Donnerstag, 20. Juli 2023

Senhor Sancho als Gastgeber und Therapiehund. Tag 71

Übung macht den Meister, weiß Senhor Sancho. Das gilt auch für Gastgeberqualitäten, und so freute er sich, dass bei den Gästen von Frauchen diesmal eine Hundedame dabei sein sollte. BB heißt die Gute, sie ist seit Mai im Haus der "Taviraner" Ute und Uli. 

Beide sind - so haben sie jahrzehntelang kundgetan - "überhaupt keine Hundemenschen". Allerdings muss der Hund wohl erst geboren werden, der solche Aussagen ernst nimmt. BB ist zwar ängstlich und scheu, was sie aber nicht gehindert hat, sich stracks in die Herzen von Ute und Uli zu begeben und dort dafür Sorge zu tragen, dass beide keine Minute die Augen von ihr lassen. Ute gilt zB als ausgesprochene Langschläferin. BB lacht da nur drüber (im Geheimen selbstverständlich), denn seit sie da ist, steht Ute früh am Morgen auf und man munkelt, dass beide um 6 Uhr morgens (!) auf Spaziergängen anzutreffen sind.  

Senhor Sancho lehnt solche Tätigkeiten im Morgengrauen ab. Okay - mal kurz zum Pinkeln raus, dann aber wieder huschhusch ins warme Bett neben Frauchen. Madame Bela heißt intern sowieso "Madame Schlafmütze", denn sie hat ähnliche Qualitäten. 

Gestern also war es soweit:
BB ging auf ihre erste wirklich lange Autofahrt und Senhor Sancho stand erwartungsvoll hinterm Tulpentor, als BBs Chauffeur den Wagen rückwärts einparkte. Seine Hoheit machte sogar artig "Sitz", bis BB geruhte auszusteigen. Danach erkundete BB ein wenig das Gelände, gefolgt vom Senhor, der beinahe den Eindruck erweckte, er wolle einer möglichen neuen Freundin seinen Besitz zeigen. 

Alle drei anwesenden Menschen: aber sowas von happy und erleichtert! 

Der Tisch auf der Terrasse war gedeckt, die kulinarischen Köstlichkeiten aufgetragen. Madame Bela verweilte -  wie immer bei Fremdbevölkerung auf dem Hof - lieber in ihrem Korb im kühlen Haus. Senhor an Frauchens Seite, BB an Utes Seite - und dann geschah das große Ungemach: Ute wagte es, Seine Hoheit zu streicheln. Während BB zusah. Und grollte. Die Zähne fletschte. Seine Hoheit, zu diesem Zeitpunkt noch wohlerzogen, machte einen Rückzieher und ließ sich mit einem kleinen Stückchen Schinken von dem Schreck ablenken, den diese gar unfreundliche Geste verursacht hatte. Das fand BB doof - aber ihr Frauchen blieb hart: Wer andere anknurrt, kriegt keinen Schinken. 

Mittlerweile gab's die Feuerwehr-Flugshow, die sowohl Senhor Sancho als auch BB relativ unbeeindruckt ließ. Als Gastgeber wusste Seine Hoheit selbstverständlich, dass man für Events und Unterhaltung seiner Gäste zu sorgen hat. Deshalb ergriff er, als das Feuer auf dem Nachbarhügel unter Kontrolle war, die Initiative und bat zu einer Runde Haifangen im Pool. Senhor Sancho ist nämlich seit drei Tagen im Besitz eines blauen Hais, der im Wasser schwimmt und den er eifrigst und unermüdlich apportiert. Video- und Fotobeweise (Dank an Ute!) anbei. 

 



Gestärkt von viel Lob durch Frauchen und Gäste wurde Seine Hoheit leicht übermütig. Als Belohnung für die Pool-Show gab's nämlich für ALLE Vierbeiner einen - wie Ute als Vegetarierin behauptet - "grässlichen Hühnerfuß". ALLE Vierbeiner sehen das anders und lieben diesen Snack. Senhor Sancho atmet seinen praktisch ein, allerdings ist Madame Bela mittlerweile so schlau, den Hühnerfuß nicht aus dem Maul zu geben. So clever war BB leider nicht: Sie nahm den Fuß dankend an, verzog sich auf den Kiesplatz und meinte, ihn da ihn Ruhe verzehren zu können. Weit gefehlt! 

