wer hier mitliest, weiß ja schon: Senhor Sancho ist kein guter Krankenpfleger. Das zeigte sich bei Bela, und heute Nacht und heute Morgen wäre es bei mir wirklich mal nötig gewesen...

Gestern hatte nämlich der "Fluch vom Freitag den 13." zugeschlagen. Ich eilte glücklich zum Postamt, denn endlich war die Benachrichtigung im Briefkasten, dass mein Führerschein da sei. Leider bin ich beim Rausgehen dem leicht nassen, spiegelglatten und abschüssigen Kopfsteinpflaster ausgerutscht und hab mich "hingelegt".
Und weil's gar so schön war, beim Betreten des mittäglichen Lokals dasselbe gleich nochmal: Da ist eine extrem hohe Stufe und das mag mein Knie nicht.

Zuhause hab ich mich erst mal gepflegt. Zwar fühlte ich mich, als ob ich unter einen LKW gekommen wäre. Aber trotzdem schien alles gar nicht sooo schlimm: Im Wohnzimmer war es muckelig warm; in eine Decke eingehüllt schaute ich ein paar Folgen einer meiner Lieblingsserien ("Outlander") 

Der Senhor ruhte auf meinem Schoß. Da durfte er rauf, nachdem er eine Zeitlang mit Frauchens Nichtachtung bestraft worden war: Nicht nur hatte er nämlich wieder mal das Wohnzimmer "umdekoriert" während meiner Abwesenheit, sondern er klaute auch ein Stückchen des "Christbaumbrotes", das beim leckeren Mittagessen bei den Grumpymamas Monchique übriggeblieben war. Beim Diebstahl ertappte ich ihn auf frischer Tat - deshalb die Strafe.

Trotz der beiden Stürze schien es mir gut zu gehen. Bissle angeschlagen, aber keine großen Schmerzen. Bis nachts um 2 Uhr - da wachte ich auf und hörte die sprichwörtlichen Englein singen: Auf der linken Rückenseite bis nach vorne in die Brust tat es dermaßen weh, dass ich wirklich fast verzweifelt bin. Zum Medizinschränkchen mit Paracematol waren es zehn Meter zu gehen, und wie ich das geschafft hab, weiß ich echt nicht.

Der Senhor war an meinem Leid uninteressiert, dachte aber: "Wenn Frauchen schon mal auf ist, könnte ich doch als Nach-Mitternachts-Snack eine getrockneten Hühnerfuß erbetteln!" Und bevor Seine Hoheit stundenlang im Bett seine Kreise dreht, gab ich diesem Ansinnen nach.

Geschlafen hab ich trotzdem kaum: Jede Bewegung tat richtig weh, und ruhig auf dem Rücken liegend kann ich bestenfalls leicht eindösen, sicher aber keinen geruhsamen Schlaf finden.
Senhor Sancho steht um 8 Uhr auf - völlig egal, ob Frauchen noch pennen will oder sich lieber nochmals umdreht. Normalerweise mach ich einfach die Türe in den Garten auf - aber bei knapp über Null Grad im Winter ist das wenig empfehlenswert.

Wegen der Schmerzen ist's also kein Wunder, dass ich bereits kurz vor 8 Uhr Kontakt zur lieben Lisa aufnahm - Exnachbarin und vor allem (das war heute viel wichtiger!) Orthopädin. Sie kam noch vormittags zum Hausbesuch und gab glücklicherweise Entwarnung: kein Rippenbruch, aber eine ziemliche Rippenprellung. Medis brachte Lisa mit, war noch so freundlich, auf meine Bitte den Ofen anzuheizen und vor allem Senhor Sanchos Futtersack aus dem Kofferraum zu hieven. Das traute ich mir trotz Drogenkonsum einfach nicht zu.

Mittlerweile geht's mir einigermaßen. Sicherheitshalber hab ich mir einen großen Topf meiner Zwiebel-Tomaten-Suppe gemacht, damit ich in den kommenden Tagen nix kochen muss. Lecker Roggenbrot (von den Grumpymamas) mit Bütterchen dazu - das passt. Vinho tinto fällt weg, wegen der Medikamente, so wird es also Ingwertee. Und der Senhor muss mindestens einen Tag/Abend ohne Frauchens Schoß auskommen... 

