... deshalb spendiert Google einen extra Doodle:
Seit 2004 schreibe ich über mein Auswandern in den wilden Südwesten Europas. Zunächst standen Texte & Fotos in einem deutschsprachigen Portugalforum. Das fand so viel Anklang, dass die Idee entstand, die Geschichte(n) als Blog zu veröffentlichen. 2012 gab's "Kann denn Fado fade sein" als Buch bei Heyne, seit 2018 überarbeitet und ergänzt direkt bei amazon: um zu zeigen, wie es einer erging (und ergeht), die auszog, ihre neue Heimat zu erobern. Viel Spaß beim Lesen!
Samstag, 10. Juni 2023
10. Juni - Dia de Portugal
Freitag, 9. Juni 2023
Senhor Sancho muss sich Extras verdienen. Tag 31.
Regen ist - Seine Hoheit zeigte das gestern schon deutlich - laaaangweilig: Man mag nicht raus ins Nasse - außer für dringend notwendige Verrichtungen.
Okay, Senhor Sancho pennt gerne, aber nach gut 36 Stunden ist auch er aber mal so richtig ausgeschlafen. Kausticks verzehrt er innerhalb weniger Minuten, danach sucht er, wenn Frauchen nicht umgehend neue Anreize in Form von Unterrichtsstunden oder - viiiiel besser! - beispielsweise getrockneten Hühnerfüßen bietet, im Haus nach anderen Dingen, die man gegen die Langeweile anknabbern könnte. Zwar läge auch eine Torgawurzel parat, aber die bringt's irgendwie nicht so richtig.
Glücklicherweise ist Frauchen aber nicht doof. Und hatte für solche Zeiten vorausgeplant... Amazon lieferte deshalb heute ein Geschenk für Senhor Sancho an: einen Schnüffelteppich nämlich.
Seine Hoheit war erfreut. Sehr erfreut. Frauchen auch, wusste sie doch, dass 15 Minuten Nasenarbeit etwa 1 Stunde Spaziergang entspricht.
Schnüffeln und Suchen ist nämlich anstrengend. Bis zu 200x pro Minute atmen Hunde dabei ein - und freuen sich um so mehr, wenn sie dann mit Leckerlis belohnt werden.
Langeweile war völlig vergessen.
Das Ganze war sogar - weil der Senhor die Nasenarbeit auf diese Weise noch nicht gewöhnt ist - richtig erschöpfend. Beweisfoto? Siehe unten:
Schnüffelteppiche gibt's in allen Formen, Farben und Größen. Wer Hundebesitzer*in (oder Katzenangestellte*r) und handwerklich begabt ist, kann sich so etwas aus Fleece problemlos selber basteln. Damit ist man dann für künftige Regenzeiten bestens gerüstet.
Mittwoch, 7. Juni 2023
Senhor Sancho bei Regenwetter. Tag 30.
Draußen regnet es. Seit gestern Abend versinken Monchique und die Casa Leone auf der Nordseite des Picota in Regen und tief hängenden Wolken. Senhor Sancho findet das doof und mag nicht nach draußen in den Garten. Auch zur Mittagsmahlzeit nicht. Frauchen serviert also in der Küche. Und danach flitzt Senhor Sancho kurz zum Pinkeln raus und eilt dann wieder ins Trockene.
Regen ist laaaangweilig. Da nutzen selbst Kausticks nichts. Das Einzige, was hilft: Nach ihrem Mittagessen setzt Frauchen sich in den großen Sessel und liest. Und Seine Hoheit ist sicher: "Ich bin ein Schoßhund. Ich brauche gaaaanz viele Streicheleinheiten, ich armes Heimkind!" Und deshalb: rauf auf Frauchens Schoß. Zumindest bis das Wetter wieder besser wird.
Senhor Sancho kann leider (noch) nicht miauen. Tag 28 und Nachtrag zum Frosch🐸 Krieg
Gestern waren liebe Leute zu Besuch und so war kaum Zeit, auch nicht für Senhor Sancho, sich um irgendwelche lurchartigen Amphibien zu sorgen.
Der Senhor musste sich um die Tischdeko kümmern, mit Argusaugen sowohl die Essensvor- wie -zubereitung überwachen (es könnte ja was zu Boden fallen!), um danach auf der Lauer zu liegen, ob wenigstens 2-3 Sekunden verführerisch duftende Speisen ohne Bewachung durch Frauchen und deren Gäste blieben. Leider und verachtenswerterweise, so findet Seine Hoheit, gab es keinerlei Lücke in der Essensüberwachung.
