Freitag, 1. September 2023

Das schönste Spielzeug

Ab morgen schlägt das Wetter um: Wir haben Regenvorhersage ab Samstag um 7 Uhr morgens. Also hab ich eben sicherheitshalber alle Sitzpolster von der Terrasse ins Haus geschleppt. 

Und weil's im Gegensatz zu den vergangenen Wochen angenehm kühl ist, haben Madame und der Senhor die Chance genutzt, mal so richtig ums Haus und im Garten zu toben.

Immer wieder das schönste Spielzeug: ein Tennisball in einer alten Socke. Lässt sich gut von Frauchen werfen und man kann sooo schön dran rumzerren.
Zur Freude von Senhor Sancho ist er schneller als Madame Bela. Zu seinem Leidwesen allerdings nutzt ihm das bei Zerrspielen leider überhaupt nichts... Aber dafür gibt's nachher Küsschen von der Scheffin.

 
Nachher dann: RUUUUUHEPAUSE




Donnerstag, 31. August 2023

Die größten Segelschiffe der Welt in Lissabon

Mehr als ein Dutzend Segelboote aus 12 Nationen sind momentan in Lissabon und nehmen an der vorletzten Etappe der Tall Ships Races Lisbon teil. 

An der Ausgabe 2023, die an die erste Weltumsegelung durch Fernão Magalhães und Sebastián Elcano vor mehr als 500 Jahren erinnert, nehmen historische Schiffe aus Dänemark, Spanien, Italien, Mexiko, Polen, dem Vereinigten Königreich, Uruguay und Portugal teil.

Noch bis Sonntag kann man diese historischen Segelschiffe bewundern und an den kostenlosen Aktivitäten teilnehmen, die an der Anlegestelle Rocha do Conde de Óbidos im Hafen von Lissabon stattfinden. Und wer gerade vor Ort ist, hat die Gelegenheit, einfach mal an Bord zu gehen:
am 1. bis 2. September von 10 Uhr bis 22 Uhr und am 3. September von 10 Uhr bis 13 Uhr. Manchmal wär ich schon gerne wieder mehr in der Nähe der Hauptstadt...


Mit ein bisschen Glück kann man die Schiffe auch an der Algarve sehen.
Allerdings auf See, nicht im Hafen 
Die Route führt am Süden Portugals vorbei. 

 

Und die hier sind alle dabei: 
links: aus Italien                                       rechts: aus Spanien
 
links: aus Großbritannien                  rechts: aus Großbritannien
 
links: aus Spanien                                  rechts: aus Portugal
 
links: aus Dänemark                          rechts: aus Uruguay
 
links: aus Mexiko                                        rechts: aus Polen 
 
ebenfalls aus Polen

Und selbstverständlich der Stolz Portugals, das Schulschiff der portugiesischen Marine:
 

Mittwoch, 30. August 2023

Tägliche gute Tat für heute: kleines Dankeschön an die bombeiros.

Gerade war ich "unten" im Dorf - Apotheke, was abholen und einkaufen. Und wer ist gerade ebenfalls einkaufen im Intermarché? Ein paar Feuerwehrleute aus Lagos.  

Leider waren sie nicht im Café, sonst hätte ich ihnen gleich als obrigada für ihren tollen Einsatz eine bica und was dazu ausgegeben. Aber beim Wegfahren vom Parkplatz hab ich beim Feuerwehrauto angehalten und einem der Herren 'nen 20er-Schein zugesteckt. Wollte er erst nicht nehmen, das sei nicht nötig. 

"Doch!", hab ich gesagt. Das sei das Mindeste. "Auch deshalb, weil ich am Picota wohne und heilfroh bin, dass die senhores bombeiros so schnell da waren." Sie sollen sich nen Kaffee oder einen copo do vinho gönnen, hab ich noch gemeint. 
Daraufhin hat er's freudig angenommen. 🙂 

Fand ich mal besser als eine anonyme Überweisung aufs Konto.

