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Samstag, 10. Oktober 2026

Senhor Sancho findet einen neuen Freund

In der Casa Leone gibt es seit Monatsanfang neue Nachbarn: Ester ist mit ihrem Border Collie Mojo eingezogen, und der Senhor durfte gestern zum ersten nachbarschaftlichen Besuch aufs Gelände. 



Leider hatte er Frauchen vorher schon mal eben einen blutigen Kratzer am Unterarm verpasst ... Er musste sich nämlich furchtbar aufregen und ausgesprochen ungebärdig im Auto herumspringen, denn auf der vorherigen kurzen Fahrt nach Monchique wagten es mehrere Hunde, sich in der Gegenwart Seiner Hoheit auf der Straße zu befinden, während er im Wagen verharren musste. 

Als dann noch eine schwarze Katz' Frauchens Weg kreuzte, war der Senhor nimmer zu halten. Dabei waren wir auf dem Weg zum Elektrolädchen, um SEINE Zooplus-Lieferung abzuholen. Das haben wir erst mal verschoben - nicht aus erzieherischen Gründen, sondern weil ein Kurztrip in die Apotheke wichtiger und vor allem nötig war, um mich mit Deinfektionsspray und Riesenpflaster zu versorgen und dort gleich verarzten zu lassen...

Danach ging's wieder heim und der Senhor betrat mit Frauchen den nachbarlichen Garten. Ein kleines Wunder geschah schon vorher, denn Seine Hoheit hielt es für unnötig, seinen beiden hündischen Intimfeinden auf der anderen Seite des Wegs auch nur einen Blick zuzuwerfen, geschweige denn, sie nochmals zu verbellen. 

Viel wichtiger erschien ihm der neue Nachbar - und siehe da: Nach kurzer Beschnupperung und der unumgänglichen Markierung von  mehreren Büschen scheint sich da eine dicke Freundschaft zu entwickeln. Während Frauchen mit der neuen Nachbarin und deren Freundin gemütlich beim Willkommens-Prosecco saß - vielen Dank nochmals! - spielten die beiden Vierbeiner miteinander, jagten sich ums Haus und verstanden sich bestens. 🙂 Sooo schön!

 
Heute Morgen war nun der Gegenbesuch:
Ester kam - wie ich gestern zu ihr - mit einer Handvoll Leckerlis. Im eigenen Königreich benahm der Senhor sich mustergültig, Mojo ebenfalls. Etwas unwillig zeigte sich Seine Hoheit lediglich, als Mojo einen uralten, vom Senhor seit Monaten verächtlich liegengelassenen Ball fand. Geht natürlich gaaar nicht, dass jemand anders SEINEN Ball ansieht oder gar damit spielen möchte. 

Ein wenig brenzliger wurde es dann allerdings mit dem Kalbsgelenk, dass Senhor Sancho eilfertig auf die Terrasse geschleppt hatte. Ich weiß nicht, warum er dachte, dass dieses Teil NICHT das Interesse eines anderen Hundes wecken würde. Oder er wollte angeben, was er Tolles aus der Zooplus-Lieferung bekommen hatte...

Glücklicherweise wusste Mojo, was sich gehört, und ließ das Kalksgelenk sofort liegen, als der Senhor seine Ansprüche knurrend einforderte. Seine Hoheit schleppte das Knochenstück wieder ins Haus und gesellte sich danach wieder freundlich und entgegenkommend zu Tier und Menschen. Alles gut!

Fazit: sehr sehr sympathische Nachbarin samt Besucherin, die vollbepackt mit Avocados nach Haus gingen und gerne mehr ernten dürfen. Ein freundlicher, lebenslustiger Spielkamerad für Senhor Sancho.

Dickes Bem-vinda an Ester und Mojo - und auf eine gute Nachbarschaft!

Donnerstag, 27. August 2026

Senhor Sancho und der Schinkenknochen

Der Senhor hat ein Geschenk bekommen. Weil Frauchen immer für Seine Hoheit bei zooplus bestellt, gibt's da "Treuepunkte". Dafür kann man Produkte geschenkt kriegen - Spielzeug, Halsbänder, Leckerlis. Leider nix für uns Menschen, was viel gerechter wäre (schließlich zahlen wir das alles). zooplus sieht das anders, deshalb: Geschenke ausschließlich fürs (Un)Tier.

