Mittwoch, 19. Februar 2025

Oma hat sich geirrt!

Meine Großmutter war einer festen Überzeugung, die sie als lebenslange Hundebesitzerin gerne und immer wieder kundtat: "Nur ein völlig ausgehungerter Hund nimmt trocken Brot zu sich!"

Oma, du hast nicht recht gehabt bzw. hast leider Senhor Sancho nicht kennenlernen dürfen!

Da geht Frauchen heute Abend in die heiße Badewanne, lässt zwei Körnerbrötchen auf der Küchentheke - OHNE was drauf, ich bin ja lernfähig und nicht völlig verblödet und außerdem aus Erfahrung klug geworden. 

Und eben, nach Robert Habecks TV-Polittalk, geh ich in die Küche... nur noch eines da. 

Harmlos scheinende Blicke Seiner Hoheit täuschen nicht darüber hinweg, dass er der Broträuber ist.

Und nein! Er hat tagsüber NICHT hungern müssen. Es gab getrocknete 2x Hühnerfüße und 2x Hunde-Zahnputz-Sticks und normales Mittagsfutter und er durfte sogar den Rest der Pilzsauce auslecken, der von Frauchens Mittagsmahl übrig war. 

OK, ein Körnerbrötchen reicht mir zum Abendessen, das zweite war eh für morgen früh gedacht. 

Mit strafendem Blick auf den Senhor setze ich mich gemütlich mit Tee und einem lecker Schinkenbrötchen nieder. Und was tut das Untier?!
Es schleppt aus seinem Korb die äußerlich völlig unversehrte Beute herbei und legt sie mir zu Füßen. Genauso wie die tote Maus, die der Senhor mir letzthin auf der Gartenterrasse dargebracht hat. 

Es ist völlig klar, dass Seine Hoheit genauestens abwägt: "Trockenes Brötchen oder lieber Schinkenbrötchen?" SEINE Entscheidung ist offensichtlich. Allerdings leider nutzlos und damit vergebens. Frauchen bleibt hartherzig.

Sooo unschuldig kann Senhor Sancho gar nicht dreinschauen...

Sonntag, 16. Februar 2025

Aus der Reihe "wenn die liebe Ex Nachbarin wieder mal an der Pastamaschine war"...

 ... und sich's nicht nehmen lässt, mit der ganzen family vorbeizuschauen und ausgesprochen leckere Spaghetti mitzubringen. 

Seit neuestem bin ich ja "Backup" für die Kindlein, falls sich bei Lisa und Helge mal Termine überschneiden, und deshalb Kindleinbewachung nötig sein sollte. Kein Problem, denn

  • erstens hat der Senhor die beiden ganz gut im Griff - er liebt bekanntlich Bällchenwerfen via Katapult, und das beherrschen mittlerweile sowohl Yonah als auch Matteo. Noch besser ist
  • zweitens: Ich hab meinen Jenga-Turm ausgegraben, und man glaubt nicht, mit welcher Vorsicht und Achtsamkeit zwei eigentlich lebhafte Jungs sitzen und Holzstückchen verschieben. Und zum
  • dritten lieben beide Asterix & Obelix, die in der Casa Leone komplett vorhanden sind und dazu führen, dass die zwei eigentlich Lebhaften gemeinsam auf der Terrassentreppe sitzend ruhig und konzentriert lesen. Meine Vermieter trauten ihren Augen kaum...

Backup wäre also - hoffe ich - relativ  problemlos.

Die Spaghetti hab ich heute gleich verarbeitet. Ursprünglich hatte ich Pilzsauce geplant, dann aber entschied ich mich um: Spinat-Frischkäse-Mischung pikant mit Chiliflocken abgeschmeckt. Dazu ein Glas 🍷und das Ganze auf der Terrasse in der spätnachmittäglichen Sonne (wobei gerade dicke Regenwolken aufziehen...).

Kuckst du.

