Seit 2004 schreibe ich über mein Auswandern in den wilden Südwesten Europas. Zunächst standen Texte & Fotos in einem deutschsprachigen Portugalforum. Das fand so viel Anklang, dass die Idee entstand, die Geschichte(n) als Blog zu veröffentlichen. 2012 gab's "Kann denn Fado fade sein" als Buch bei Heyne, seit 2018 überarbeitet und ergänzt direkt bei amazon: um zu zeigen, wie es einer erging (und ergeht), die auszog, ihre neue Heimat zu erobern. Viel Spaß beim Lesen!
Samstag, 18. November 2023
Freitag, 17. November 2023
Donnerstag, 16. November 2023
Senhor Sancho: cleverer Ausbrecherkönig
Ein zweiter illegaler Ein- bzw. Durchwanderer nervt Seine Hoheit seit einigen Wochen immer wieder. Und er oder sie - das wissen wir nicht genau - gehört einer Spezies an, die besonders geschmeidig und so schnell ist, dass Senhor Sancho sie nicht gar erst erwischt und stellen kann (wie etwa den Igel).
Madame Bela kennt dieses Getier schon, ringt sich bestenfalls ein wenig Bellen ab, bemüht sich aber ganz gewiss nicht persönlich auf die Jagd. Sie fürchtet wohl, dass die schlimmsten Alpträume eines Hundes wahrwerden könnten...
Seine Hoheit muss also selbst eingreifen: Er ruft energisch zur Ordnung, sein Gebell hallt weit über Feld und Flur und die Berge der Serra de Monchique. Den fremden Eindringling stört's leider nicht: Keiner weiß, wo die Katz' hergekommen ist. Leider aber durchquert sie seit ein paar Wochen frech des Senhors Grundstück, kackt manchmal - oh Graus! - auf seine Terrasse und benimmt sich auch sonst sehr unbotmäßig. Das führt dazu, dass Seine Hoheit hohl dreht, wenn er den winzigkleinsten Hauch von Katze in die Nase bekommt. Und wenn er sie gar sieht, geht die wilde Jagd aber mal so richtig los.
Leider kann die Katz' problemlos durch den Zaun schlüpfen, was bei Senhor Sancho zu einer gewissen Verblüffung führte. Aber er ist ja nicht doof: Die wilde Jagd schien sich beruhigt zu haben, Madame Bela aalte sich in den letzten Strahlen der Abendsonne, Frauchen genoß die angenehm warmen Verão-de-São-Martinho-Temperaturen. Nur Seine Hoheit... war irgendwie abgängig. Nur ein leises vereinzeltes Bellen war zu vernehmen.
Frauchen entdeckte Senhor Sancho schließlich am unteren Gartentörchen, außerhalb des Grundstücks. Sein Ausbruch war gelungen - indes das Heimkommen offensichtlich an dieser Stelle unmöglich. Nun ist Seine Hoheit ja mit Intelligenz gesegnet und versteht, wenn Frauchen ihm mitteilt, dass er gefälligst ums Grundstück herumlaufen und ans Haupttor kommen solle. Erst da würde ihm aufgetan und die Rückkehr ins rechtmäßige Königreich gestattet. Frauchen hatte nämlich keinerlei Lust, sich nach unten zu begeben - auch weil der kleine Weg sehr abschüssig und rutschig und somit für Zweibeiner nicht ganz ungefährlich ist.