Senhor Sancho darf sich in regulären Zeiten an getrockneten Kuhohren und Fleischstreifen erfreuen. Die "Abscheulichkeiten", wie unsere Freundin Ute das nennt, nämlich getrocknete Hühnerfüße, stehen derzeit nicht so hoch im Kurs bei ihm: zooplus hat es gewagt, den Anbieter/Hersteller zu wechseln, und die Produkte der neuen Firma munden Seiner Hoheit nicht wirklich. Er verspeist sie nur, wenn nix anderes angeboten wird und das eher widerwillig mit "langen Zähnen" und unter Hinterlassung von ekelhaftigen Überresten im Bett (des Senhors Schlafstätte, nicht meiner, glücklicherweise!).

Bei der letzten Bestellung gab's von den mittlerweile zahlreichen Treuepunkten des "zooplus Clubs" einen riesigen Schinkenknochen. Und weil das Wetter heute immer noch mau ist, durfte sich der Senhor statt des normalen Mittagessens über diesen Schinkenknochen hermachen.

"Echt? Für mich?"

Zunächst konnt' er es erst gar nicht glauben. Sondern saß wirklich minutenlang auf der Terrassentreppe, den Knochen neben sich. Danach verschwand er samt Beute auf die obere Wiese. Kehrte nach ein paar Minuten ohne Knochen zurück. 

Meine Nachfrage ("busca!") ergab: Seine Hoheit war sich noch unschlüssig, was genau zu tun sei. Zunächst hatte er den Knochen außer Frauchens Sichtweite hinter der blauen Feige versteckt, aber (noch?) nicht vergraben. 

Kein Schinkenknochen weit und breit.
Aber nachdem der Senhor hinter der Feige verschwand, war klar,
wo er den Schinkenknochen sicher versteckt wähnte.
Glücklicherweise war Nachbarshund Pintas nicht zu Besuch...

Auf Zuruf schleppte Senhor Sancho seinen Schatz eifrig herbei:

Und danach leider ins Haus auf den Teppich - seufz. 


Kurze Zeit später ging er samt Riesenknochen wieder nach draußen außer Haus.  

Meine hartnäckige Recherche ergab: Senhor Sancho verspeist seine Delikatessen lieber im Grünen und ohne Frauchens Beobachtung. 

Das steht in krassem Gegensatz dazu, wie Seine Hoheit sich aufführt, wenn Frauchen bei Tisch sitzt. Da weicht der Senhor keinen Zentimeter von Frauchens Seite - es kööööönnte ja sein, dass ein Stückchen von ihrem Teller auf den Boden und ihm ins Maul springt...

Jetzt liegt Seine Hoheit oben unter der Lúcia Lima (Zitronenverbene) - er reichert Delikatessen gerne mit entsprechend feinen Aromen an 😉 Und ich höre nun hin und wieder ein Knurspern, wenn er direkt am Knochen nagt. 


UPDATE: Nach ca 90 Minuten sah der Riesenknochen (haha) so aus:

Mittwoch, 5. August 2026

Terrassentreff international

Zumindest was die Kuliarik angeht. Bissle Italien, bissle Portugal, bissle deutsch und als Überraschungsköstlichkeit: Indien.

Ich liebe ja bekanntlich Nudelsalat. Und war der Meinung, "mein" Nudelsalat à la Casa Leone sei was Feines. Gestern allerdings hat Kape Swenne mich sowas von übertrumpft.

Wir hatten wieder mal einen kleinen mittäglichen Terrassentreff - jeder bringt was Leckeres mit: Ich stiftete Tomaten (die leckeren alten Sorten von Ex-Nachbarin Lisa!) mit portugiesischem Frischkäse, Olivenöl und dem letzten Rest des 50 Jahre alten Balsamicos de Modena, Melone mit Presunto und viel von einem schönen vinho branco. Und Wasser als Alibi. 😉

  

Der Schinken wurde von Senhor Sancho sehr eifrig bewacht - und gegen Ende des Mahls fiel auch das eine oder andere Stückchen zu Boden. Ooops.