Der Senhor bekam EINE laaaange Nudel ab, weil's nix Lustigeres gibt als nen Hund, der Spaghetti isst. Seine Hoheit fand's sehr lecker, wollte mehr, aber nix da. Alles für Frauchen (wobei ich 1x Nudelportion für morgen und 1x eingefroren hab - und da freu ich mich schon drauf!). Senhor Sancho mutierte daraufhin zum Spitz. Kuckst du nochmal.

Donnerstag, 30. Januar 2025

Die nettesten Nachbarn ever!

Das war eine Nacht gestern! 

Ich hatte mich auf einen gemütlichen TV-Abend eingestellt (Dschungelcamp!), als draußen die Hölle losbrach: Donnerschlag und Blitze, dazu wahre Sturzbäche an Regen, die bei starkem Wind fast horizontal an die Fensterscheiben klatschten. Und natürlich: Strom weg. 

Die Sicherung im Haus war raus - nur leider nutzte es nix, die wieder einzuschalten, denn es war die Hauptsicherung, die - wie einige von euch ja wissen - ca. 50 Meter entfernt außerhalb des Hauses liegt.
Ich war not amused. Schließlich war im Dschungelcamp gerade der Höhepunkt der Sendung und mir entgingen damit entscheidende Minuten! 

Zurück im Wohnzimmer warteten zwei Nachrichten der neuen Nachbarn auf mich: "Bei dir der Strom auch weg?" und "Ah, jetzt isser wieder da!"
Ein paar Minuten später: "Und jetzt isser wieder weg."

Damit war klar: Auch die Nachbarn mussten aus ihrem gemütlich warmen Haus. Denn deren Hauptschalter ist am Poolhaus angebracht, praktisch auf meiner Wohnhöhe. Weil's extrem nette neue Nachbarn sind, schrieb Hannah gleich dazu: "Wenn Karim bei uns eh rausmuss, hilft er dir gerne bei deinem Schalter."
Das nahm ich dankbar an.

Es trafen sich also nächtens zwei Gestalten - eine mit Schirm (ich), einer mit Kapuze (Karim), mit Taschenlampen und Spezialschlüsseln für meinen aushäusigen Zählerkasten ausgerüstet, am Tulpentor. Im strömenden Regen. Unter Blitz- und Donnerschlag. Und heulendem Sturm.

Senhor Sancho ließ es sich nicht nehmen, die technischen Fähigkeiten des neuen Nachbars zu begleiten und wohlwollend zu überprüfen. Seine Hoheit weiß: Das ist seine Chance, die doofen (und angeleinten) Nachbarshunde zu verbellen. Außerdem weiß er: Stromzufuhr ist wichtig, weil da auch der Kühlschrank davon abhängt und damit möglicherweise des Senhors leibliches Wohl.

Der edp-Zähler grüßte uns freundlich mit gelbem Lichtlein (der optische Hinweis für "Es stimmt was nicht!"). Ich hielt die Taschenlampe, Karim schraubte und schraubte und entfernte den Zählerdeckel.
Ich hatte die Anweisungen der edp vom letzten Mal noch im Ohr und im Gedächtnis und drückte den orangefarbenen rechteckigen Knopf für 5 Sekunden. Laut mitgezählt.
Es tat sich - nichts.
Dasselbe nochmals - aber der Zähler oder der Knopf waren beleidigt und taten immer noch nichts. 

Ratlosigkeit bei uns beiden. Aber nur kurz, denn ich hatte wohlweislich den zweiten Spezialschlüssel dabei, für den Sicherungskasten HINTER dem Zähler. Also musste ich die Kette auffummeln, die das dortige Tor verschließt. Selbstverständlich war sie diesmal besonders tricky angebracht - man gönnt sich ja sonst nix -, ich fand zunächst trotz Karims Beleuchtung den Haken nicht. Aber dann:

  • Sicherungskasten aufgeschlossen, dabei - man kennt das schon - Schirm und Taschenlampe balanciert.
  • Sicherungshebel nach oben schieben - und zack:
  • Es ward Licht. 