Das Quartel der bombeiros in Lagos. 

Das Fahrzeug heute natürlich war moderner! 

Dienstag, 29. August 2023

Update vom Dienstagmorgen (29. August 2023)

 Meinen Freunden geht's gut,  das Feuer hat Haus und Grundstück wohl verschont. Helge hatte mir spät nachts noch und erneut heute morgen geschrieben: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Der Nordwind hat das Feuer durch das Tal hinter uns geleitet. Ich war jetzt schon zweimal da - alles soweit ruhig. Unser Grundstück hat nichts abbekommen!"

Ich bin dermaßen froh. Und drücke uns allen die Daumen, dass die Jungs und Mädels der Feuerwehr den Brand heute im Laufe des Tages "em conclusão" - also "unter Kontrolle" - bekommen.

Status ist momentan, um ca 11:30 Uhr, immer noch "em resolução": "eingedämmt, keine weitere Ausbreitung". 

Montag, 28. August 2023

Und wieder Feuer am Picota!

Heute, kurz vor 15:30, erreicht mich die WhatsApp-Nachricht meiner Perle Fátima: "Alles okay bei Ihnen? Von meinem Haus aus seh ich Rauch in Ihrer Richtung..."

Und da wusste ich, wieso die Sirenen der Feuerwehr und der Heli seit einer halben Stunde zu hören waren. Ich hatte zwar bei der ProCiv nachgeschaut, aber da war nichts gemeldet.


Blick von Nave aus, wo Fátimas Haus steht


Blick von Oudelouca, wo Freunde von Fátima leben 

Bin dann raus zur Einfahrt und "hinter" meinem Berg, dem Picota, war eine riesige Rauchwolke zu sehen. Es schien so, als ob "nur" die Südseite betroffen sei - ich lebe ja auf der nördlichen Bergflanke. Aber man weiß nie, wie schnell der Wind sich dreht. 


Mein Haus ist in der Nähe der EN 267...

Innerhalb einer Stunde entwickelte sich ein Großfeuer - zu Spitzenzeiten waren weit über 300 Feuerwehrleute und 15 Löschflugzeuge/Helikopter im Einsatz. Selbst jetzt - wir haben es kurz vor halb elf Uhr nachts - sind noch knapp 300 Leute da oben und drüben, um den Brand in Schach zu halten. Wenigstens ist das Feuer bereits im Status "em resolução", also "eingedämmt". Aber eben auch noch nicht "em conclusão" - also "unter Kontrolle".

Ich hatte jedenfalls kurz vor 16 Uhr sowohl die Notfalltasche sowie alle Elektronik im Auto verstaut. Glücklicherweise war vollgetankt und ich hatte am Freitag die etwas schwächliche Batterie gegen eine neue und leistungsfähige austauschen lassen. Da war ich heilfroh drum, das könnt ihr mir glauben. 

Der Gärtner meiner Vermieter meinte, Freunde von ihm seien betroffen und es sei sicher, dass wir hier auf der Nordseite nicht in Gefahr seien: Der Wind käme aus Nordwest und treibe die Flammen eher nach SSW.

Richtig schlimm wars, dass eben genau heute Nachmittag die Seite des Zivilschutzes komplett für mehrere Stunden ausfiel. Null Info, wo genau das Feuer entstanden war, welche Richtung es nimmt etc. pp.
Da merkt man dann aber auch, wie toll die Mitglieder der Alertagruppe zusammenarbeiten: So viele Infos wie nur möglich wurden weitergegeben, ich bekam schon um 15:45 deutlich gesagt: "Stell dich auf Evakuierung ein!" 

Noch schlimmer war allerdings, dass es eine Stunde später Sturm klingelte und der kleine Yonah vorm Gartentor stand, samt Vater Helge und Brüderchen Matteo, und sagte: "Unser Haus ist gebrannt, können wir bei dich wohnen?" 