Petra und Karl hatten angekündigt, sie seien für Baguette zuständig, packten aber für den Nachtisch auch ausgesprochen gute Pasteis de Nata ein. 

Und den absoluten Star des Mittagsmahles: indischen Nudelsalat. Aber so dermaßen gut - zum Reinknien. Und weil Karl ungern für wenige Einzelschicksale kocht, wenn er in der Küche steht, durfte ich mir eine Riesenschüssel der Köstlichkeit abzweigen. 

Mit anderen Worten: Ich schwelge heute nochmals in indischen Nudelsalat-Gefilden. Nun muss ich nur noch das Rezept kriegen!

Das leckere Extra-Mitbringsel werde ich morgen verkosten. Zum Frühstück. 

Dienstag, 14. Juli 2026

Sushi satt

Neuigkeiten bei den lieben Nachbarn: Sie haben ein hübsches Haus gefunden und werden zum Oktober 2026 ausziehen. Das hinderte uns aber nicht, die erfolgreiche Haussuche mit einem kleinen abendlichen Terrassentreff in der Casa Leone zu feiern. Trotz Wermutstropfen bei mir weil ich wieder neue Nachbarschaft kriege - und ob das so eine nette sein wird, steht noch in den Sternen...

  

Der Senhor mag Sushi übrigens auch. Und weil soooo viel da war (ich hatte noch genug fürs nächste Mittagsmahl!), fiel das eine oder andere japanische Teilchen zu Boden.

Montag, 21. April 2025

Senhor Sanchos Osteressen 2025

Eigentlich hatten wir ja gehofft, unser Osteressen im Freien veranstalten zu können und in der Sonne auf der Terrasse sitzend Leckereien zu genießen. Aber das Wetter wollte es leider anders. Hat unserer Essenslust und österlichen Feierlaune aber keinen Abruch getan. Kuckt ihr!

Schon das Tischdecken wurde von Senhor Sancho überwacht - danach setzte er sich auf die Fensterbank, in Erwartung der Gäste.

Wie immer gab's ein reichlich bestücktes Buffet. Dank für Thunfischpaste und Muffins (nicht in dieser Kombination verzehrt!) sowie einen bunten Brokkoli-Pinien-Salat an Ute & Uli, an Hans-Georg & Kerstin für rote Wachteleier auf Basilikum, gebratene Blumenkohlröschen und panierte Champignons mit ausgesprochen leckerer Remoulade sowie viel zu wenig Scheiben von selbst gepökeltem Lamm;  ich selbst steuerte Ziegenkäse mit würzigen Rotweinzwiebeln und Tomaten-Zwiebel-Süppchen bei und vinho tinto, auf dass wir nicht alles trocken zu uns nahmen. 


Der Hunger trieb uns zunächst zu den anderen Speisen, und deshalb: "Es ist noch Suppe da!" - die werde ich nach dem heutigen Mittagsmahl einfrieren...

Senhor Sancho überwachte selbstverständlich das Tischdecken und ließ es sich nicht nehmen, gegen Ende der Mahlzeit zu kontrollieren, ob da nicht vielleicht möööööglicherweise Reste vorhanden seien, die er wegräumen könne.

Freitag, 14. März 2025

Senhor Sanchos neuer Thron

Senhor Sancho hat seinen neuen Thron eingenommen.

Und ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass Seine Hoheit da nicht sitzen mag.

Update: Die als Schutz für das alte Möbel gedachten Flickenteppiche sind dem Herrn nicht genehm. Da müsste man, meint der Senhor, zu viele Male Kreise ziehen bzw. trampeln, bis man sich in Ruhe niederlassen kann. Seufz.

Mittwoch, 19. Februar 2025

Oma hat sich geirrt!

Meine Großmutter war einer festen Überzeugung, die sie als lebenslange Hundebesitzerin gerne und immer wieder kundtat: "Nur ein völlig ausgehungerter Hund nimmt trocken Brot zu sich!"

Oma, du hast nicht recht gehabt bzw. hast leider Senhor Sancho nicht kennenlernen dürfen!