Kluge Frau hatte vorgebaut bzw. vom letzten Mal (siehe Link oben) gelernt und die Außenbeleuchtung am Haus eingeschaltet, damit man von weitem sehe könne, wenn der Strom wieder da ist. Und Mann und Frau sahen. Juhu.
Der Zähler zeigte kein gelb-orangenes Warnlicht mehr. Karim schraubte die Abdeckung wieder drauf und wir konnten zurück in unsere jeweiligen Häuser. Im weiterhin strömenden Regen, unter Blitz- und Donnerschlag und heulenden Windböen, Seit' an Seit' den rutschig-morastigen Weg entlang balancierend. Der Senhor hüpfte fröhlich um uns herum, wollte dann aber doch schnell wieder ins Warme. Und ich hatte letztendlich nur ca. 10 Minuten Dschungelcamp verpasst. 

1000x obrigada an Karim und Hannah - die nettesten und hilfsbereitesten Nachbarn ever. Am Tag vorher hatte Karim mir schon mit einer elektrischen Luftpumpe ausgeholfen, weil einer meiner Reifen platt war.
Die beiden sollten bitte noch jaaaaahrelang hier bleiben und haben lebenslanges Ernterecht für Avocados und Tomarillos und alles andere, was bei mir im Garten gedeiht.

Samstag, 25. Januar 2025

Der Senhor und die "gebadete Maus"

Der Senhor hats geschafft. Er hatte sich nachmittags irgendwo im Dreck gewälzt oder er musste seinen Ball im umgegrabenen Beet suchen.., Jedenfalls war der halbe Rücken Seiner Hoheit vom Fell her ganz verklebt. Ein Bad war also angebracht und angesagt. Zwar betritt Senhor Sancho das Badezimmer ohne zu zögern - allein schon, damit er Frauchen nicht und niemals aus den Augen verliert. In die Wanne aber geht er - weil's bisher erst einmal passiert ist - freiwillig nicht rein. Also hab ich ihn reingehoben. 

Ich sah nach vollbrachter "Arbeit" mehr wie eine "gebadete Maus" aus als er: Denn mir ist der Duschkopf aus der Hand gerutscht und hat - natürlich! - in die richtige Richtung gestrahlt. Aber ich wollte ja heut eh Haarewaschen...

Senhor Sancho stand brav und zitternd mit eingezogenem Schwanz in der Wanne und hat sich abbrausen und schamponieren lassen. Ohne zwischendurch Ausbruchsversuche zu unternehmen. Ich konnte ihn sogar nach vollendetem Bad rechtzeitig - also vor dem Igitt-Wasser-an-meinem-Körper-da-schüttel-ich-mich-doch-mal-ausgiebig - in ein altes Badelaken hüllen. 

Seine Belohnungen hat er gerne einkassiert bzw. eingeatmet: 1x Hühnerfuß,1x Dentalkaustick und 1x Kuhhuf. Danach saß er feucht auf seiner Fensterbank. Raus wollte er nicht, er hoffte wohl auf weitere Belohnungen. 

Das Filmchen ist von seinem ersten Bad vor eineinhalb Jahren - da sah er ähnlich aus...

Mittwoch, 22. Januar 2025

Weltuntergang...

Heute Nacht war echt "Weltuntergang": Es schüttete, Sturmböen rüttelten an Bäumen und Haus. Kurz vor Mitternacht gab's auch noch Gewitter, und das ziemlich lange. Sogar dem Senhor war's nicht recht geheuer. Erst verbellte er den Donner, dann entschied er: "Frauchen, bitte ins Bett und kuscheln! Draußen ist's so gruselig."