Einer der Gäste behauptete außerdem, er sei eher "Katzenmensch", was Senhor Sancho zwar hörte, aber gar nicht glauben mochte. Mit höchstem körperlichen Einsatz und normalerweise unwiderstehlichem Blick versuchte seine Hoheit zu überzeugen, dass er eigentlich eine Katze sei, und auch noch eine überwiegend schwarze, dass er also Hexenkünste beherrsche, aber leider nicht miauen könne. Das aber war das einzige, was den Katzenmenschen überzeugt hätte, das eine oder andere Stückchen presunto anzureichen.
Glücklicherweise war die Katzenmenschengattin nicht so gefestigt in ihren Überzeugungen: Senhor Sancho konnte zumindest kleinere presunto-Gelüste befriedigen.
Danach legte Seine Hoheit sich in die Sonne und gab sich als braver und völlig harmloser Hausgenosse, der nie und nimmer etwas vom Tisch stehlen würde. Nicht mal eine winzige Frikadelle, von denen einige wenige übrigblieben, die aber umgehend in den Kühlschrank gesperrt wurden. Senhor Sancho hörte zwar deutlich ihr Rufen, sah sich aber leider nicht in der Lage, die Kühlschranktür zu öffnen, um die kleinen Hackfleischbällchen zu befreien und sich zu Gemüte zu führen.
Er hat nun zwei Fortbildungskurse belegt: "Perfekt Kätzisch in nur zwei Wochen" (da steht wieder Besuch an) und "DIY-Crashkurs: (Kühl)Schranktüren problem- und geräuschlos öffnen".
An der Froschfront gab's nichts Neues: Der Pool ist leer, wohl bis zum Wochenende - dann kommt Sultan zum Einbau von Filter und Pumpe. Die Froschplage hat sich in Luft aufgelöst - sie fröscheln und quaken derzeit woanders. Sultan schwört, dass sie auch nicht wiederkehren, wenn das Wasser dann mit etlichen bar durchs Becken wirbelt.
Dienstag, 6. Juni 2023
Neu im Buchhandel: Ingwer
Ab. 14. Juni ist mein neues Buch im Handel:
Ingwer ist gesund und scharf, Ingwer heilt, Ingwer schmeckt, und Ingwer ist ein Superfood. In Europa kennt man die Wunderknolle seit langem als wichtige Geschmackszutat. Doch das ist nicht das Einzige: Ingwer gehörte bereits in der Antike zu den essenziellen Heilmitteln, in der mittelalterlichen Klostermedizin spielte er ebenfalls eine wichtige Rolle. Die moderne wissenschaftliche Forschung bestätigt die medizinische Heilkraft: Ingwer stärkt das Immunsystem, hilft gegen Übelkeit, heilt Erkältungen, wird Diabetes-Patient*innen empfohlen, unterstützt die Therapie von Migräne und Burnout und spielt eine Rolle beim Abnehmen. Darüber hinaus kann man die vielseitige Wurzel auch bei der Haut- und Haarpflege einsetzen.
Die spannendsten Erkenntnisse aus der Wissenschaft, der Geschichte, der Heilkunde und nicht zuletzt aus der Kulinarik der erstaunlichen Gewürzpflanze mit zahlreichen Rezepten zum Genießen und Wohlfühlen.
Montag, 5. Juni 2023
Neues vom Krieg der Frösche 🐸
Ich habe eben das Wasser abgelassen, dabei zwei Frösche beim Sex erwischt und sie gezielt mit Wasserschlauch und Kescher aus dem Pool getrieben. Ein dritter von den Quakern war so schlau und hatte sich schon vorher durch den Ablauf aus dem Staub bzw Wasser gemacht.
Die beiden Sexbesessenen wollte ich ja erst einfangen und in den oberen offiziellen Froschtank bringen. Aber die Vögelei äh: Fröschelei? hat sie so deppert gemacht, dass sie sich nicht einfangen ließen. Also geleitete ich das Pärchen mittels (sanftem!) Wasserstrahl und Kescher zum Ablaufloch.
Im Wasser schwammen übrigens eine Unmenge von Froschlaich und außerdem gefühlt Tausende von Minikaulquappen. Und ich wär da gestern fast reingegangen. Mir graust es im Nachhinein noch.
Ist jetzt alles - bevor mir jemand den Naturschutz auf den Hof schickt - ca. 15 Meter weiter und etwa 1 Meter tiefer nach unten auf die nächste Terrasse in den Minitank samt offenem Absperrhahn geflossen. Rundherum ist es frosch-angenehm feucht und sumpfig. Ab spätestens Mittwoch wird es auch noch regnen. Bestes Froschparadies also!
edit 1, ca. 30 Minuten nach der Vertreibung ins Exil: Der König der 🐸 ist doof. Hockt jetzt wieder im leeren Pool, starrt die Wand an und wenn ich mit dem Kescher komm, springt er durch die Gegend und lässt sich nicht fangen.