Donnerstag, 5. Dezember 2024

Senhor Sancho findet seine Meisterin

Seit Montag sind die neuen Nachbarn in da house, und die haben eine große weiße Hündin namens Sakura. Wir beschlossen, den sonnigen Tag zu nutzen und eine gegenseitige Vorstellung bzw ein Sich-Bekannt-Machen der Herr- und Damenschaften zu ermöglichen. Auf neutralem Gelände, vor dem nachbarlichen bzw. meinem Tulpentor. 

Senhor Sancho führte sich bei noch geschlossenem Tor wenig gastfreundlich auf: wüstes Gebelle, gesträubtes Fell und Geknurre à la "alles meins hier, geh weg, ich bin der King".

Madame Sakura kam gemächlichen Schrittes durchs nachbarliche Gartentor gewandelt; ich möchte fast sagen, mit königlichem Gang. Würdigte den Senhor eines kurzen Seitenblicks, markierte an SEINEM Oleander und zeigte ansonsten wenig Interesse an seinem hysterischen Gebaren. Beschnüffeln ließ sie sich, zeigte sich aber nicht so enthusiastisch, wie Seine Hoheit das wohl erwartet oder erhofft hatte.

Der Senhor flüchtete daher durchs Tulpentor zu Frauchen. 

Ich möchte nicht direkt sagen "mit eingezogenem Schwanz", aber jedenfalls keineswegs mehr so aufmüpfig wie anfangs. 

Die Königin zog sich wieder in ihr Reich zurück, der Senhor stürmte sofort hinaus und markierte die beiden Stellen, an denen sie gepinkelt hatte. Danach ging er in Richtung des Gemüsegartens meiner Vermieter auf Erkundung. Nicht sehr lange, und er kehrte beinahe mustergültg auf Zuruf wieder ins heimische Gelände auf der Casa Leone.

Wir haben jetzt beschlossen, in den nächsten Tagen weitere Versuche einer friedlichen Zusammenkunft zu wagen.

Danach dann wieder dieser Blick voller Unschuld:

Samstag, 9. November 2024

Senhor Sancho ist ein (Mund) Räuber

Man bzw frau glaubt es nicht: Ich hatte gestern Nacht ein schönes Schweinefilet zum Auftauen rausgelegt, wie immer auf einem Teller an der Spüle. In einem Gefrierbeutel. Vor 30 Minuten verschwindet der Senhor ausm Bett. Die Terrassentür war/ist offen, es ist zwar noch diesig, aber relativ warm. Verão de São Martinho!

Ich dachte, Seine Hoheit ist zum Pinkeln raus. Dreimal dürft ihr raten...

Glücklicherweise wollte Senhor Sancho seine Beute nicht vor Ort in der Küche verzehren, sondern war auf dem Weg, sie in seinen Korb zu schleppen. Er ließ sie sehr schnell und schuldbewusst noch in der Küche fallen - und nachdem der Gefrierbeutel noch drum rum und das Stück unversehrt war/ist, wird's heute trotz dieses Versuchs eines Mundraubs Filet in Pilzrahmsauce für mich und nur für mich (!) geben.
Seine Hoheit hatte vorher einen Frühstückshühnerfuß und einen Frühstücksbüffelhautstick. Wahrscheinlich hielt er das für kleine Appetithäppchen bzw. einen "Gruß IN die Küche". 

Jetzt sitzt er motzend neben mir, denn sein Kontrollgang in die Küche hat ergeben, dass SEIN vermeintliches Fresschen luftdicht in Tupperware verpackt und ihm daher nicht mehr zugänglich ist.

Und mir fällt ein, warum ich nie nie mehr einen Rüden wollte: Es ist ein ständiger Kampf um die Weltherrschaft. Seufz. Und vom Filet mit lecker Pilzrahmsauce wird er nachher NIX abbekommen. So!!!

Nachbericht
Essen saulecker. Sonne und blauer Himmel. 


Verão do São Martinho in Portugal - "Sankt-Martins-Sommer".
So etwas wie der "Altweibersommer" oder "Goldener Oktober" bzw. November.