Nachdem mein Bett bereits vorgewärmt war - kluge Frau hat schon nach dem ersten Winter in Portugal vor vielen, vielen Jahren vorgebaut und Wärmedecke fürs Bett gekauft -, kam ich Senhor Sanchos Wunsch nur zu gerne nach. Er ist ja offiziell anerkannter "Wärmehund" (besser als jede Wärmflasche, die ja nach und nach kalt wird), schnarcht nicht und wacht nicht mal auf, wenn Frauchen ihn wegen eigener Platzbedürfnisse rigoros zur Seite schiebt. Seine Hoheit ist nämlich der Meinung, dass ihm mindestens die Hälfte des 160-cm-breiten Bettes zustehe. Ich sehe das naturgemäß anders, vor allem, wenn ich schlafen und nicht mehr lesen will. 😃

Viel Schlafen war in dieser Nacht allerdings eh nicht: Das Gewitter war mit Pausen um 3 Uhr nachts noch zu sehen und zu hören, der Starkregen ist zwar, wenn man eingekuschelt warm im Haus ist, erträglich; aber ich machte mir langsam schon Gedanken, ob's nicht doch irgendwo reinregnet. Das hatten wir nämlich schon mal: Wenn starker Wind aus der "richtigen" Ecke bläst, drückt es das Wasser durchaus ins Haus. Ist bisher nur ein-, zweimal passiert, seit ich hier wohne. Aber eben stets bei solchen Witterungsbedingungen. 

Der Strom flackerte auch ein paar Mal - und ich sah mich schon wieder im strömenden Regen nach draußen wandern. Aber diesmal hielt alles. Ich hab nur sicherheitshalber gleich das Handy zum Laden eingestöpselt...

Anbei noch ein paar Fotos - ich will niemandem des Senhors neuesten Spleen nicht vorenthalten: Bei diesem unwirtlichen Wetter, bei dem er ja so gar nicht raus möchte, steht er melancholisch starrend an der Terrassentür, legt sich sogar hin, um trübsinnig in den Regen zu schauen: 

  

Kein Ballspielen heute - Regen ist doof!

Montag, 20. Januar 2025

Regen, Regen, Regen

Bei uns schüttet es seit kurz nach Mitternacht. Kübel- oder eher badewannenweise kommt das Wasser runter. Die Sichtweite beträgt ca 100 Meter, der gegenüberliegende Hügel ist hin und wieder komplett im Nebel verschwunden.

Senhor Sancho weigert sich, das Haus zu verlassen; er macht lieber Blasentraining, als bei diesem Wetter zum Pinkeln rauszugehen. Nasses Gras könnte sein Bäuchein benetzen, und seine Pfoten mögen kalte Regenpfützen ebenfalls nicht. Ein wahres Wunder, wie lange Seine Hoheit einhalten kann...
Die einzige Chance, ihn heute überhaupt schon aus dem Haus zu kriegen, war, als sich der Nachbarshund vor einer halben Stunde dem Zaun näherte und dringend persönlich verbellt werden musste. Keifen nur auf der Fensterbank war zu wenig und offensichtlich nicht so wirksam wie der persönliche Auftritt des Senhors. 

Im Übrigen ist Senhor Sancho der festen Überzeugung: Bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die Türe und ihn schon mal gleich gar nicht. Seine vorwurfsvollen Blicke zeigen deutlich, dass solch ein Ansinnen einfach un-mög-lich ist. 

Vorwurfsvolle und fassungslose Blicke kann der Senhor gut - ob's um zuwenig Futter oder Streicheleinheiten geht oder um das Ansinnen, er müsste in den Regen hinaus

Frauchen durfte heute sogar mal bis gut nach hlab zehn ausschlafen. Danach hab ich gleich angeheizt und werde mich nachher in eine Decke gekuschelt auf die Couch begeben und lesen und/oder netflixen. 

Gut das der Gärtner am Samstag noch schnell da war:
Die Rosen sind jetzt endlich beschnitten - das muss nämlich vor Neumond im Januar passieren, wie mir von diversen portugiesischen Fachkräften berichtet wird. Das Geburtstagsgeschenk meiner Vermieter war ein wunderschöner, altrosa blühender Rosenstock - der hat jetzt auch seinen Platz gefunden. Und ich muss natürlich bei diesem Wetter nicht zum Gießen raus!