Frauchen ging also nach vorne ans altbekannte Tulpentor - und zack stand Seine Hoheit schon davor, eifrig wedelnd und voller Erwartung, dass ihm als verlorenem Sohn des Hauses doch eigentlich ein gemästetes Kalb zustünde. Senhor Sancho ist in manchen Belangen nämlich sehr bibelfest. Frauchen allerdings neigt zum Atheismus und kam dem Ansinnen des Senhors nicht nach. Allerdings hatte sie beim letzten Tierarztbesuch mit Madame Bela ein besonderes Leckerli erstanden... Davon mehr in der nächsten Geschichte.Die Ausbruchstätigkeiten Seiner Hoheit setzten sich leider fort:
Kaum war die Katz' auf dem Gelände, war der Senhor draußen. Kam zwar perfekt auf Pfiff und Ruf (und immer ans "richtige", nämlich das Tulpentor), aber auf Dauer ist das natürlich kein Zustand. Denn Senhor Sancho schert es wenig, dass er bei der Katzenjagd durch frisch angelegte Gemüsebeete trampelt, dass Nachbars Hunde verrückt spielen, wenn sie ihn frei und unbeschwert rennen sehen und dass er einem völlig verdreckten Erdferkel gleicht, wenn er wiederkehrt. Selbst das Abspritzen mit Wasser oder der unvermeidliche Gang in die Badewanne stören ihn nicht. Frauchen aber schon, und das kann jeder nachvollziehen, der schon mal einen wilden jungen Hund gebadet hat.
Glücklicherweise kam die liebe Lisa, die Exnachbarin aus der Casa Castanheiro zu Besuch - und sie entdeckte schnell (Danke nochmals), an welcher Senhor Sancho die Freiheit zur wilden Jagd fand: Seine Hoheit hatte den untersten Draht des Gartentörchens so weit hochgebogen, dass er drunter durchschlüpfen konnte. Frauchen hatte kein Loch im Zaun finden können - aber nun war alles klar. Lisa und Frauchen überlegten ein wenig und Lisa machte eine "Flechtarbeit", indem sie eine starre Pflanzstange ganz unten ins Tor einschob. Seitdem muss der Senhor wieder mit dem eigenen Garten (der wahrlich nicht klein ist!) vorlieb nehmen. Ich traue ihm aber noch nicht über den Weg: Der*die Katz' war nämlich seitdem noch nicht wieder da...
Allerdings hat Seine Hoheit Fortbildungsmaßnahmen ergriffen. Er liest jetzt das rechte Buch aus der zweiten Reihe von oben:
Mittwoch, 15. November 2023
Senhor Sanchos Kampf gegen Stacheltiere
Selbst Mensch*innen, die sich für reine Katzenmenschen hielten, freuen sich über die herzliche (allerdings meist nicht ganz uneigennützige) Gunst, die ihnen von Seiten des Senhors zuteil wird.
Nur zwei Besucher kümmert das alles nicht. Sie widerstehen Seiner Hoheit. Wandern frech und ohne zu fragen in seinem Königreich herum oder durchqueren es, ohne Zoll zu entrichten.
Frauchen hört nix und schaut gemütlich fern. Plötzlich springen beide Hunde auf, stehen wie gebannt vor der Terrassentür und wollen dringendst und sofort und ohne Verzögerung raus. Kaum ist die Türe auf, rasen Senhor Sancho und Madame los und verschwinden im Dunkel der Nacht. Danach hört Frauchen möglicherweise Blätter rascheln (wenn die Herrschaften sich unten auf den Terrassen tummeln), auf jeden Fall jedoch wütendes zweistimmiges Gebelle. Mal unten auf bei den Zitronen- und Orangenbäumen, mal hinterm Haus, gerne auch direkt neben dem Haus im "Gräble".
Madame schert Frauchens Rufen wenig, aber ihr Gebelle klingt eher sonor und stört deshalb in Frauchens und aller Nachbars Ohren nicht so wie des Senhors aufgeregtes Dauergekläffe. Sie kommt ein paar Minuten nach dem Senhor, denn allein ist's langweilig und dunkel und im Bett außerdem gemütlicher.
Einziges Problem: Igel haben Flöhe und sowohl Senhor Sancho wie Madame Bela für ein bis zwei Tage ebenfalls. Das Seresto-Halsband hilft dagegen jedoch bestens.
Montag, 13. November 2023
Donnerstag, 9. November 2023
#IStandWithIsrael #NeverAgainIsNow #AmYisraelChai
Am 9. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen. 85 Jahre nach der Reichspogromnacht hat Bundesminister und Vizekanzler Robert Habeck den jüdischen Pianisten Igor Levit gefragt, wie es heute ist, Jude in Deutschland zu sein.