Und ich bin hart geblieben beim Senhor. Er konnte es kaum glauben, hat sich dann aber damit abgefunden.
Nach erst flehentlichen Augen (aber immerhin in ca 1,5 m Entfernung zum Tisch!) seufzende Kopfablage auf den Pfoten und (fast) geschlossene Äuglein. Danach resignierter Umzug auf die oberste Treppenstufe.
Beweisfotos: 


Senhor Sancho tut so, als hätte er Null Interesse an irgendwelchen Schweinefilets,
die auf Frauchens Teller liegen.

 

Er wirft lediglich kleinere Kontrollblicke, bevor er resigniert.


Und weil's völlig unerträglich ist, wie er behandelt wird, zieht er um.
Auf die oberste Stufe der Terrasse, (relativ) weit weg von duftenden Fleisch-Soßen-Genüssen.

Freitag, 8. November 2024

Senhor Sancho hat ein neues Kauspielzeug

Eine neue Lieferung von Zooplus kam endlich an. Senhor Sancho war hocherfreut, durfte sogar zur Abholung mit und war im Auto relativ artig. Nur ein kurzer Beller zu einem Offizier der GNR, der uns stoppte (und wir mussten etwa 10 Minuten warten), weil das Sträßchen zu uns hoch endlich repariert wird. Warten liegt dem Senhor nicht so wirklich...

Danach wie gesagt große Freude bzw beinahe Enthusiasmus, denn Frauchen hatte für Seine Hoheit nicht nur Hühnerfüße (bei Ute auch bekannt als "Scheußlichkeiten") bestellt, sondern auch Kalbshufe (Dank an Ilona für den Tipp!)

Seit der Senhor einen Huf dargereicht bekam, ist er völlig beschäftigt, denkt nicht mal an almoço oder Ball-Katapult, sondern kaut und kaut und kaut.


Frauchen eher:
 

Samstag, 2. November 2024

Donnerstag, 31. Oktober 2024

Senhor Sancho will nicht mal zum Pinkeln raus

Ich steh kurz davor anzuheizen. Die Winterdecke ist schon seit gestern Abend im Bett, die elektrische Wärmedecke noch nicht.

Senhor Sancho genießt das wärmere Bett, weigert sich allerdings entschieden, sich nach draußen zum Pinkeln zu begeben. Zuletzt war er heute seeeehr früh morgens draußen; jetzt ist's kurz nach 13 Uhr und er setzt keine Pfote vor die Terrassentür.

Allerdings kam eben CTT mit je einer Lieferung von amazon (seine heißgeliebten Büffelhautsticks) und TEMU (unter anderem ein Schmutzfänger-Teppich für evtl Dreckspfoten Seiner Hoheit). Glücklicherweise in einer Regenpause!
Der Senhor musste natürlich mit raus, die Übergabe der Lieferung überwachen. Das nutzte er - voller Vertrauen in den Postauslieferer und Frauchen - zu einer ausgiebigen Pinkelpause.

Und nun sieht's draußen wieder so aus...

Dienstag, 15. Oktober 2024

Senhor Sancho in der Regenlangeweile

Wir kennen das ja schon: Regen ist laaaaaangweilig. 

Gestern Abend war's noch aufregend mit Tierarzt und Impfung und Gequieke von seiten Seiner Hoheit. Senhor Sancho war auch - wie nach jeder Impfung - ruhiger als sonst, außerdem war er mit seinem heißgeliebten Yakmilch-Kauknochen beschäftigt.

Heute morgen sah das leider wieder ganz anders aus: Monchique und Picota Norte samt Casa Leone sind unter heftigen Regengüssen verschwunden. Der Senhor mag höchst ungern raus, nicht mal zum Pinkeln. Frauchen treibt ihn aber brutal für ein paar Minuten in die Nässe. 

Trotz Seiner Hoheit sehnsüchtiger Blicke nach oben zum Ball-Katapult blieb Frauchen hart:
Nix da! Nicht im strömenden Regen!
Senhor Sancho geht zwar höchst unwillig zum Pinkeln raus, aber Ballwerfen wäre was völlig anderes! Frauchen sieht leider nicht ein, befüllte wenigstens den Schnuffelteppich. 

Besser als nichts, meint der Senhor. Und zog sich nach getaner "Arbeit" und nachdem es KEINEN Nachschlag gab, mit seinem Yakdings in seinen Korb zurück.


Und jetzt? Kein Nachschlag??