Ein paar Kiwis und Orangen hab ich mir gestern nachmittags noch geerntet. Vitaminmäßig ist also auch alles im grünen Bereich. Der Gärtner brachte als Geschenkle riesige Gemüsezwiebeln mit, die hab ich gestern noch zu leckeren, pikant-süßen Rotweinzwiebeln einkochen lassen - und die wird es nachher zu Kartoffelpüree und Hähnchenbrust geben. Alles in allem ist der Regen also aushaltbar.

Mittwoch, 15. Januar 2025

Raureif und weitere Dschungelbekämpfung

Heute morgen: Die obere Wiese war komplett weiß mit Raureif. Ich mag das nicht leiden, und der Senhor findet kalte Pfoten auch nicht schön. Es ist derzeit saukalt in Portugal, gut, dass wir den Grundofen haben, der muckelig warm macht.

Um halb zehn kamen die Jungs (Carlos und Franco) und heute auch ein Mädel (Kathy) von Algarve Manual Services zur Casa Leone, um meinen Gartendschungel weiter zu bekämpfen. 

Die Glyzinie auf der Terrasse musste als erstes ran - die hat jetzt wahrlich viel Luft, um sich bald entfalten zu können. Wenn da die ersten blauen Blüten zu sehen sind, weiß man: Früüüühling ist praktisch da!


Neben meinem Schwimmbecken hatten sich ein blau blühender Strauch und ein Schmetterlingsstrauch so ineinander verwachsen, dass da ebenfalls ein brutaler Schnitt nötig war. 


Da hat Senhor Sancho jetzt wieder viel Platz zum Laufen und Ball-Nachjagen.

Am Mandarinenbaum rechts an der Terrasse, neben der Hollywoodschaukel, mussten Carlos und Franco ebenfalls tätig werden. Ungern, denn Zitrusbäume schneidet man jetzt um diese Jahreszeit eher nicht. Aber auf der Seite waren eine Menge toter Ästchen - und jedes Mal, wenn ich zum Ernten oder Ball-aus-der-Hecke-Holen für den Senhor unterwegs war, hat es mir die ins Gesicht gehauen. Vor allem am späteren Nachmittag, denn im Gegenlicht des Sonnenuntergangs sehe ich das als old lady ja nimmer so gut. 

Jetzt toben sie sich auf der oberen Wiese aus: Da hat eine Yucca-Palme, die ich vor 12 Jahren, als ich hier einzog, aus einem mittelgroßen Zopf in die freie Natur umsetzen ließ, klammheimlich die Macht ergriffen und meinte, mit drei oder sogar vier Stämmen an der Hausmauer empor Richtung Dach wuchern zu müssen. Man kann sich, wenn man das Gewächs jetzt ansieht, wirklich nicht vorstellen, dass diese Yucca mal in einem Topf gewohnt hat. 


Auch die Zweitpalme wurde gestutzt, die sich heimlich da oben eingenistet hatte. Hinter dem ebenfalls beschnittenen Rizinusstrauch und der Lucia Lima war sie kaum zu sehen gewesen...


Dienstag, 24. Dezember 2024

Fröhliches Geburtstagsessen

Es ist zwar heute Heiligabend... aber der guten Ordnung halber: Gestern zu meinem runden Gebirtstag gab's tolle Geschenke! Ich habe heute meinen ersten Tag als "Glorreiche 7" genossen - und hoffentlich werden noch viele weitere Tage folgen. Sogar meine geprellte Rippe hatte beschlossen, darauf zu verzichten zu schmerzen. 

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, heute kommen noch Lisa und Helge vorbei auf ein Schluckerl Sekt. Kurz gesagt: Mir geht's rundherum gut und ich freue mich auf mein neues Lebensjahr.