Mal schauen, was morgen früh ist. Da ich gemauerte Stufen hab, könnte er raus... Vielleicht entdeckt er aber auch, dass sein Quaken im leeren Pool noch schöner durch die Serra da Picota hallt und sich ihm ganz andere, weit entfernt wohnende Froschdamen zuwenden. Ich glaube, ich fürchte mich. 😬
edit 2, ca. 2 Stunden später: Der 🐸 König hatte einen Quak-Anfall von etwa 2 Minuten. Der Halleffekt war jetzt wohl nicht sooo dolle. Denn mein Kontrollgang zum leeren Becken ergab: Er ist nicht da.
Bin gespannt, ob er mal nur eben "Zigaretten holen" ist oder ob er mit quakenden Genossen bzw. Untertanen und Weibsvolk wiederkehrt.
Etymologische/mythische Frage: Wäre er dann ein Wiedergänger/kehrer?
Ich fürcht mich immer noch.
Sonntag, 4. Juni 2023
Senhor Sancho ist kein Jagdhund. Tag 26.
Oder aber er ist im Tierschutz, und hier vor allem im Frosch(🐸)Schutz tätig. Oder er kann lesen, vor allem alte Märchenbücher, und wartet auf den Froschkönig. Keine Ahnung.
Jedenfalls lässt er es völlig widerstandslos zu, dass sich in meinem Schwimmbecken wahre Ungetüme von Fröschen tummeln. Und es werden täglich mehr!
Zunächst, Anfang der vergangenen Woche, hat einer kläglich gequakt. Nicht doof von ihm allerdings, dass er seine quakende Sehnsucht nach Gesellschaft im Überlaufrohr kundtat, das hallt besser über die Weiten der Serra da Picota. Er hatte Erfolg, sein Rufen wurde erhört: Vor drei Tagen bzw. Nächten waren sie zu zweit, saßen am Beckenrand und brüllten sich an. Jeweils in der Nähe des Überlaufs, damit es auch wirklich JEDER mitbekam, dass mein Pool von amphinischen Wesen besetzt ist. Und dass weitere froschige Gesellschaft durchaus erwünscht sei.
Eben geh ich raus und wollte eigentlich trotz der Okkupation kurz ins Wasser (mir graust es echt vor nix!). Und da entdecke ich Nummer 3 oder vielleicht sogar Nummer 4: zunächst nur die Augen, Rest (sicherheitshalber?) unter Wasser. Zwei Quakgenossen saßen derweil am Beckenrand. Die Typen sprangen nicht mal mehr furchtsam ins Wasser, als sie mich sahen. Das war vor drei Tagen noch anders. Kurz danach wusste ich allerdings, warum sie völlig furchtlos sind...
Ich also rein ins Haus, die Kamera holen. Und als ich mich am Beckenrand abstütze, um wackelfrei fotografieren zu können, entdecke ich direkt neben mir den "King of all Frogs": so dick und fett, dass er nicht mehr ins Überlaufrohr passte.
Was, frage ich mich - und euch! - kommt als Nächstes?
Gibt es dinosauriergroße Frösche?? Welcher wird der König sein? Muss ich den dann echt küssen???
Oder verdienen nicht viel eher Sultan und seine Leute mindestens ein Bussi, wenn sie hoffentlich bald zu Hülf' eilen und eine Filteranlage einbauen? Auf dass der Spuk und vor allem Vermehrung und Wachstum der Froschgemeinde in MEINEM Schwimmbecken ein Ende haben?
Da ist es eh viel schöner, größer, tiefer und vor allem schlammiger, grüner und frosch-affiner als in meinem dann wieder türkisklarem Becken...
Samstag, 3. Juni 2023
Mein kleines Gartenkraftwerk
Nach langen Hin- und Her-Überlegen, ausgiebiger Recherche im Internet und bei mehreren Anbietern - sogar PTelecom (meo) rät mir dringend, so etwas zu kaufen, gerne mit Ratenzahlung via Telefonrechnung! - stand mein Entschluss fest:
Ich möchte
1) ein bisschen Strom sparen,
dies 2) via Installation eine Solaranlage tun, aber
3) keine komplette Photovoltaikanlage kaufen, weil ich
4) "nur" zur Miete wohne.
5) tut's nicht nur der Stromrechnung, sondern auch der Umwelt gut, wenn man erneuerbare Energien nutzt.
Nun bieten in Deutschland ja mittlerweile sogar Aldi und Lidl sogenannte Balkonkraftwerke an... da muss doch, meinte ich, auch in Portugal was zu machen sein. Vor allem haben wir ja nun wirklich mehr Sonnentage!