Helge war völlig fertig, stellte aber klar: Das Haus steht wohl noch, einigermaßen unversehrt, aber rundherum hat's gebrannt. Die Bewohner der Picota-Südseite wurden teilweise evakuiert bzw. aufgefordert, zu gehen. Helge sah das Feuer kommen, packte - so erzählte er - einfach nur schnell die beiden Kids ins Auto, ging nochmals ins Haus, um ein paar Klamotten und die wichtigsten Dokumente zusammenzuraffen und die Bewässerung anzuschalten. Die bombeiros waren dann schon da - er ist aber gefahren, wegen der Kids und auch, weil er nicht mehr tun konnte.
Und mit Lisa hatte ich noch bei meinem Besuch am Samstag drüber gesprochen... weil halt Euka auf dem Grundstück steht.

Das ist alles so furchtbar. Helge hat sicher das Richtige getan, dass er gefahren ist und den Kids möglicherweise ein Trauma erspart hat. Aber: Die kleine Familie ist erst im Juni dort oben eingezogen. Und sie waren gerade dabei, den Garten anzulegen und die Terrasse zu bauen. 

Ich drücke so sehr die Daumen, dass nicht allzu viel verbrannt ist. Dass vor allem das so schön und liebevoll gebaute Haus unversehrt steht. 


Nach Aussagen unseres Presidente de Câmara,
also unseres Bürgermeisters, sind keine Häuser betroffen.

Die Kids waren bzw. sind mit zu meinen Vermietern gefahren und Helge wollte sehen, ob er abends oder spätestens morgen früh rüberfahren kann, um nachzusehen, wie schlimm der Schaden ist. 

mmentare

Senhor Sancho zu Besuch in fremden Gefilden

Samstags war's soweit:
Die ehemaligen Nachbarn (Lisa & Helge samt den Kindlein Yonah und Matteo und Katz' Lola) hatten zu Kaffee/Tee und leckerem Käsekuchen eingeladen, damit Senhor Sancho und sein Frauchen das neu gebaute Haus endlich mal besichtigen kamen. Glücklicherweise war's genau an diesem Tag endlich etwas kühler, denn bei 33+ Grad gehen sowohl Seine Hoheit als auch Frauchen ungern aus dem kühlen Garten nebst Pool woanders hin.

Als geübter Autoreisender nahm der Senhor erst mal auf dem Fahrersitz Platz und ließ sich nur unwillig nach hinten auf dem Rückbank verscheuchen. Dann aber starrte er von dort aus gebannt aus dem Fenster: Zunächst ging es an den zu verbellenden Nachbarshunden vorbei - dieser Aufgabe kommt der Senhor stets voller Freude, voller Eifer, voller Intensität und vor allem in voller Lautstärke nach. Auf dem weiteren Weg gab's nur hin und wieder im dörflichen Bereich einen hündischen Konkurrenten am Straßenrand anzumeckern; das ging also glimpflich vorüber. Danach ging's direkt über Land, und auf der Südseite des Picota hielten sich solche Alarmsituationen in Grenzen bzw. sie waren nicht vorhanden.

Ankunft beim neuen Haus der Nachbarn.
Senhor Sancho sprang aufgeregt aus dem Wagen, wurde freundlich begrüßt und durfte - nach einem kurzem Rundgang übers Gelände ohne Leine, bei dem er alles ausgiebig beschnupperte, aber glücklicherweise nichts mittels Beinheben markierte - sogar ins Haus. 

