Samstag, 3. Juni 2023

Mein kleines Gartenkraftwerk

 Nach langen Hin- und Her-Überlegen, ausgiebiger Recherche im Internet und bei mehreren Anbietern - sogar PTelecom (meo) rät mir dringend, so etwas zu kaufen, gerne mit Ratenzahlung via Telefonrechnung! - stand mein Entschluss fest:  
Ich möchte
1) ein bisschen Strom sparen,
dies 2) via Installation eine Solaranlage tun, aber
3) keine komplette Photovoltaikanlage kaufen, weil ich
4) "nur" zur Miete wohne.
5) tut's nicht nur der Stromrechnung, sondern auch der Umwelt gut, wenn man erneuerbare Energien nutzt. 

Nun bieten in Deutschland ja mittlerweile sogar Aldi und Lidl sogenannte Balkonkraftwerke an... da muss doch, meinte ich, auch in Portugal was zu machen sein. Vor allem haben wir ja nun wirklich mehr Sonnentage!
Meine Recherche ergab allerdings: In Portugal sind die Dinger leider relativ teuer. Vor allem, wenn es zwei Paneele sein sollen mit 600 Watt Leistung (so viel darf man in Deutschland derzeit ohne extra Genehmigung einspeisen, in Portugal ist's ähnlich).

Meine erste Idee: Paneele und Zubehör in Deutschland kaufen und von einem Spediteur meines Vertrauen mitbringen lassen. Die Preise dieser kleinen Solaranlagen sind nämlich in Portugal für nur ein Paneel mit ca. 300 Watt ziemlich hoch. 

Aber dann dacht ich: Speditionskosten mit dazurechnen, außerdem muss ich einen Elektriker haben, der es mir ein- bzw. aufbaut und anschließt... das trau ich mir nicht zu. Zwei Paneele wiegen um 50 Kilo, das Zubehör ist auch kein Leichtgewicht... und dann arbeiten mit Strom: nein, lieber nicht! Das überlasse ich dann doch lieber Experten.

Wofür kennt man via Facebook-Gruppe Leute, denen frau ebenfalls vertraut?!
Gedacht, getan: Ich kontaktierte Sultan Dzyba und wir wurden rasch handelseinig. Alles komplett 900€, inklusive Aufbau. Und inklusive der schweren Betonplatten, an denen die Paneele befestigt sind, auf dass sie bei heftigem Wind nicht durch die Gegend fliegen.   

Heute war Sultan nun da - mit "Scheffin" Sabine und zwei Mitarbeitern - und hat das Ding mit viel fröhlichem Gequatsche nebenbei und ausgiebiger Obsternte sowie hündischer (und selbstverständlich meiner) "Abnahme" der Anlage innerhalb von ca. 2 Stunden aufgebaut. 

Ist kleiner als ich befürchtete - ich dachte irgendwie, dass die obere Wiese des Garten völlig zugebaut sein würde - und läuft schon. Bin gespannt auf die erste Rechnung der edp, bei der sich das niederschlägt (also frühestens die Juli-Abrechnung). 

Ausgesprochen angenehmer Nebeneffekt:
Ich wollte Sultan fragen, was er mir zu meinem Schwimmbecken raten würde. Da ist ja keine Pumpe mit Filter drin, weil es kein "echter" Pool ist, sondern das Überlaufbecken unserer hauseigenen Quelle. Bevor ich die Frage auch nur stellen konnte, meine er, da könne er mir behilflich sein. Er sah nämlich auf den ersten Blick, dass mein Pool eher eine grüne Oase für allerlei Getier von Algen über ich-weiß-nicht-was bis hin zu Fröschen ist. Es gäbe da allerdings, meinte er, kleine Anlagen, die würden auch über Solar gut laufen und er mache mir ein Angebot.

Nun bin ich gespannt: In meinem Pool hausen nämlich seit ein paar Tagen tatsächlich ein paar laut quakende Frösche. Nix dagegen einzuwenden, so im Prinzip. Aber ich stell mir leider dauernd vor, dass die tausende von Kaulquappen produzieren, und mit denen mag ich nicht schwimmen. Da binsch zickig.  