Montag, 14. Oktober 2024

Senhor Sancho quiekt wie ein Ferkel

Zumindest dann, wenn er bei Dra Ana Silva in der Praxis ist und ihm zwar Leckerli gereicht werden (die er gerne annimmt und praktisch einatmet), er aber schon ahnt, dass ihm möglicherweise Ungemach droht. Außerdem wurde ihm heute beim Impftermin nicht so gehuldigt, wie es in der Vergangenheit der Fall war. Es lief im Gegenteil alles recht sachlich ab. Keine ihm zujubelnden Untertanen. 

Der Senhor kam rein, wurde sofort auf die Waage gebeten und nach 5 Minuten ging's schon ins Sprechzimmer. Immerhin fiel Dra Ana vor Seiner Hoheit auf die Knie, um ihn abzutasten und abzuhören. Aber dann! Was das!?Wie kann man es wagen, in des Senhors Öhrchen schauen zu wollen? Seine Hoheit quiekte. 

Die scharfen Krallen des Senhors wurden untersucht, ob denn eine kleine Kürzung derselben Frauchens Etat in Sachen Pflaster und Steri Strips ein wenig verkleinern würde.
Seine Hoheit quiekte.

Dra Ana zog die Spritze für die Leishmaniose-Impfung auf.
Seine Hoheit quiekte zwar nicht, warf aber außerordentlich misstrauische Blicke.

Frauchen streichelte, Dra Ana kam hinterrücks und verabreichte die Injektion.
Seine Hoheit quiekte ganz schrecklich.

Des Leidens war immer noch kein Ende: Tierarzthelferin Maria kam mit ihrer Kollegin, um dem Senhor die messerscharfen Krallen ein winziges Bisschen zu kürzen.
Seine Hoheit quiekte prophylaktisch und musste zu zweit festgehalten und beruhigt werden, damit Maria tätig werden konnte.
Seiner Hoheit Quieken nahm kein Ende.
Glücklicherweise waren wir allein in der Praxis. Jeder Patient - ob Hund oder Katz' - wäre geflohen, hätte die Praxis fluchtartig verlassen.

Nach der furchtbaren Prozedur drängte Senhor Sancho sehr darauf, sofort und umgehend und auf der Stelle der Ort des Schreckens zu verlassen. Frauchen durfte gerade noch schnell zahlen, und das auch nur, weil Seine Hoheit bemerkt hatte, dass einer seiner heißgeliebten Yakmilch-Knauknochen mit auf der Rechnung stand.

Den durfte er dann zuhause genießen. Der einzige Kaufknochen übrigens, der nicht in Minute völlig aufgeknabbert in Senhor Sanchos Magen verschwindet. Er braucht selbst für die mittlere Größe mehrere Stunden. Und das ist bei der erneut angesagten Schlechtwetterfront mit viel Regen ein echter Segen!







Freitag, 20. September 2024

Senhor Sancho arbeitet in der Bauüberwachung

Sicherheit für Senioren wie mich: So wichtig!
Beim Gärtnerbesuch von Vidigal und der darauf folgenden Besichtigung und "Freigabe" der von ihm gebauten Stufen durch meine lieben Vermieter gab's ja schon den Hinweis: "Die Treppe ist wirklich toll, aber noch besser wäre ein Geländer!" 

Gesagt, getan. Also war Vidigal diese Woche nochmals ein paar Stündchen da. 

Um mögliche Brandherde zu dezimieren, 😉 schlug er beim Nachbarn (der nie da ist und sein Grundstück auch nicht so regelmäßig sauber macht, wie das eigentlich in Portugal vorgeschrieben ist)  erst einmal ein paar Eukalyptusäste und -stämme als Baumaterial. 


Daraus wurden sowohl die senkrechten Pflöcke (vier an der Zahl) und ein besonders schöner langer als "Handlauf" geschnitten. Und die Stützhölzer dann mit dem Hammer in der Erde versenkt. 


So sieht es fertig aus.
Die beiden krummen senkrechten Pflöcke vor dem gesamten Geländer sind nur momentan da: Sie sind Stützen für den riesigen und sehr schweren Ast des Avocadobaumes, der dieses Jahr besonders viele Früchte trägt und das selbst ohne Hilfe kaum mehr schafft...
Ein paar schwere Felsbrocken dienen - zusätzlich zu weiteren, stützenden Holzpflöcken im Erdreich - zur sicheren Befestigung sowohl der Stufen als auch des Geländers. Da fehlen aus optischen Gründen noch einige Steine mehr. Aber es wurde dunkel und auf meinem Grundstück haben wir auf die Schnelle keine mehr gefunden. Ist also der Job fürs nächste Mal.