Dort jedoch drohte Ungemach:
Katze Lola hielt wenig davon, dass Seine Hoheit ihr Reich betrat, der Senhor hingegen lehnt es völlig ab, dass sich Katzen im Hause aufhalten. In unserem Garten war Nachbarin Lola noch geduldet. Aber jetzt monierte er das unglaubliche Geschehen mit wüstem Gebell - und musste fortan an der Leine bleiben.
Lola zog sich auf die Galerie zurück und schaute von da aus auf ihn herab (sowohl wörtlich wie im übertragenen Sinn), und das verletzte Seiner Hoheit Ego schwer. Er ließ sich aber von Leckerlis ablenken, die ihm von beiden Kindlein gereicht wurden. Matteo liebt es, das Leckerli auf der flachen Hand zu geben und kreischt vor Freude, wenn der Senhor beim Aufnehmen seine Hand kitzelt.

Selbstverständlich war Seine Hoheit davon überzeugt, dass verführerisch duftender Käsekuchen, der in Nasenhöhe auf einem Couchtisch steht, sein Eigen sei. Kindlein Yonah wusste es besser und hielt Wache. Und der Senhor, weil gut erzogen, nahm jedes Mal wieder Platz, wenn Yoah "senta" schrie, weil Seine Hoheit sich nach wenigen Minuten immer wieder aufs Neue Richtung Kuchen bewegte. Mit anderen Worten: eine ruhige, gemütliche Kaffeetafel. 😄

Schön war's trotzdem, die "alten" Nachbarn wiederzusehen und vor allem, wie toll sie das Haus gestaltet hatten: alle Holzböden und Tische aus alten Korkeichen selbst verlegt bzw. geschreinert, die man hatte fällen müssen; dazu braune Lehmwände, weiß abgesetzte Balken in den Wänden und an der Decke - und ein wirklich traumhafter, riesiger Grundofen. Dicke Mauern, die die Hitze draußen hielten. Und zwar so gut, dass wir wirklich alle erschrocken waren, als wir aufbrachen und merkten, dass es in den zwei Stunden unserer Anwesenheit richtig abgekühlt hatte und ein gefühlt eisiger Nordwind ausgekommen war.

Vorm Einsteigen zur Rückfahrt erkundete der Senhor nochmals schnell die nähere Umgebung (auch zum Pinkeln - freundlicherweise "im Gelände" und nicht direkt auf der Terrasse). Er kam Zuruf aber herbeigerast und stieg gerne wieder ins Auto. 

Ich muss erklären: Bei Jenny und Madame Bela hatte ich immer Panik, dass die nicht auf Ruf oder Pfiff kamen. Taten sie auch oft nicht. Und mein erster Hund Gio ist damals ja nicht wieder gekommen...
Senhor Sancho hingegen: ein mustergültiger Rückruf, nicht nur in seinem ureigenen Königreich, sondern auch auf fremden (und nasenmäßig viel interessanterem) Terrain.
Das ist schon sehr erfreulich!

Abends dann:
erschöpft vom Ausflug und vielen neuen Eindrücken auf Frauchens Schoß.



Sonntag, 27. August 2023

Rätsel für Filmenthusiasten

 -> Twitterfund

Ich hab natürlich die Lösung ...








Pulp Fiction - Pirates of the Carribean - Titanic - The Truman Show - Shining - Die Verurteilten - Forrest Gump - Sieben - Kill Bill - Léon der Profi - Matrix - V wie Vendetta - Der Pate - Zwei glorreiche Halunken - Django - Braveheart - Herr der Ringe - E. T. - Interstellar - Star Wars/Episode V - Star Wars/Episode VI - The Dark Knight - Inception - 2001. Odyssee im Weltraum - Zurück in die Zukunft - Fight Club - Harry Potter - Verschollen

Sonntag, 20. August 2023

So true...

 Facebookfund... 