Bevor die Naturschützer mich jetzt steinigen:
Für die Frösche gibt es einen riesigen, frosch-angenehm verschlammten und mit Grünzeug aller Art bewachsenen Tank, in dem sie sich gerne tummeln, quaken und vermehren dürfen. Schwimmen tu ich lieber allein.




Wer sich genauer über Balkonkraftwerke informieren möchte - ich fand diesen Link recht hilfreich -> LINK

Mittwoch, 31. Mai 2023

Senhor Sancho übt Hochsprung. Tag 22

Seine Hoheit wird von Verlustängsten gebeutelt. 

Kaum ist Frauchen aus dem Haus, jammert und fiept er lautstark rum (erzählte mir Fátima, als ich nach unfassbaren 90 Minuten wieder heimkam).
Da nutzt es nix, dass ich - gut von Madame Jenny und Madame Bela erzogen - es niemals wagen würde, das Haus bei Wiederkehr ohne diverse Leckereien zu betreten...
Als da wären: pescoços oder asas de Frango (also Hühnerhälse bzw. -flügel), die von den Damen roh geliebt wurden/werden, für den Senhor allerdings gekocht werden müssen.
Anders mag er's nicht, spielt damit nur rum, bis der Hühnerhals in Fetzen ist und dann schleppt er das Ganze ins Haus und knurrt bedrohlich, falls Madame Bela einen Blick drauf wirft. Geschweige denn sich nähert.
Hinweis für alle - Achtung Insider! - Krauses: Von mir lässt er sich alles ohne Probleme abnehmen!

Heute gab's eine extra leckere Dose Nassfutter als Mitbringsel: Rindstückchen mit Gemüse, Nudeln und Soße. Und dazu - aber das interessierte keine*n der Hundeschaften auch nur im Geringsten! - endlich je eine Namens- und Registrierungsmarke für Senhor Sanchos Halsband (Tasso e.V.).

Doch all das ist völlig egal: Senhor Sancho sitzt in Frauchens gar furchterbarer Abwesenheit heulend da und versucht um jeden Preis, das Haus zu verlassen und Frauchen draußen zu suchen. Ich hoffe ja sehr, dass sich das irgendwann mal gibt. Wobei ich verstehen kann, dass er jetzt, nach der doch erst recht kurzen Zeit im neuen Daheim, einfach noch nicht einschätzen oder: besser glauben kann, dass die Futterverwalterin, Streichlerin und Bettgenossin (seufz!) wirklich wiederkehrt. Am ersten Tag ist er mir ja sogar in den Pool nachgesprungen, um mich zu retten...

Fátima hatte schlechtes Gewissen, denn obwohl sie Seine Hoheit mit biscoitos bestach, um seinen gar schrecklichen Kummer zu mindern, wollte sie doch auch ihren häuslichen Aufgaben nachkommen. Also wagte sie es, Senhor Sancho kurzzeitig aus den Augen zu lassen. Das nutzte das völlig verzweifelte Tier aus: "Schlafzimmerfenster offen? Hah - so hoch ist das nicht! Das schaffe ich!" Wäre ihm auch geglückt, wenn er den sich leicht im Wind wehenden Vorhang in seiner avisierten Sprungbahn miteinberechnet hätte. So hörte Fátima nur ein "Raaaaatsch", eilte ins Schlafzimmer und - fand Seine Hoheit mit Kopf, Hals und Schultern auf der einen Seite des Vorhangs, Bauch und Hintergestell auf der anderen. Er konnte weder vor (also aus dem Fenster) noch zurück auf die Absprungbasis. Glücklicherweise ein glatter Längsriss, der leicht zu reparieren sein wird. 

Foto spar ich mir - ihr müsst eben eure Fantasie spielen lassen... 

Als ich dann endlich endlich heimkam, konnte Senhor Sancho sein Glück kaum fassen. Und steckte mit seiner Wiedersehensfreude Madame Bela an, die auf ihre alten Tage beschloss, dass sie doch auch mal an Frauchen hochspringen könnte. Knapp 30 Kilo Bela und ca. 18 Kilo Sancho - das haut einen fast um.