Seiner Hoheit fiel plötzlich ein, dass in seinem Königreich alle ihm zu gehorchen haben und forderte deshalb mit Nachdruck den ihm seiner Meinung nach zustehenden Anteil am grässlichen Hühnerfuß ein. BB war unwillig - der Senhor ebenfalls. Kurzer Crash mit Knurren und wüst gefletschten Zähnen. Seine Hoheit obsiegte, schritt triumphierend mit dem Hühnerfuß im Maul davon und BB ging leer aus. Senhor Sancho war aber so gnädig, sein Frauchen zu bewegen, BB ein paar grässliche Hühnerfüße als Wegzehrung einpacken zu lassen. 

Nach dem kurzen Crash übrigens waren die hündischen Verhältnisse irgendwie geklärt. Senhor Sancho und BB gingen sich aus dem Weg (mit immer etwa einem Meter Abstand) und Madame Bela bequemte sich sogar, das Haus zu verlassen und BB aus sicherer Distanz zu begutachten. Auch nahm sie gern ein oder zwei Schinkenstückchen, denn SIE hatte ja mit der Meinungsverschiedenheit zwischen Seiner Hoheit und BB absolut nichts zu schaffen. 

Senhor Sancho ist nämlich ganz nebenher als Therapiehund tätig: Er zeigt Madame Bela mit gutem Beispiel, dass fremde Menschen im Königreich nicht automatisch was Schlimmes sind und man ihretwegen nicht immer im Hause verharren muss. Im Gegenteil: Sie geben Schinken und Streicheleinheiten. Madame Bela ließ sich sogar von Uli (einem Mann!) rufen und streicheln. Ein Wunder, dass alle anwesenden Zweibeiner bestaunten und ausdrücklich lobten...

Mittwoch, 19. Juli 2023

Helikopter und Löschflugzeuge in nächster Nähe

Heute hatte ich Besuch von den lieben "Traviranern", nämlich Ute und Uli samt Hund BB, die in der Nähe von Tavira an der Ostalgarve leben. Als pflichtbewusste Gastgeberin sorgte ich nicht nur für Speis' und Trank (gemeinsam mit Ute), sondern hatte außerdem ein ganz besonderes Event im Angebot...

Wir sitzen auf der Terrasse, verwöhnen uns mit Leckereien und klönen. Plötzlich fällt mir so ein lautes Knistergeräusch auf: "Da brennt es irgendwo ganz in der Nähe!"
Uli hielt es für Reifengeräusche auf Kies (um euch eine genauere akustische Vorstellung zu vermitteln), aber ich war mir sicher...

Auf der ersten Terrasse meines Gartens war dann deutlich Rauch zu sehen, der vom gegenüber liegenden Hügel aufstieg. Ute wurde schon leicht blass, alle drei Hunde scherten sich weder um Geräusch noch evtentuellen Rauchgeruch (den sie mit ihren feinen Nasen doch hätten erschnuppern müssen). 

Ich rief die 112 - es klingelte 4x, dann war die emergência dran. Brav und ordentlich meldete ich unsere Beobachtung und bekam die Antwort: "Vielen Dank für Ihre Meldung . Wir wissen schon Bescheid und die Feuerwehr ist unterwegs!" Zeitgleich hörten wir auch schon die Feuerwehr kommen und den Heli unten in Monchique starten.
Kurze Extra-Info: Bei der 112 sprach man auch Englisch, hab's überprüft 😉

Uli hat dann an der Haupteinfahrt zur Casa Leone alles beobachtet: Zunächst sah er noch die Flammen hochschlagen, nach den ersten beiden Wasserabwürfen des Hubschraubers wurde der vormals schwarze Rauch nach und nach weiß. 