Wären Spaghetti nicht schon längst in Deutschland etabliert, würden folgende Sätze durch deutsche Gehirne huschen:

„Die verfluchten Italiener mit ihren weichen Nudeln wollen unsere schönen Kartoffeln verdrängen! Wir brauchen einen Kartoffelaufstand!1!11!“

„Wenn man Spaghetti rückwärts liest, steht das ittehgaps, was ein römisch-orthodoxer Mafia-Code für BEVÖLKERUNGSAUSTAUSCH ist.“

„Diese Dinger sind nur der Anfang. Wir sollen nämlich alle zu FIAT-Fahrern erzogen werden!“

„Teigwaren! Wenn ich das schon höre! Die sollen mal anständiges deutsches Brot probieren! Roggenmischbrot! Das ist Teig!!“

„Das sind doch Würmer! Wenn man die isst, muss man sofort ins Krankenhaus!“

„Diese eine Schauspielerin, die sieht geil aus. Alle anderen aus Italien sind dumme hässliche Menschen mit schwarzen Haaren, die alle betrügen und sich beim Fußball fallen lassen.“

„Die deutsche Sprache soll kaputtgemacht werden. Die schöne Hackfleischsauce stirbt aus und wird durch Bolognese ersetzt!“

„PASTA zerstört BRD!“

„Man muss Nudeln durchbrechen, sonst passen die nicht in den Topf!“

„Diese schlaffen Mafiapeitschen sollen unsere blonden Frauen gefügig machen!“

„Knotschi. Es heißt übrigens Knotschi!“

Sonntag, 13. August 2023

Gut 3 Monate im Haus. Und zack: Senhor Sancho greift nach der Weltherrschaft.

Die bekannte 3-Monats-Regel besagt: Nach dieser Zeit hat ein Hund aus dem Tierheim sich soweit akklimatisiert, dass  er sich sicher und daheim fühlt, eine Bindung zu "seinem" Menschen aufgebaut hat und dass möglicherweise auch Verhaltensweisen zutage treten, die sein Temperament und seinen Charakter zeigen. Es wird wohl niemanden wundern, dass Senhor Sancho dafür weniger als drei Monate gebraucht hat. Er wusste genau: Anfangs brav sein, Frauchen in Sicherheit wiegen - dann kann ich später endlich die Sau  bzw. den wahren Sancho rauslassen. 

Es gab ja von Anfang an Zeichen, dass der Senhor zwar lieb und nett ist, jedoch gar nicht mal so insgeheim die Weltherrschaft anstrebt. Und wenn es nur die Welt in und um die Casa Leone ist. Man erinnert sich: Die Pfote der Dominanz legte er schon ein paar Tage nach seiner Ankunft gaaaaanz unauffällig auf Frauchen ab. Da war er gerade mal zehn Tage im Haus. Hatte aber offensichtlich bereits entschieden: Hier gefällt es mir, hier bleibe ich, hier kriegt mich keiner mehr weg! 


Okay, die Besetzung von Frauchens Bett mag bereits ein zarter Hinweis gewesen sein, aber nachdem Madame Bela ebenfalls gerne am Fußende pennt... war die Gefahr einer möglichen Ergreifung der Weltherrschaft nicht unbedingt vorauszusehen. Frauchen hakte das eher unter "gleiches Recht für alle ab"; sie hätte aber unter Umständen darauf achten sollen, dass Seine Hoheit bereits frühzeitig mit allen Ehrentiteln angesprochen wurde - eine Folge seines natürlichen königlichen Charismas. Und dass - das Grinsen mit dem Zeigen des eindeutigen Vampirzahns auf dem rechten Foto beweist es - er genau wusste, was er tat. 



Senhor Sancho ist nämlich schlau. Er plante auf lange Sicht. Also folgten Tage und Wochen, ja Monate, in denen sich der Senhor von seiner allerbesten Seite zeigte: Er folgte aufs Wort und kam auf Zuruf und Pfiff; spielte gern mit Frauchen und Madame Bela; zeigte sich wachsam aber freundlich gegenüber Besuchern; gewann die Herzen aller Gäste, die Frauchen besuchten; gab großzügigst hündischen Gästen getrocknete Hühnerfüße (in Vegetarierkreisen auch "Scheußlichkeiten" genannt) als Wegzehrung mit auf die Heimreise; überstand sogar die Generalprobe fürs Allein-Daheim-Bleiben und die Premiere mit Auszeichnung. Kein Wässerchen konnte ihn trüben. Und so ließ Frauchen sich einlullen...