Da geht Frauchen heute Abend in die heiße Badewanne, lässt zwei Körnerbrötchen auf der Küchentheke - OHNE was drauf, ich bin ja lernfähig und nicht völlig verblödet und außerdem aus Erfahrung klug geworden. 

Und eben, nach Robert Habecks TV-Polittalk, geh ich in die Küche... nur noch eines da. 

Harmlos scheinende Blicke Seiner Hoheit täuschen nicht darüber hinweg, dass er der Broträuber ist.

Und nein! Er hat tagsüber NICHT hungern müssen. Es gab getrocknete 2x Hühnerfüße und 2x Hunde-Zahnputz-Sticks und normales Mittagsfutter und er durfte sogar den Rest der Pilzsauce auslecken, der von Frauchens Mittagsmahl übrig war. 

OK, ein Körnerbrötchen reicht mir zum Abendessen, das zweite war eh für morgen früh gedacht. 

Mit strafendem Blick auf den Senhor setze ich mich gemütlich mit Tee und einem lecker Schinkenbrötchen nieder. Und was tut das Untier?!
Es schleppt aus seinem Korb die äußerlich völlig unversehrte Beute herbei und legt sie mir zu Füßen. Genauso wie die tote Maus, die der Senhor mir letzthin auf der Gartenterrasse dargebracht hat. 

Es ist völlig klar, dass Seine Hoheit genauestens abwägt: "Trockenes Brötchen oder lieber Schinkenbrötchen?" SEINE Entscheidung ist offensichtlich. Allerdings leider nutzlos und damit vergebens. Frauchen bleibt hartherzig.

Sooo unschuldig kann Senhor Sancho gar nicht dreinschauen...

Samstag, 25. Januar 2025

Der Senhor und die "gebadete Maus"

Der Senhor hats geschafft. Er hatte sich nachmittags irgendwo im Dreck gewälzt oder er musste seinen Ball im umgegrabenen Beet suchen.., Jedenfalls war der halbe Rücken Seiner Hoheit vom Fell her ganz verklebt. Ein Bad war also angebracht und angesagt. Zwar betritt Senhor Sancho das Badezimmer ohne zu zögern - allein schon, damit er Frauchen nicht und niemals aus den Augen verliert. In die Wanne aber geht er - weil's bisher erst einmal passiert ist - freiwillig nicht rein. Also hab ich ihn reingehoben. 

Ich sah nach vollbrachter "Arbeit" mehr wie eine "gebadete Maus" aus als er: Denn mir ist der Duschkopf aus der Hand gerutscht und hat - natürlich! - in die richtige Richtung gestrahlt. Aber ich wollte ja heut eh Haarewaschen...

Senhor Sancho stand brav und zitternd mit eingezogenem Schwanz in der Wanne und hat sich abbrausen und schamponieren lassen. Ohne zwischendurch Ausbruchsversuche zu unternehmen. Ich konnte ihn sogar nach vollendetem Bad rechtzeitig - also vor dem Igitt-Wasser-an-meinem-Körper-da-schüttel-ich-mich-doch-mal-ausgiebig - in ein altes Badelaken hüllen. 

Seine Belohnungen hat er gerne einkassiert bzw. eingeatmet: 1x Hühnerfuß,1x Dentalkaustick und 1x Kuhhuf. Danach saß er feucht auf seiner Fensterbank. Raus wollte er nicht, er hoffte wohl auf weitere Belohnungen. 

Das Filmchen ist von seinem ersten Bad vor eineinhalb Jahren - da sah er ähnlich aus...

Mittwoch, 22. Januar 2025

Weltuntergang...

Heute Nacht war echt "Weltuntergang": Es schüttete, Sturmböen rüttelten an Bäumen und Haus. Kurz vor Mitternacht gab's auch noch Gewitter, und das ziemlich lange. Sogar dem Senhor war's nicht recht geheuer. Erst verbellte er den Donner, dann entschied er: "Frauchen, bitte ins Bett und kuscheln! Draußen ist's so gruselig."