Gesterns war's zwar sonnig, aber nach so einem halben Stündchen draußen sitzend beim Geburtstagsessen wurde es doch recht frisch: ein eisiger Nordwind störte die Gemütlichkeit. Tat aber unserer Fröhlichkeit und dem Genuss keinen Abbruch: 

 
 
   
Ein extra obrigada gibt's an Ute, Hans-Georg, Kerstin, Petra und Karl dafür, dass wir künftig für den "Stuhlkreis" wirkliche tolle Sitzgelegenheiten haben. Nachdem es so frisch war, haben wir uns alle noch auf die windgeschützte Terrasse der Casa Leone begeben und den Stuhlkreis dort eingeweiht. Der Senhor war heilfroh, dass seine Untertanen wieder da waren und schickt heute ein extra Xmas-obrigado an Tante Uteken dafür, dass er nicht vergessen wurde und Leckerlis für ihn dabei waren.
Am Spätnachmittag freute ich mich über Anrufe der Family - im Salzburg waren sie alle versammelt und es war schön, wieder mal mit Schwester und Neffe und Schwager zu quatschen. 




Samstag, 21. Dezember 2024

Rückschlag

Es hatte sich diese Woche, also die vergangenen Tage wirklich ständig verbessert: Meine Rippenprellung tat kontinuierlich weniger weh, ich wähnte mich auf dem Weg zur vollständigen Genesung. 

Aber dann streckte ich den linken Arm auf den Bett sitzend zur Wasserflasche aus und es "schoß" wieder ein. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag verbrachte ich also halb sitzend, halb auf dem Rücken liegend.
Der Senhor war nicht sehr lernfähig, wollte ab 8:30 beschäftigt werden, und das ging nun mal gar nicht. Also hab ich ihn rausgeworfen, die Türe trotz nur weniger Grade über Null offen gelassen und kroch (im wahrsten Sinne des Wortes) wieder ins Bett.

 

Schon um halb acht hatte ich Lisa kontaktiert - sie meldete sich rasch (gut, dass ihre Kindlein Frühaufsteher sind). Diagnose: Muskelverspannung übelster Art, sie würde ihren Mann vorbeischicken mit Medikamenten. Sie selbst war schon auf dem Weg in die Praxis (freitags leider am "falschen" Ende der Algave) und Helge brachte den kleinen Matteo in den Kindergarten.
Bei seinem Kranken- und Medikamentenlieferbesuch heizte Helge auch den Ofen an - und dann warf ich die erste (von wohl leider vielen Pillen) ein.
Verschrieben hatte Lisa mir ein relativ starkes Muskelrelaxans, das glücklicherweise schnell wirkte. Normale Schmerzmittel wie Ibuprofen 400/800 könne ich, meinte sie, für einen kurzen Zeitraum durchaus nehmen. Bin zwar nicht völlig schmerzfrei, kann aber wenigstens einigermaßen normal gehen bzw. sitzen. Und heute Nacht ging es auch schon wieder, auf der Seite zu schlafen und nicht wie so'n ägyptischer Pharao auf dem Rücken liegend. 

So werde ich auf meine alten Tage noch zum Junkie. Aber alles besser als diese fiesen Schmerzen. Glücklicherweise kann ich ganz gut sitzen, so dass dem Binge-Watching diverser Serien nichts entgegensteht. Der Senhor muss nach draußen in die Kälte, zumindest dann, wenn er nicht pennt. Stört Seine Hoheit recht wenig, denn ich durfte gestern einen Hund beobachten, der auf den Hinterpfoten balancierend seine heißgeliebten Avocados direkt vom Baum pflückte. Kein Foto oder Video möglich, leider, weil ich nicht so schnell aus dem Sessel kam und die Handykamera aktivieren konnte. 

Symbolbild

Samstag, 14. Dezember 2024

Senhor Sancho und Freitag, der Dreizehnte

Wer hier mitliest, weiß ja schon: Senhor Sancho ist kein guter Krankenpfleger. Das zeigte sich bei Bela, und heute Nacht und heute Morgen wäre es bei mir wirklich mal nötig gewesen...