Jetzt starrt Seine Hoheit auf MEINE Pizza und überlegt, wie er dran kommt, ohne sich a) eine heftige Rüge einzuhandeln und b) die Schnauze zu verbrennen.

  
PS: Er war NICHT an der Pizza dran. Ich war schneller. Und er weiß jetzt, was der Befehl "baixo" bedeutet. Funktioniert auch bereits hin und wieder. 

Dienstag, 30. Mai 2023

Senhor Sancho hat Stufe 2 erreicht und überschritten. Tag 21

 Es gibt ja die 3-3-3-Regel: 

_3 Tage braucht der adoptierte Hund, um erst einmal den Umzugsstress ins neue Heim zu verarbeiten;

_3 Wochen, um die neue häusliche Routine kennenzulernen (da sind wir momentan) und

_3 Monate, um sich wirklich daheim zu fühlen. Auf dem Weg dahin ist der Senhor jetzt. 


Seine Hoheit hat entdeckt, dass man blitzschnell und auf den Hinterbeinen stehend durchaus mal eben ein Häppchen extra vom Gartentisch klauen kann, wenn Frauchen sich mit Vermieter und neuen Nachbarn unterhält. Die dazugehörige Unschuldsmiene hat Senhor Sancho selbstverständlich ebenfalls drauf. 

Spielen ist nur hin und wieder drin, obwohl Madame Bela das sooo gerne möchte. Der Senhor apportiert lieber, und das ziemlich unermüdlich. 



Und danach: relaxen in "seinem" Sessel. 

Den Tagesablauf hat er verinnerlicht, Nasenarbeit findet er toll. Nur beim hündischen Essen muss Frauchen noch aufpassen und danebensitzen, denn Senhor Sancho klaut nicht nur von unbewachten Gartentischen, sondern auch hemmungslos von Madame Bela, die leider nicht kapiert, dass eigentlich sie die Scheffin ist. Seufz.

Donnerstag, 25. Mai 2023

Senhor Sancho fängt an zu spielen. Tag 16.

Heut das erste Mal so richtig. Endlich! Bela versucht es ja schon seit ein paar Tagen, nun hat er es endlich kapiert. Noch zaghaft, aber immerhin hat er die Socke samt Tennisball rausgekramt und ins Spiel eingebracht. 




War alles sehr aufregend heute: Frauchen wagte sich allein aus dem Haus, und obwohl Fátima ein Auge auf Senhor Sancho hatte - ich lass Hoheit noch nicht völlig allein im Hause -, gelang es ihm, auszubüxen und auf der Suche nach Frauchen bei Nachbars Hunden vorbeizuschauen. Seufz. Aber ich bin stolz auf ihn: Als Fátima ihn nämlich rief, kam er freudig und sofort zurück. Fátima hat ihn dann nicht mehr aus dem Haus gelassen - sicher ist sicher, wir wissen nämlich noch nicht, wie und wo er es geschafft hat, durch den Zaun zu kommen. 

Ich war etwa 1 Stunde weg, und als ich dann heimkam: großer hündischer Jubel! Seine Hoheit konnte sich fast nicht mehr einkriegen. 

Jetzt ruht Senhor Sancho nach all diesen Aufregungen in "seinem" Sessel.



Mittwoch, 24. Mai 2023

Senhor Sancho und Madame Bela: Tag 15.

Man benutzt sich gegenseitig in Frauchens Bett als Kopfkissen.

Wenigstens hab ich jetzt wieder mehr Platz in MEINEM Bett, nachdem ich nicht mehr als Hundetrenner fungieren muss.

Gestern war MEO im Haus: Senhor Sancho meldete ordentlich, ließ von jeglichem hysterischen Gebell ab, als ich ihn zur Ordnung rief und beschnüffelte danach den Techniker.  Nach dieser hündischen Freigabe durfte der die Telefonleitung überprüfen und reparieren (wir hatten nämlich Gewitter, und das führt in der Serra dazu, dass Telefon und Internet fixo gerne mal ausfallen).