Selbstverständlich war Senhor Sancho höchstpersönlich anwesend, um sowohl die Arbeiten zu überwachen wie nach Beendigung die Bauabnahme vorzunehmen.

Sonntag, 15. September 2024

Senhor Sancho und sein Wochenendgeschenk

Obwohl er es eigentlich nicht verdient hat, weil Seine Hoheit Frauchen die ganze Nacht wach gehalten hat. Denn es waren Wildschweine unterwegs, und das führt dazu, dass der vermeintlich tief und selig schlummernde Senhor plötzlich aufspringt, ohne Rücksicht auf Verluste, wie zB dass ich auch noch im Bett liege, und wie ein Irrer bellend zur Terrassentür stürzt. Danach kehrt er murrend und grummelnd auf seinen Schlafplatz zurück - bis zum nächsten "Anfall" maximal 10-15 Minuten später. 

Das ist genau jene Zeitspanne, in der ich hoffnungsvoll wieder am Einschlafen bin. 🙁

Beim dritten oder vierten Jagdfieber-Anfall hab ich Senhor Sancho rausgeworfen und bin schnell selbst in den Pool gehüpft, weil es immer noch sooo heiß war. 
Mittlerweile hatte Seine Hoheit bemerkt, dass die javalis außerhalb seines Königreichs zugange sind und er kam angerannt, um auf der Poolumrandung seinen Bademeisterpflichten nachzukommen.

Zehn Minuten später waren Hund und Mensch wieder im Bett und beide schliefen auch. Lange. Sogar der Senhor blieb faul bis nach 10 Uhr liegen...

Für das gnädige Entgegenkommen und den nach halb vier Uhr nachts/frühmorgens noch gewährten Schlaf zeigte Frauchen sich heute großzügig und griff in die Box mit Scheußlichkeiten, wie meine Freundin Ute aus Tavira stets zu sagen pflegt. Darin war nämlich noch von der letzten Zooplus-Lieferung ein gewaltiger Schinkenknochen verstaut. 

Seine Hoheit konnt' es erst gar nicht glauben. Verzog sich damit zunächst in sein und glücklicherweise nicht in mein Bett. Musste jedoch auf Frauchens Befehl auf die Terrasse bzw in den Garten. 

Es hat immerhin ne Stunde gedauert, bis der Knochen bis auf einen relativ kleinen Rest vernichtet war. Seufz. Jetzt liegt der Senhor im Wohnzimmer und verdaut. 

   

 

Donnerstag, 12. September 2024

Senhor Sancho baut vor

So - Winter kann kommen. Aber bitte noch nicht so bald! Heute sind es angenehme Mitt-Zwanzig-Grad in Monchique.

Kluge Frau und kluger Hund bauen jedoch vor. 😉

Senhor Sancho überwachte heute seine erste Holzlieferung in der Casa Leone. Ein sehr seltener Fall trat ein: Er war mit dem Holzlieferanten im Prinzip einverstanden, wartete auch artig, bis das Fahrzeug richtig vor dem Holzschuppen geparkt war und begrüßte den Ablader vorsichtig, aber durchaus freundlich. 

Allerdings war Seine Hoheit strikt dagegen, dass dieser Mensch in SEINEM Hoheitsgebiet Veränderungen vornahm: Da wurde Holz umgeschichtet und neues hinzugefügt, da wurden Kiefernzapfen verlagert... all das erregte des Senhors Unmut, den er mit lautem Bellen äußerte. Er war nur mit einem Leckerli innerhalb des Hauses zu beruhigen.

Glücklicherweise war das Abladen und Stapeln von einer Tonne Kaminholz (250 Kilo Medronho zum Anfeuern, 750 Kilo Korkeiche zum gemütlich Warmhalten) in einer knappen Dreiviertelstunde erledigt. 

Ich ließ den Lieferanten vom Hof und Senhor Sancho überprüfte in der Zwischenzeit akribisch, ob im Holzschuppen alles ordentlich hinterlassen wurde. Glücklicherweise war/ist alles okay...