Quelle für das Video: BMWK
Montag, 6. November 2023
#IstandwithIsrael #HamasAreTerrorists #AmYisraelChai
Luai Ahmed ist Yemeni, lebt und arbeitet in Schweden und ist mir zufällig in die Timeline bei Twitter/X geraten. Er äußert sich seit Beginn des Krieges in wirklich sehenswerten Videos:
Dear Muslims...
Samstag, 4. November 2023
Senhor Sanchos Mittel gegen Regen-Langeweile
Seit gestern im Haus, kommt von Zooplus und beschäftigt länger als jeder mittelgroße Büffelhautknochen. Schmeckt auch besser, meint Seine Hoheit. Und ist reine Biokost. Oder so. Kosten: 25 Stück derzeit knapp 14 Euronen. Für die Büffelhautdinger zahl ich bei der 3-Stück-Packung um 5 Euro.
Auch was für BB, liebe Ute? Es wäre halt rein optisch keine solche Scheusslichkeit...
Freitag, 3. November 2023
Senhor Sancho probt den Aufstand.
Draußen regnet es. Seit Tagen. Senhor Sancho will zwar einerseits raus in den Garten, andererseits ist's da nass und ungemütlich. Madame Bela hat keinerlei Bedürfnis, ihre müden alten Knochen in feuchte Kälte zu tragen und liegt lieber vorm warmen Ofen und döst vor sich hin.
Laaaaaangweilig, findet Seine Hoheit.
Er bringt Frauchen seinen Riesentennisball, der kaum ins Maul passt, aber den man doch werfen könnte. Frauchen wirft ein paar Mal vom Wohnzimmer in die Küche, der Senhor hüpft hinterher und apportiert. Nach dem vierten oder fünften Mal beschließt Madame, dass sie mitspielen will, bevorzugt aber eine kleine, neckische Rauferei mit Seiner Hoheit, die so ausartet, dass Frauchen beide nach draußen in den Garten schickt, weil's gerade eine Regenpause gibt.
Der Senhor jagt nach Avocados, wird fündig und will wieder rein. An Avocados knabbern und das Fruchtfleisch verzehren - das macht er lieber im Trockenen. Frauchen verweigert den Zutritt ins einigermaßen frisch geputzte Haus (Perle Fátima war am Vortag da), weil sie KEINE abgefieselten Avocadoschalen auf dem Teppich verteilt haben möchte. Seine Hoheit meckert laut, wirft die Avocado die Terrassentreppe runter und darf jetzt endlich rein. Madame Bela hat beschlossen, sich unter einen Strauch zu begeben, um dem Regen zu entgehen, weigert sich aber entschieden, wieder ins Haus zu kommen.
Der Senhor wird sauer: Regen ist laaaaangweilig. Frauchen bestückt den Schnuffelteppich. Daraufhin kommt auch Madame wieder ins Haus, und die beiden hündischen Herrschaften sind so ungefähr 15 Minuten eifrig beschäftigt. Danach muss man Siesta halten. Etwa eine Stunde - und dann ist's Seiner Hoheit wieder sooooo laaaaangweilig. Er fordert lautstark sein Recht ein, auf Frauchens Schoß zu kommen. Frauchen stellt sich taub und hält das auch durch, bis Senhor Sancho sich grummelnd und brummelnd auf seinen Platz begibt. Laaaangweilig. Fünf Minuten hält er es aus. Maximal. Aber es ist alles so laaaaangweilig.
Vielleicht mal versuchen, ob Frauchen jetzt in Streichellaune wäre?
Dazu schleicht der Senhor sich an, legt den Kopf auf Frauchens Knie und schaut herzerweichend mit einem tiiiiiefen Seufzer zu ihr auf. Streicheln wäre soooo schön. Es klappt. Allerdings nur ein paar Minuten, dann scheint Frauchen wieder in ihren Buch vertieft zu sein und vergisst, dass Seine Hoheit Streiiiiiiicheleinheiiiiiiten braucht. Dringend.



.jpg)