Nachdem mein Bett bereits vorgewärmt war - kluge Frau hat schon nach dem ersten Winter in Portugal vor vielen, vielen Jahren vorgebaut und Wärmedecke fürs Bett gekauft -, kam ich Senhor Sanchos Wunsch nur zu gerne nach. Er ist ja offiziell anerkannter "Wärmehund" (besser als jede Wärmflasche, die ja nach und nach kalt wird), schnarcht nicht und wacht nicht mal auf, wenn Frauchen ihn wegen eigener Platzbedürfnisse rigoros zur Seite schiebt. Seine Hoheit ist nämlich der Meinung, dass ihm mindestens die Hälfte des 160-cm-breiten Bettes zustehe. Ich sehe das naturgemäß anders, vor allem, wenn ich schlafen und nicht mehr lesen will. 😃

Viel Schlafen war in dieser Nacht allerdings eh nicht: Das Gewitter war mit Pausen um 3 Uhr nachts noch zu sehen und zu hören, der Starkregen ist zwar, wenn man eingekuschelt warm im Haus ist, erträglich; aber ich machte mir langsam schon Gedanken, ob's nicht doch irgendwo reinregnet. Das hatten wir nämlich schon mal: Wenn starker Wind aus der "richtigen" Ecke bläst, drückt es das Wasser durchaus ins Haus. Ist bisher nur ein-, zweimal passiert, seit ich hier wohne. Aber eben stets bei solchen Witterungsbedingungen. 

Der Strom flackerte auch ein paar Mal - und ich sah mich schon wieder im strömenden Regen nach draußen wandern. Aber diesmal hielt alles. Ich hab nur sicherheitshalber gleich das Handy zum Laden eingestöpselt...

Anbei noch ein paar Fotos - ich will niemandem des Senhors neuesten Spleen nicht vorenthalten: Bei diesem unwirtlichen Wetter, bei dem er ja so gar nicht raus möchte, steht er melancholisch starrend an der Terrassentür, legt sich sogar hin, um trübsinnig in den Regen zu schauen: 

  

Kein Ballspielen heute - Regen ist doof!

Samstag, 14. Dezember 2024

Senhor Sancho und Freitag, der Dreizehnte

Wer hier mitliest, weiß ja schon: Senhor Sancho ist kein guter Krankenpfleger. Das zeigte sich bei Bela, und heute Nacht und heute Morgen wäre es bei mir wirklich mal nötig gewesen...

Gestern hatte nämlich der "Fluch vom Freitag den 13." zugeschlagen. Ich eilte glücklich zum Postamt, denn endlich war die Benachrichtigung im Briefkasten, dass mein Führerschein da sei. Leider bin ich beim Rausgehen dem leicht nassen, spiegelglatten und abschüssigen Kopfsteinpflaster ausgerutscht und hab mich "hingelegt".
Und weil's gar so schön war, beim Betreten des mittäglichen Lokals dasselbe gleich nochmal: Da ist eine extrem hohe Stufe und das mag mein Knie nicht.

Zuhause hab ich mich erst mal gepflegt. Zwar fühlte ich mich, als ob ich unter einen LKW gekommen wäre. Aber trotzdem schien alles gar nicht sooo schlimm: Im Wohnzimmer war es muckelig warm; in eine Decke eingehüllt schaute ich ein paar Folgen einer meiner Lieblingsserien ("Outlander") 

Der Senhor ruhte auf meinem Schoß. Da durfte er rauf, nachdem er eine Zeitlang mit Frauchens Nichtachtung bestraft worden war: Nicht nur hatte er nämlich wieder mal das Wohnzimmer "umdekoriert" während meiner Abwesenheit, sondern er klaute auch ein Stückchen des "Christbaumbrotes", das beim leckeren Mittagessen bei den Grumpymamas Monchique übriggeblieben war. Beim Diebstahl ertappte ich ihn auf frischer Tat - deshalb die Strafe.

Trotz der beiden Stürze schien es mir gut zu gehen. Bissle angeschlagen, aber keine großen Schmerzen. Bis nachts um 2 Uhr - da wachte ich auf und hörte die sprichwörtlichen Englein singen: Auf der linken Rückenseite bis nach vorne in die Brust tat es dermaßen weh, dass ich wirklich fast verzweifelt bin. Zum Medizinschränkchen mit Paracematol waren es zehn Meter zu gehen, und wie ich das geschafft hab, weiß ich echt nicht.