Für alle Nicht-so-Feuer-Erfahrenen": Weißer Rauch ist stets ein gutes Zeichen, denn das heißt, dass Wasserdampf aufsteigt und weniger Brennbares Opfer der Flammen wird. Mittlerweile waren drei Helis und zwei normale Löschflugzeuge im Einsatz - und die brausten praktisch knapp über meiner Palme zum Wasserabwurf. In der Spitze waren ca 90 Feuerwehrleute im Einsatz. 








Fotos und Video von Uli 

Nach etwa einer dreiviertel Stunde hieß es bereits "em resolução" - also "Feuer eingedämmt", nach einer weiteren halben Stunde "em conclusão" - unter Kontrolle. Helis und Löschflugzeuge flogen nicht mehr, abends wurde das Feuer auf der Alertaseite als "aus" gekennzeichnet. 

Ich werde nachher 50€ als Extra an die AHBM - Associação Humanitária dos Bombeiros Voluntários de Monchique - überweisen. Als Dankeschön für den schnellen und erfolgreichen Einsatz. Das Ganze fand (ich bin schlecht im Entfernungschätzen) so ca. 500 Meter Luftlinie von meiner Casa Leone statt... Danke auch an Joanne, die mich sofort angerufen hatte und Hilfe anbot. 


Montag, 10. Juli 2023

Aus der Reihe "Wie man heiße Tage gut übersteht und dabei Leckeres verspeist"

Heute: frische Himbeeren (Dank an Alice, die glücklicherweise in der Nähe einer Himbeerfarm wohnt) mit aufgeschlagenem und damit cremigen Joghurt. Angereichert mit einer Handvoll Sonnenblumenkerne.

Bester Abschluss eines wirklich exorbitant heißen Tages.

Hitze Hitze Hitze

Heut mittag war wieder mal "Algarvetreff"  - für die Mitglieder einer "meiner" Facebook-Gruppen, nämlich "Leben in Portugal". Schon vor etwa 3 Wochen hatte ich probegegessen, wurde mit den beiden Chefinnen des "Pimenta Rosa" handelseinig und plante das gemütliche Beisammensein. Knapp 20 Leutchen waren wir letztendlich. Und wir bekamen sogar als kleines "Extra" live Musik. 😊

Ich hatte mich wirklich sehr darauf gefreut - kenne ich das Lokal doch noch aus meinen Anfangsjahren in Monchique. Wir haben dort immer bestens gespeist, gute portugiesische Hausmannskost. Dort lernte ich geschmorte buchechas (Bäckchen vom schwarzen Schwein oder Kalb) kennen und lieben. Die damalige Wirtin Sandra war Seele und Herz des kleinen Lokals. 
Seit Dezember 2022 gibt es neue Pächter und sie führen die gute Tradition fort: nämlich dass man hervorragend portugiesisch essen kann. Auch wenn die Speisekarte Portugiesisch und Englisch ist - hier ist keine "Touristenfalle". 

Es gibt im "Pimenta Rosa" beispielsweise so genannte "pratinhos" ("Tellerchen") für nur 5 Euro, bei denen die unterschiedlichsten Gerichte der portugiesischen Küche zu verkosten sind, aber auch "normale" Portionen und Tagesgerichte (wobei die Tellerchen schon eine gute Größe haben!). Fisch und Fleisch, Vegetarisches und sogar Veganes. Tolle Desserts, freundlicher Service - und von der Terrasse ein fantastischer Blick bis zur Südküste der Algarve.

Was ich leider nicht bedacht hatte, war das Wetter. Es war heiß - heiß - heiß. Und es wehte - ganz unüblich an diesem Ort - keinerlei Lüftchen. Unterm Sonnensegel staute sich die Hitze. Ein Teilnehmer berichtete später, es seien 40 (!) Grad gewesen. Und das ist etwas, was ich leider gar nicht (mehr) vertrage. Mir fiel dann schnell wieder ein, warum wir normalerweise im Juli und August keine Mitgliedertreffen veranstalten...