Gestern hatte nämlich der "Fluch vom Freitag den 13." zugeschlagen. Ich eilte glücklich zum Postamt, denn endlich war die Benachrichtigung im Briefkasten, dass mein Führerschein da sei. Leider bin ich beim Rausgehen dem leicht nassen, spiegelglatten und abschüssigen Kopfsteinpflaster ausgerutscht und hab mich "hingelegt".
Und weil's gar so schön war, beim Betreten des mittäglichen Lokals dasselbe gleich nochmal: Da ist eine extrem hohe Stufe und das mag mein Knie nicht.

Zuhause hab ich mich erst mal gepflegt. Zwar fühlte ich mich, als ob ich unter einen LKW gekommen wäre. Aber trotzdem schien alles gar nicht sooo schlimm: Im Wohnzimmer war es muckelig warm; in eine Decke eingehüllt schaute ich ein paar Folgen einer meiner Lieblingsserien ("Outlander") 

Der Senhor ruhte auf meinem Schoß. Da durfte er rauf, nachdem er eine Zeitlang mit Frauchens Nichtachtung bestraft worden war: Nicht nur hatte er nämlich wieder mal das Wohnzimmer "umdekoriert" während meiner Abwesenheit, sondern er klaute auch ein Stückchen des "Christbaumbrotes", das beim leckeren Mittagessen bei den Grumpymamas Monchique übriggeblieben war. Beim Diebstahl ertappte ich ihn auf frischer Tat - deshalb die Strafe.

Trotz der beiden Stürze schien es mir gut zu gehen. Bissle angeschlagen, aber keine großen Schmerzen. Bis nachts um 2 Uhr - da wachte ich auf und hörte die sprichwörtlichen Englein singen: Auf der linken Rückenseite bis nach vorne in die Brust tat es dermaßen weh, dass ich wirklich fast verzweifelt bin. Zum Medizinschränkchen mit Paracematol waren es zehn Meter zu gehen, und wie ich das geschafft hab, weiß ich echt nicht.

Der Senhor war an meinem Leid uninteressiert, dachte aber: "Wenn Frauchen schon mal auf ist, könnte ich doch als Nach-Mitternachts-Snack eine getrockneten Hühnerfuß erbetteln!" Und bevor Seine Hoheit stundenlang im Bett seine Kreise dreht, gab ich diesem Ansinnen nach.

Geschlafen hab ich trotzdem kaum: Jede Bewegung tat richtig weh, und ruhig auf dem Rücken liegend kann ich bestenfalls leicht eindösen, sicher aber keinen geruhsamen Schlaf finden.
Senhor Sancho steht um 8 Uhr auf - völlig egal, ob Frauchen noch pennen will oder sich lieber nochmals umdreht. Normalerweise mach ich einfach die Türe in den Garten auf - aber bei knapp über Null Grad im Winter ist das wenig empfehlenswert.

Wegen der Schmerzen ist's also kein Wunder, dass ich bereits kurz vor 8 Uhr Kontakt zur lieben Lisa aufnahm - Exnachbarin und vor allem (das war heute viel wichtiger!) Orthopädin. Sie kam noch vormittags zum Hausbesuch und gab glücklicherweise Entwarnung: kein Rippenbruch, aber eine ziemliche Rippenprellung. Medis brachte Lisa mit, war noch so freundlich, auf meine Bitte den Ofen anzuheizen und vor allem Senhor Sanchos Futtersack aus dem Kofferraum zu hieven. Das traute ich mir trotz Drogenkonsum einfach nicht zu.

Mittlerweile geht's mir einigermaßen. Sicherheitshalber hab ich mir einen großen Topf meiner Zwiebel-Tomaten-Suppe gemacht, damit ich in den kommenden Tagen nix kochen muss. Lecker Roggenbrot (von den Grumpymamas) mit Bütterchen dazu - das passt. Vinho tinto fällt weg, wegen der Medikamente, so wird es also Ingwertee. Und der Senhor muss mindestens einen Tag/Abend ohne Frauchens Schoß auskommen...