Seit 2004 schreibe ich über mein Auswandern in den wilden Südwesten Europas. Zunächst standen Texte & Fotos in einem deutschsprachigen Portugalforum. Das fand so viel Anklang, dass die Idee entstand, die Geschichte(n) als Blog zu veröffentlichen. 2012 gab's "Kann denn Fado fade sein" als Buch bei Heyne, seit 2018 überarbeitet und ergänzt direkt bei amazon: um zu zeigen, wie es einer erging (und ergeht), die auszog, ihre neue Heimat zu erobern. Viel Spaß beim Lesen!
Kann man nicht anders sagen.
Füttern und spielen ohne Leine, und wenn ich draußen im Garten bin, ist sie ebenfalls ohne
Leine. Sie klebt Jenny und mir an den Fersen. Schleppleine nur, wenn ich
mal was am Rechner tue (was derzeit nicht viel ist, außer Mails und
Blog und Forum). Und nachmittags sind die beiden eh fast lieber im Haus, selbst wenn ich mich auf der Terrasse ergehe, weil: sooooo heiß.
Jenny fands Sonntagabend gaaaanz toll, was man mit der Neuen alles machen kann.
Beziehungsweise: Was die mit einem anstellt... Glücklicherweise geht's auch andersrum.
So - Madame will auch mal gewinnen und pirscht sich ran:
Nicht der Mai. Nachdem ich in diesem Jahr schon zweimal (nach der "Winterreinigung" m März) das Wasser im Becken komplett ablassen musste, weil die Algen meinten, sie könnten ein gar lustig Leben führen und sich vermehren wie die - öh, Algen, weil so schnell und zahlreich sind nicht mal Karnickel, wurde beschlossen: Da muss was passieren. So gehts nicht weiter.
1. Idee: "Da gibt es doch so nen Spezialanstrich, der angeblich gegen Algen hilft."
Okay: Mal bei S. angerufen, ob er willens wäre, sich das mal anzuschauen. War er. Kam er also zwei Tage später und: 2. Idee: "Anstrich nutzt nix. Haben Sie in zwei, drei Jahren dasselbe wieder. Ich schlage vor: Fliesen. Oder Fiberglas, aber das müssen Sie auch alle paar Jahre nachschleifen lassen!"
Kostenvoranschlag: ööhm - ziemlich viel für die Arbeit, Fliesen und Spachtelmasse und Zement und Fugenmaterial natürlich extra. Bissel teuer für mich als Nur-Mieterin.
Wir erinnern uns: In anderen Häusern in Portugal hab ich Investitionen auch in größerer Höhe nicht gescheut, aber Frau wird ja aus Schaden klug...
3. (Zwischen)Idee: Hausvermieter ruft an und meint: "Wir übernehmen die Materialkosten und Sie den Lohn, aber was halten Sie davon, da noch andere Angebote...?"
Gesagt, getan.
4. Idee: Kontaktaufnahme mit dem Mann, der bei allen Damen leichte Sabbergelüste
hervorruft. Sieht er doch wunderschön aus. Man bzw. frau erinnere sich an diese
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Den Namen unseres Schönen muss ich leider geheim halten, der darf nur für uns hier in Monchique tätig werden. Aber unser Schöner hat längere Locken als der Schöne im Video.
Anruf bzw. sms ergibt: Kommt unser schöner Maurer sowieso in ein paar Wochen in die Nähe, schaut dann vorbei und sagt mir, was er verlangt. Erst in ein paar Wochen? Seufz. Nun haben wirs grad mal richtig warm und sommerlich... aber gut.
Freundinnen planen bereits vor und melden sich bis aus Lagos an, um zuuuufällig auf der oberen Wiese zu sitzen, wenn der schöne Maurer anfängt zu arbeiten. Ich überlege, ob ich zu diesem Weiber-Event Eintrittskarten verkaufe.
5. Idee: Hausvermieter rufen wieder an und sagen: Sie hätten da die Idee, dass Zé Branco...
Das ist ein ganz lieber älterer Portugiese, der schon wahre Ewigkeiten für meine Vermieter arbeitet. Meist in deren horta, weil wenn einer hier in der Gegend ein grünes Händchen hat, ists Zé Branco. Wissen alle, anerkennen alle, und jeder, der hier aufs Gelände kommt, schaut voller Bewunderung auf den Gemüsegarten. Und wenn ich dann auf Nachfrage erzähle, wer das gemacht hat, heben die Portugiesen anerkennend die Augenbrauen. Nebenher ist er auch erfolgreicher und vom Presidente da Câmara, unserem Rui André, ausgezeichneter Jäger. Aber das ist eine andere Geschichte...
Klar also: Zé Branco hat den Auftrag. Die Kosten waren mehr als okay (und deshalb übernehme ich sie auch gernstens) und er konnte in der Folgewoche schon anfangen.
Ich also am SO das Wasser abgelassen. Gärtner gebeten, mit seinem Spezial-Super-Hochdruck-Reiniger am MO vorbeizukommen und den Algen soweit wie möglich unter Zuhilfenahme von Spezialmitteln (Lixivia etc.pp.) den Garaus zu machen.
Dann musste das Ganze gut trocknen. Und am DO fing Zé Branco dann an:
Falls sich jemand über den Sonnenschirm IM Pool wundert:
Ab mittags knallt die Sonne drauf und Zé Branco ist 70...
Sieht irgendwie witzig aus, der Schirm im Becken. War aber sehr effektiv!
Die Umrandungs-Endstück-Fliesen:
Zé Branco wirkt im Schatten des Schirms. Immer bestens mit Getränken - WASSER! - versorgt.
Freitag war die erste Wand und ein Teil des Bodens fertig.
Detailaufnahme:
Samstag wurde ebenfalls geschafft: Alle "glatten" Wände sind fertig.
"Fitzelisch" war die Treppe.
Denn da trat nach einer Woche immer noch Wasser aus der Wand.
Dann macht man eben erst den Boden.
Dienstag: Treppe:
Die Idee meiner Vermieterin, damit es noch schöner aussieht:
die Stufen blau absetzen und kleine Glasperlen in den Fugen
Fertig!
Nur noch ein Mini-Detail: die kleine rote Amphore als "Signatur" des Meisters.
Zé Branco musste natürlich nach Fertigstellung aufs Foto:
Und dann kam Madame zur Bauabnahme:
"Endlich mal kann ich auf den Boden. Komm ich ja sonst nie hin."
"Okay - können wir lassen. Gute Arbeit!"
Heute morgen noch - nach 2 Tagen Wartezeit - sauber ausspritzen.
Und nu läuft das Wasser ein...