Ich ahnte schon Schlimmes, ehe ich die erste Flasche Wasser intus hatte. Einen Fächer hab ich im Sommer eh immer dabei, aber auch heftiges Gewedel brachte keinerlei Abhilfe oder gar Abkühlung. Ich bin immer wieder nach drinnen ins den klimatisierten Gastraum umgezogen, wo Ana (eine der beiden Chefinnen) sich rührend mit Eisbeutel und gekühlten Handtüchern um mich kümmerte. Mein bestelltes Essen (leckere gefüllte und überbackene Hühnerbrust mit Salatbeilage) ließ ich mir einpacken - das geht in Portugal ja glücklicherweise überall problemlos. Und dann düste ich, nachdem ich mich einigermaßen wieder aufgerappelt hatte, schon kurz vor 14 Uhr wieder heimwärts (normalerweise tagen wir gerne bis 15 Uhr oder sogar noch länger). Im Gepäck hatte ich nicht nur das leckere Essen, das es morgen Mittag in der Casa Leone geben wird, sondern außerdem zwei 500-Gramm-Schalen köstlicher Himbeeren, denn eine Teilnehmerin wohnt neben einer Himbeerfarm...
1 Euro pro Schale, kann man nicht meckern. 

Heilfroh, sicher daheim in der kühlen Casa Leone angekommen zu sein, begrüßte ich Senhor Sancho und Madame Bela. Und danach lag ich nur noch flach auf dem Bett, direkt vor dem Ventilator, um wieder runterzukühlen und den Kreislauf zu stabilisieren. Bis abends ging es wieder. Da hüpfte ich auch in den Pool und ließ Wobby nochmals arbeiten...

Wir haben erst Anfang Juli, für die nächsten Tage und Wochen sind noch mehr Hitzetage vorausgesagt. Und an August - den normalerweise heißesten Monat - mag ich gar nicht denken. Im Garten wird das Wasser aus unserer Quelle immer weniger. Und wenn man*frau dann noch liest, dass bereits im Juni weltweit sämtliche Hitzerekorde gebrochen wurden und auch die Meere viel zu warm sind... versteh ich immer weniger, wieso manche immer noch glauben, wir hätten keinen Klimawandel. 


Samstag, 8. Juli 2023

Madame Bela: Gesundheitsreport Tag 3 nach der 1. Spritze

Auf glattem Boden - also Fliesen, gemauerte Terrasse etc. - läuft sie wieder "ganz normal". Auf Gras und Kies belastet sie die linke Vorderpfote (noch) nicht, das liegt sicher daran, dass unebener Boden Muskeln, Sehnen und Knochen mehr beansprucht. 

Gestern Abend wurde schon wieder mit Senhor Sancho Fangen gespielt: Madame Bela kommt dem Jungspund nicht hinterher, aber es ist eine Freude, sie wieder lebenslustig und offensichtlich schmerzfrei zu sehen. Immer wieder ein obrigadíssima an die liebe Ute 💖



Freitag, 7. Juli 2023

Madame Bela geht's viel besser. Tag 2 nach der 1. Spritze

Ich kann euch gar nicht sagen, wie happy ich bin. Die Librela-Injektion wirkt aber sowas von! Vorgestern Abend die erste Spritze, gestern schon deutlich weniger Humpeln, heut tritt Madame Bela zwar vorsichtig, aber eben doch wieder mit der linken Vorderpfote auf.

Gestern Abend schon hat sie ihren getrockneten Hühnerfuß wieder auf der oberen Wiese geknabbert - und dafür muss sie etliche Stufen hoch (okay: Sie könnte auch "außenrum" und damit ebenerdig gehen, aber das ist scheint's irgendwie nicht gewünscht). 

Heute morgen nahm Madame schon wieder am Nasen-Such-Spiel auf der Terrasse teil und schaffte es sogar, Senhor Sancho das eine oder andere Leckerli wegzuschnappen. 🙂 

Ich bin so dermaßen dankbar für den Tipp: obrigadíssima nochmals an Ute Rotlocke und Petra Koschak für den Hinweis aufs Medikament. Und natürlich an Dra. Ana Silva , die das innerhalb von 24 Stunden besorgt hat und sich hingebungsvoll um die gar nicht mal sooo alte Hundemadame kümmert.



Donnerstag, 6. Juli 2023

Madame Belas Gesundheitsreport. Tag 1 nach der 1. Spritze

Madame Bela hat heute eindeutig weniger gehumpelt. 