Kaum aber waren die 90 Tage um, meinte Senhor Sancho: "Nun ist's genug, nun zeige ich aber mal richtig, wer hier wirklich das Sagen hat!" Seine Hoheit begann mit Freudentänzen ob der Wiederkehr von Frauchen oder dem wöchentlichen Arbeitsbesuch von Perle Fátima; er geriet völlig aus dem Häuschen und war kaum zu bändigen. Sprang herum, kläffte aufgeregt, hüpfte in die Höhe und war kaum willens, sich zu beruhigen. Angebotene Leckerlis atmete er zwischendurch schnell mal ein und danach ging's wirbelwindmäßig weiter. 
  • Inkorrekte aber vielleicht verständliche Maßnahme Nr. 1 von Frauchen: Seine Hoheit rufen und mit Streicheln beruhigen. Klappte nur temporär und war selbstverständlich beim nächsten Mal völlig vergessen. Es ging soweit, dass der Senhor beim nächsten Mal Frauchen direkt ankläffte. 
  • Das hatte zur Folge Maßnahme Nr. 2: scharfer Verweis dieses ungebührlichen Verhaltens. Das störte den Senhor wenig - er kläffte nach ein paar Schrecksekunden weiter und ließ auch sein exzessives Herumgetanze samt Hochspringen nicht. Und so folgte
  • Maßnahme Nr. 3 - und das ist halt immer die schwierigste: ignorieren und aussitzen. Selbst wenn das Gekläffe Frauchen in den Ohren gellte. Aber es funktionierte bestens: Senhor Sancho versuchte es von rechts und von links - Frauchen schaute ihn nicht an, ignorierte Seine Hoheit völlig. Sie tat keinen Mucks. Zeigte dem Senhor damit deutlich, dass er sich die Seele aus dem Leib kläffen könne - er wäre für Frauchen nicht vorhanden. Jedenfalls solange das Gekläffe nicht aufhörte. Seine Hoheit hielt nicht lange durch: Mit einem unwilligen Aufstöhnen legte er sich nach etwa zwei Minuten (wenn es denn so lange war) zu Boden. Geht doch! 
Mal sehen, was sich Seine Hoheit als Nächstes einfallen lässt. Alles andere klappt nach wie vor bestens: Senhor Sancho geht hervorragend an der Leine, Sitz und Platz sind kein Problem, er kommt auf Pfiff und Zuruf - selbst wenn er gerade in den etwas weiter entfernten Gefilden seines Königreichs unterwegs ist oder am Tulpentor Wache hält und bellt: Die Bellerei wird sofort gestoppt und der Senhor eilt ins Haus oder auf die Terrasse zu Frauchen.  

Fazit nach gut drei Monaten: 
Senhor Sancho ist ein toller Hund, der schnell und gerne lernt. Er liebt es, Bälle oder Stöckchen oder blaue Plastikhaie zu apportieren - sogar aus dem Pool, selbst wenn er nicht soweit geht, direkt ins Wasser zu hüpfen. 
Für mich ist er ein echter Glücksfall - und ich für ihn hoffentlich auch. Gemeinsam mit Madame Bela sind wir ein gutes Team geworden. Sogar die alte Dame lernt noch was von ihm: dass nämlich Besucher nicht automatisch was Schlimmes sind, sondern durchaus Positives zu bieten haben. Beim Spielen und Fressen geht das mittlerweile soweit, dass Madame vergisst, dass sie eigentlich niemals aus dem Haus geht, wenn der Gärtner da ist. Selbst wenn verführerische Hühnerhälse auf der Terrasse serviert wurden. Jetzt macht ihr das nix mehr aus.