Dienstag, 23. Mai 2023

Seufz. Senhor Sancho heute morgen. Tag 13.

Erst völlig entspannt in Yoga-Haltung neben Madame Bela. Dann halb auf mir drauf. 


Und gestern Abend hat er entdeckt, dass ein Sessel abends völlig unbenutzt rumsteht.

 

Sonntag, 21. Mai 2023

Senhor Sanchos Sonntag. Tag 11

 Der zweite, seit er bei mir in der Casa Leone weilt.  Seine Hoheit haben sich bestens eingelebt. Beweisvideos anbei. 

Selbstverständlich muss das Tier beschäftigt werden - dafür gibt es beispielsweise den roten Kong. 

Wie man richtig frisst, weiß der Senhor mittlerweile auch - und ihm ist ebenfalls bekannt,
dass man genau nachschauen muss, ob der Napf der (hündischen) Hausgenossin wirklich ab-so-lut leergefressen ist. 
(Zusatzinfo: Er kontrolliert auch Frauchens Napf - zumindest auf Distanz mit seiner Nase, bis der Teller im Spülbecken steht)

Das führt allerdings dazu, dass die Hausgenossin ihrerseits den hoheitlichen Napf untersucht
und dabei zu ihrer freudigen Überraschung feststellt,
dass Senhor Sancho ihr ein paar Kleinigkeiten übriggelassen hat. Tja... Pech gehabt, Senhor!

Andererseits: Mit Kongfüllung als Vorspeise und Hühnerbrust, Reis, bisschen Brühe und normalem Trockenfutter als Hauptgericht kann man sich dann beruhigt zur Siesta begeben und sich den Sonne auf den vollen Ranzen scheinen lassen. 


Nachher soll's Gewitter und Regen geben - es grummelt schon. Also besser die letzten Sonnenstrahlen ausnutzen...


Samstag, 20. Mai 2023

Senhor Sancho in abendlicher Idylle. Tag 10.

 Seit' an Seit' liegen die Hundeschaften auf der oberen Wiese im totalen Grün und nagen jeweils an einem getrockneten Hühnerfuß. Seine Hoheit links im Bild, Madame Bela rechts.



Donnerstag, 18. Mai 2023

Senhor Sancho verteidigt Haus und Hof. Tag 9 (Teil 2)

Heute war es aufregend für seine Hoheit. Freunde von Frauchen zu Besuch, und allein die Vorbereitungen waren eine Wonne für Senhor Sanchos feine Nase: Schinken und Käse wurden angerichtet. Leider außer Reichweite deponiert bzw. im Kühlschrank eingeschlossen. Keinerlei Chance, da etwas zu erlangen - Frauchen bewachte wirklich alles!

Allerdings wussten wenigstens die Besucher, was sich bei einer Visite an Senhor Sanchos Hof geziemt: Sie brachten edle Gaben in Form von Kaustäbchen mit, die seiner Hoheit dargereicht wurden, wenn er des Weges kam (und er kam oft). Außerdem vorhanden: 4 Hände mehr, um zu streicheln. 

Zwischendurch allerdings, so stellte der Senhor fest, waren aus Richtung Eingangstor befremdliche Geräusche zu vernehmen. Diesen musste eilfertig und mit einem kurzen und verwarnendem Beller nachgegangen werden. Etwaige Eindringlinge müssen schließlich von Anfang an wissen, dass ab sofort seine Hoheit Haus und Hof bewacht.

So war es ein rundherum gelungener Tag für Senhor Sancho. Er findet außerdem, dass solcher Besuch gerne öfter kommen darf. Findet Frauchen auch. Aber aus völlig anderen Gründen!



Am 9. Tag: Endlich. Senhor Sancho hat's kapiert.

 So muss das! 

Okay: Hoheit könnte seinen Essplatz etwas ordentlicher hinterlassen. Aber er hat ja Personal... seufz. 

Und warum eine halbe Möhrenscheibe übrig bleiben muss (alle anderen hat er verspeist), weiß wohl auch nur er. Essensgabe für irgendwelche Götter?