Sie bekam mittags eine große Portion roher Hühnerhälse serviert und fraß sie gerne. Sichtlich erfreut, dass der Senhor sich mit Trockenfutter begnügen musste. Da ist er aber selbst schuld dran: Roh mag er die pescoços nämlich nicht, und bei diesen Temperaturen stell ich mich nicht in die Küche, um Seiner Hoheit Extrawürste bzw. -hälse zu braten oder zu kochen. 

1000x Dankeschön an die Pharmaindustrie! 
Und an die Tippgeberinnen, die mich auf die "Wunderspritze" hingewiesen haben.

Senhor Sancho steht modernen Geräten misstrauisch gegenüber. Tag 57

Gestern kam er an, seit heute morgen bzw. etwa 90 Minuten (der Akku musste erst gefüttert werden) ist er im Einsatzmodus: der neue Hausgenosse namens Wybot, liebevoll "Wobby" genannt. Er putzt meinen Pool. Faszinierend, was diese Dinger können...

Ich hatte ja überlegt, eine Pool-Filter-Pumpen-Anlage einbauen zu lassen. Das Angebot war top, Stromversorgung wäre per Solar möglich gewesen, was bei meinem Schwimmbecken durchaus naheliegt. Aus verschiedenen Gründen war der Einbau einer solchen Anlage zu Anfang der Saison, als die ersten heißen Tage kamen, aber nicht möglich. Und so entschloss ich mich nach laaaanger Recherche: Warum nicht einen kleinen maschinellen Helfer anstellen, der den Pool saubermacht? 

Dazu kommt: Einbau einer ganzen Filteranlage ist kostenintensiv - und ich wohne hier bekanntlich zur Miete. Falls ich mal ausziehe, kann ich das Ding also schlecht mitnehmen.
Das war mir zwar auch zu Saisonbeginn klar, aber... kommt Zeit, kommt mehr Überlegung, kommt mehr Nachdenken.
Denn noch etwas ist zu beachten: die große Trockenheit, fast Dürre, die in unserer Ecke Portugals herrscht. Damit einhergehend sind durchaus Wasserbeschränkungen von Amts wegen vorstellbar, vom eigenen Mitdenken in Sachen Umwelt und Klima mal ganz abgesehen.

Wir haben zwar eine eigene Quelle, die das Schwimmbecken speist. Zumindest prinzipiell. Schon in den vergangenen Jahren allerdings war festzustellen: Auch die Wildschweine der Umgegend mögen die Quelle, suhlen sich drin rum und genießen kühlende Schlammbäder. Und das wiederum führt dazu, dass bei uns das Wasser nur noch rieselt und nicht mehr sprudelt. Die an der Quelle beteiligten Nachbarn sind 1x pro Woche dort oben und machen alles wieder "durchgängig"; das hält zwei Tage und dann sind die Wildschweine erneut zugange.
Mit anderen und kürzeren Worten: Es kann gut sein, dass mit all diesen Faktoren das Becken künftig eben nicht mehr regelmäßig gefüllt und nachgefüllt werden kann. Und dafür dann mal eben ein paar Tausend für eine Pumpenanlage...?
Ach nö, lieber nicht.

Wobby hingegen hab ich mir geleistet. Und er war um Etliches preiswerter.
Das einzig  Verwerfliche, in den Augen von Senhor Sancho: Das Ding tut praktisch keinen Laut, fährt am Poolboden entlang und Seine Hoheit beäugt dieses befremdliche Gebaren äußerst misstrauisch. Man könnte fast von ängstlichen Blicken sprechen, wenn man Senhor Sancho zutrauen würde, dass er möglicherweise doch nicht so furchtlos ist, wie er tut.
Moderne, selbsttätig arbeitende Haushaltsgeräte sind nix für ihn - selbst wenn sie außer Haus und unter Wasser werkeln.
Glücklicherweise geht Frauchen nicht baden, während Wobby tätig ist. Weil dann hätte der Senhor ein Problem: Die Tätigkeit als Bademeister würde ihn verpflichten, notfalls ins Wasser zu springen. Dort aber lauert der unheimliche Wobby auf ihn...