Der Senhor war an meinem Leid uninteressiert, dachte aber: "Wenn Frauchen schon mal auf ist, könnte ich doch als Nach-Mitternachts-Snack eine getrockneten Hühnerfuß erbetteln!" Und bevor Seine Hoheit stundenlang im Bett seine Kreise dreht, gab ich diesem Ansinnen nach.

Geschlafen hab ich trotzdem kaum: Jede Bewegung tat richtig weh, und ruhig auf dem Rücken liegend kann ich bestenfalls leicht eindösen, sicher aber keinen geruhsamen Schlaf finden.
Senhor Sancho steht um 8 Uhr auf - völlig egal, ob Frauchen noch pennen will oder sich lieber nochmals umdreht. Normalerweise mach ich einfach die Türe in den Garten auf - aber bei knapp über Null Grad im Winter ist das wenig empfehlenswert.

Wegen der Schmerzen ist's also kein Wunder, dass ich bereits kurz vor 8 Uhr Kontakt zur lieben Lisa aufnahm - Exnachbarin und vor allem (das war heute viel wichtiger!) Orthopädin. Sie kam noch vormittags zum Hausbesuch und gab glücklicherweise Entwarnung: kein Rippenbruch, aber eine ziemliche Rippenprellung. Medis brachte Lisa mit, war noch so freundlich, auf meine Bitte den Ofen anzuheizen und vor allem Senhor Sanchos Futtersack aus dem Kofferraum zu hieven. Das traute ich mir trotz Drogenkonsum einfach nicht zu.

Mittlerweile geht's mir einigermaßen. Sicherheitshalber hab ich mir einen großen Topf meiner Zwiebel-Tomaten-Suppe gemacht, damit ich in den kommenden Tagen nix kochen muss. Lecker Roggenbrot (von den Grumpymamas) mit Bütterchen dazu - das passt. Vinho tinto fällt weg, wegen der Medikamente, so wird es also Ingwertee. Und der Senhor muss mindestens einen Tag/Abend ohne Frauchens Schoß auskommen... 

Donnerstag, 5. Dezember 2024

Senhor Sancho findet seine Meisterin

Seit Montag sind die neuen Nachbarn in da house, und die haben eine große weiße Hündin namens Sakura. Wir beschlossen, den sonnigen Tag zu nutzen und eine gegenseitige Vorstellung bzw ein Sich-Bekannt-Machen der Herr- und Damenschaften zu ermöglichen. Auf neutralem Gelände, vor dem nachbarlichen bzw. meinem Tulpentor. 

Senhor Sancho führte sich bei noch geschlossenem Tor wenig gastfreundlich auf: wüstes Gebelle, gesträubtes Fell und Geknurre à la "alles meins hier, geh weg, ich bin der King".

Madame Sakura kam gemächlichen Schrittes durchs nachbarliche Gartentor gewandelt; ich möchte fast sagen, mit königlichem Gang. Würdigte den Senhor eines kurzen Seitenblicks, markierte an SEINEM Oleander und zeigte ansonsten wenig Interesse an seinem hysterischen Gebaren. Beschnüffeln ließ sie sich, zeigte sich aber nicht so enthusiastisch, wie Seine Hoheit das wohl erwartet oder erhofft hatte.

Der Senhor flüchtete daher durchs Tulpentor zu Frauchen. 

Ich möchte nicht direkt sagen "mit eingezogenem Schwanz", aber jedenfalls keineswegs mehr so aufmüpfig wie anfangs. 

Die Königin zog sich wieder in ihr Reich zurück, der Senhor stürmte sofort hinaus und markierte die beiden Stellen, an denen sie gepinkelt hatte. Danach ging er in Richtung des Gemüsegartens meiner Vermieter auf Erkundung. Nicht sehr lange, und er kehrte beinahe mustergültg auf Zuruf wieder ins heimische Gelände auf der Casa Leone.