edit: Hab Wobby eben nach etwa 90 Minuten aus dem Wasser geholt. Das war e bissle doof, weil ich ins Becken steigen musste. Denn mir fehlt noch so eine Stange, wo ich den mitgelieferten Raushol-Haken dran befestigen kann. Bei Maxmat gab's  gestern keine und ich hatte keine Zeit mehr, noch zu Aki oder Leroy zu fahren. Hab die jetzt online bestellt - kommt am Mittwoch. Bis dahin muss ich also ins Wasser, was bei den momentan herrschenden Temperaturen ja nun nicht direkt ein Problem darstellt.

Der Pool sieht toll aus, würd ich selber nicht so gut hinbekommen. War auch ne Menge an Dreck im Filter und im Auffangbehälter. Jetzt wird Wobby gefüttert und darf dann abends nochmals ran. 😉  

Er piepst übrigens mitleiderregend, wenn sein Akku zu Ende ist. Auch das findet der Senhor eher befremdlich. Aber es dauert immerhin 100 Minuten, bis dieses Seine Hoheit irritierende Geräusch ertönt. Ich hab's erst für einen piependen Vogel gehalten. Erst als das Geräusch mir zum Außenwaschbecken folgte, wo ich den Filter saubermache, merkte ich: Wobby schreit nach seinem Akku.

Kann mir übrigens jemand, der selbst einen Wobby oder was Ähnliches hat, sagen, warum diese elektronischen nur "drinnen" zum Aufladden an den Stecker sollen? Ich hätte draußen überdacht ne wundervolle Steckdose....

Mittwoch, 5. Juli 2023

Frohe Botschaft - die erste Spritze für Madame Bela.

Dra Ana Silva hat vor ner Stunde Bescheid gegeben, dass das Medikament Librela eingetroffen ist. Um 19 Uhr bin ich unten im Ort und Madame Bela bekommt ihre erste Injektion. Und weil es so brutal heiß ist, Senhor Sancho immer noch nicht allein daheim bleibt, darf er mit. Aufm Rücksitz, Madame wieder im Fußraum des Beifahrersitzes. Dra. Ana ist so lieb und gibt die Spritze im Auto. So kenn und liebe ich "mein Portugal". 

Ich werde weiter berichten... Bald geht's ihr wieder so wie auf dem Bild. Hoffe ich doch sehr.

Künftig geht Madame also 1x im Monat zur Drogenverabreichung... 

Kontrollbesuch beim Dermatologen meines Vertrauens

Eifrige Mitleser wissen:
Im vergangenen Oktober hatte ich eine kleine OP. An der Nase war ein Basaliom (= weißer Hautkrebs) festgestellt worden.
Die Diagnose erfolgte im HPA Alvor - einfach, weil ich da bereits einen Dermatologen kannte und außerdem schnell einen Termin bekam. Beim SNS muss man halt immer erst ins zuständige Centro de Saude zum*zur "Familienärzt*in" und der*die überweist an den*die entsprechenden  Fachärzt*in.
Das kann dauern, und meines Wissens gibt es außerdem zurzeit in den beiden staatlichen Krankenhäusern an der Algarve (noch) keine dermatologischen Abteilungen. Mit anderen Worten: Ich müsste innerhalb des SNS immer nach Lissabon.

Im April dieses Jahres hatte ich bereits den ersten Kontrolltermin im CHUL in Lissabon.
Dra. Joana war sehr zufrieden und wollte mich im September/Oktober wiedersehen. Termin würde mir mitgeteilt. 


Das Doofe bei den Fahrten nach Lissabon und bei der Terminvergabe durchs CHUL ist, dass man da zwar noch was ändern kann, aber dass ich eine Strecke mit dem Bus fahren muss. Dreieinhalb Stunden - gegenüber 35 Minuten Flugzeit von Portimão nach Tires/Cascais.

Es gibt im Sommer nur jeweils 2 Flüge Portimão - Tires bzw. umgekehrt, und die liegen leider so, dass es höchst selten mit 2x Fliegen klappt. Bei meiner Lipomatose und entsprechenden Außentemperaturen ist so eine knapp 4-Stunden-Busfahrt wirklich eine Qual (selbst mit Klimaanlage und WiFi an Bord).

Mit anderen Worten: Für ca. 10 Minuten consulta, also "Besichtigung" durch den Arzt, bin ich den ganzen Tag unterwegs. Und natürlich ist's auch ein Kostenfaktor. Denn wenn man*frau schon mal in Lissabon ist, geht man ein bisschen shoppen und lecker essen und fährt da jeweils mit dem Uber durch die Gegend und und und. Es läppert sich. Könnt ihr euch ja vorstellen. 😉

Wenige Wochen nach meinem apriligen CHUL-Besuch kam die Bestätigung des neuen Termins für Mitte September. Nun überlegte ich und mailte ein wenig mit dem CHUL hin und her: Ob's denn ok wäre, wenn ich künftige Kontrollbesuche beim privaten Dermatologen im HPA Alvor durchführen lasse? Es sind nämlich nur etwa 30 Minuten Autofahrzeit von Monchique nach Alvor, und das wäre halt schon viel einfacher...
Die Antwort aus Lissabon kam schnell und prompt: "Überhaupt kein Problem, wir vermerken das hier. Aber wenn irgendetwas ist oder gar - hoffentlich nicht! - ein weiterer Befund vorliegt, kommen Sie bitte wieder zu uns!"

Damit kann ich leben. Und weil mir so ein paar Hautstellen ein bisschen "unheimlich" vorkamen, zog ich den Septembertermin des CHUL vor, und zwar auf Juli im HPA Alvor.
Termin gab's innerhalb von drei Wochen (ich hatte es ja auch nicht eilig) für Mittwoch, 5. Juli um 11.30. "Bitte seien Sie 15 Minuten vorher da!"
Wie immer gab's eine SMS 24 Stunden vorher, mit einem Zifferncode, damit ich nicht an die Rezeption musste, sondern direkt am senha-Automaten einchecken konnte. Lief alles perfekt. Halt - nein: Ich musste doch tatsächlich 5 Minuten warten. 

Dr. André kannte mich noch, bewunderte die kaum sichtbare Narbe, fragte wo und wie die OP gewesen wäre und es stellte sich heraus: Genau dort im CHUL hat Dr. André bis 2016 gearbeitet, kannte den operierenden Kollegen und sprach in den höchsten Tönen von ihm. 

In Portugal ist die Welt meist etwas kleiner als anderswo - und ich weiß ja, dass Dr. Rodrigo (das "Schnuckelchen", der mich operiert hatte) es so handhabt wie viele Ärzte in Portugal: Teilweise arbeitet man im staatlichen System beim SNS, teilweise als Privatarzt in privaten Kliniken. Ist hier überall üblich, es gibt wenige, die "nur" bzw. ausschließlich private Praxisstunden haben. 

Ich hatte neben der Besichtigung der Narbe und der "unheimlichen Hautstellen" um einen kompletten Hautscan gebeten. So etwas sollte man - wenn man so in der Sonne gelebt hat und immer noch lebt wie ich - 1x jährlich machen. Nach dem sehr intensiven Scannen war ein ausführliches Arztgespräch angesagt - ich war insgesamt etwa eine gute halbe Stunde lang im Sprechzimmer.
Alles mit Ruhe und  Gelassenheit und immer wieder der Aussage: "Wenn Sie noch Fragen haben - bitte...!" Das kannte ich schon vom vergangenen Jahr, als die Diagnose "Basaliom" fiel. Und ich fühlte mich auch dieses Mal bestens betreut und umsorgt. Vom Doc ebenso wie von Schwester Catarina, die mich ebenfalls noch kannte.

Dr. André war sehr zufrieden, konnte mich wegen der mir unklaren Stellen beruhigen und meinte: "Wir sehen uns dann nächsten Jahr im Juni. Außer Ihnen fällt irgendetwas Ungewöhnliches auf - dann bitte früher!"

Kostenpunkt: 90 Euro - und weil ich die "Kundenkarte" vom HPA habe, zahle ich 10% weniger.