Wir haben jetzt beschlossen, in den nächsten Tagen weitere Versuche einer friedlichen Zusammenkunft zu wagen.

Danach dann wieder dieser Blick voller Unschuld:

Samstag, 9. November 2024

Senhor Sancho ist ein (Mund) Räuber

Man bzw frau glaubt es nicht: Ich hatte gestern Nacht ein schönes Schweinefilet zum Auftauen rausgelegt, wie immer auf einem Teller an der Spüle. In einem Gefrierbeutel. Vor 30 Minuten verschwindet der Senhor ausm Bett. Die Terrassentür war/ist offen, es ist zwar noch diesig, aber relativ warm. Verão de São Martinho!

Ich dachte, Seine Hoheit ist zum Pinkeln raus. Dreimal dürft ihr raten...

Glücklicherweise wollte Senhor Sancho seine Beute nicht vor Ort in der Küche verzehren, sondern war auf dem Weg, sie in seinen Korb zu schleppen. Er ließ sie sehr schnell und schuldbewusst noch in der Küche fallen - und nachdem der Gefrierbeutel noch drum rum und das Stück unversehrt war/ist, wird's heute trotz dieses Versuchs eines Mundraubs Filet in Pilzrahmsauce für mich und nur für mich (!) geben.
Seine Hoheit hatte vorher einen Frühstückshühnerfuß und einen Frühstücksbüffelhautstick. Wahrscheinlich hielt er das für kleine Appetithäppchen bzw. einen "Gruß IN die Küche". 

Jetzt sitzt er motzend neben mir, denn sein Kontrollgang in die Küche hat ergeben, dass SEIN vermeintliches Fresschen luftdicht in Tupperware verpackt und ihm daher nicht mehr zugänglich ist.

Und mir fällt ein, warum ich nie nie mehr einen Rüden wollte: Es ist ein ständiger Kampf um die Weltherrschaft. Seufz. Und vom Filet mit lecker Pilzrahmsauce wird er nachher NIX abbekommen. So!!!

Nachbericht
Essen saulecker. Sonne und blauer Himmel. 


Verão do São Martinho in Portugal - "Sankt-Martins-Sommer".
So etwas wie der "Altweibersommer" oder "Goldener Oktober" bzw. November.

Und ich bin hart geblieben beim Senhor. Er konnte es kaum glauben, hat sich dann aber damit abgefunden.
Nach erst flehentlichen Augen (aber immerhin in ca 1,5 m Entfernung zum Tisch!) seufzende Kopfablage auf den Pfoten und (fast) geschlossene Äuglein. Danach resignierter Umzug auf die oberste Treppenstufe.
Beweisfotos: 


Senhor Sancho tut so, als hätte er Null Interesse an irgendwelchen Schweinefilets,
die auf Frauchens Teller liegen.

 

Er wirft lediglich kleinere Kontrollblicke, bevor er resigniert.


Und weil's völlig unerträglich ist, wie er behandelt wird, zieht er um.
Auf die oberste Stufe der Terrasse, (relativ) weit weg von duftenden Fleisch-Soßen-Genüssen.

Freitag, 8. November 2024

Senhor Sancho hat ein neues Kauspielzeug

Eine neue Lieferung von Zooplus kam endlich an. Senhor Sancho war hocherfreut, durfte sogar zur Abholung mit und war im Auto relativ artig. Nur ein kurzer Beller zu einem Offizier der GNR, der uns stoppte (und wir mussten etwa 10 Minuten warten), weil das Sträßchen zu uns hoch endlich repariert wird. Warten liegt dem Senhor nicht so wirklich...

Danach wie gesagt große Freude bzw beinahe Enthusiasmus, denn Frauchen hatte für Seine Hoheit nicht nur Hühnerfüße (bei Ute auch bekannt als "Scheußlichkeiten") bestellt, sondern auch Kalbshufe (Dank an Ilona für den Tipp!)

Seit der Senhor einen Huf dargereicht bekam, ist er völlig beschäftigt, denkt nicht mal an almoço oder Ball-Katapult, sondern kaut und kaut und kaut.


Frauchen eher:
 

Samstag, 2. November 2024