Meine Recherche ergab allerdings: In Portugal sind die Dinger leider relativ teuer. Vor allem, wenn es zwei Paneele sein sollen mit 600 Watt Leistung (so viel darf man in Deutschland derzeit ohne extra Genehmigung einspeisen, in Portugal ist's ähnlich).
Meine erste Idee: Paneele und Zubehör in Deutschland kaufen und von einem Spediteur meines Vertrauen mitbringen lassen. Die Preise dieser kleinen Solaranlagen sind nämlich in Portugal für nur ein Paneel mit ca. 300 Watt ziemlich hoch.
Aber dann dacht ich: Speditionskosten mit dazurechnen, außerdem muss ich einen Elektriker haben, der es mir ein- bzw. aufbaut und anschließt... das trau ich mir nicht zu. Zwei Paneele wiegen um 50 Kilo, das Zubehör ist auch kein Leichtgewicht... und dann arbeiten mit Strom: nein, lieber nicht! Das überlasse ich dann doch lieber Experten.
Wofür kennt man via Facebook-Gruppe Leute, denen frau ebenfalls vertraut?!
Gedacht, getan: Ich kontaktierte Sultan Dzyba und wir wurden rasch handelseinig. Alles komplett 900€, inklusive Aufbau. Und inklusive der schweren Betonplatten, an denen die Paneele befestigt sind, auf dass sie bei heftigem Wind nicht durch die Gegend fliegen.
Heute war Sultan nun da - mit "Scheffin" Sabine und zwei Mitarbeitern - und hat das Ding mit viel fröhlichem Gequatsche nebenbei und ausgiebiger Obsternte sowie hündischer (und selbstverständlich meiner) "Abnahme" der Anlage innerhalb von ca. 2 Stunden aufgebaut.
Ist kleiner als ich befürchtete - ich dachte irgendwie, dass die obere Wiese des Garten völlig zugebaut sein würde - und läuft schon. Bin gespannt auf die erste Rechnung der edp, bei der sich das niederschlägt (also frühestens die Juli-Abrechnung).
Ausgesprochen angenehmer Nebeneffekt:
Ich wollte Sultan fragen, was er mir zu meinem Schwimmbecken raten würde. Da ist ja keine Pumpe mit Filter drin, weil es kein "echter" Pool ist, sondern das Überlaufbecken unserer hauseigenen Quelle. Bevor ich die Frage auch nur stellen konnte, meine er, da könne er mir behilflich sein. Er sah nämlich auf den ersten Blick, dass mein Pool eher eine grüne Oase für allerlei Getier von Algen über ich-weiß-nicht-was bis hin zu Fröschen ist. Es gäbe da allerdings, meinte er, kleine Anlagen, die würden auch über Solar gut laufen und er mache mir ein Angebot.
Nun bin ich gespannt: In meinem Pool hausen nämlich seit ein paar Tagen tatsächlich ein paar laut quakende Frösche. Nix dagegen einzuwenden, so im Prinzip. Aber ich stell mir leider dauernd vor, dass die tausende von Kaulquappen produzieren, und mit denen mag ich nicht schwimmen. Da binsch zickig.
Bevor die Naturschützer mich jetzt steinigen:
Für die Frösche gibt es einen riesigen, frosch-angenehm verschlammten und mit Grünzeug aller Art bewachsenen Tank, in dem sie sich gerne tummeln, quaken und vermehren dürfen. Schwimmen tu ich lieber allein.
Mittwoch, 31. Mai 2023
Senhor Sancho übt Hochsprung. Tag 22
Seine Hoheit wird von Verlustängsten gebeutelt.
Kaum ist Frauchen aus dem Haus, jammert und fiept er lautstark rum (erzählte mir Fátima, als ich nach unfassbaren 90 Minuten wieder heimkam).
Da nutzt es nix, dass ich - gut von Madame Jenny und Madame Bela erzogen - es niemals wagen würde, das Haus bei Wiederkehr ohne diverse Leckereien zu betreten...
Als da wären: pescoços oder asas de Frango (also Hühnerhälse bzw. -flügel), die von den Damen roh geliebt wurden/werden, für den Senhor allerdings gekocht werden müssen.
Anders mag er's nicht, spielt damit nur rum, bis der Hühnerhals in Fetzen ist und dann schleppt er das Ganze ins Haus und knurrt bedrohlich, falls Madame Bela einen Blick drauf wirft. Geschweige denn sich nähert.
Hinweis für alle - Achtung Insider! - Krauses: Von mir lässt er sich alles ohne Probleme abnehmen!
Heute gab's eine extra leckere Dose Nassfutter als Mitbringsel: Rindstückchen mit Gemüse, Nudeln und Soße. Und dazu - aber das interessierte keine*n der Hundeschaften auch nur im Geringsten! - endlich je eine Namens- und Registrierungsmarke für Senhor Sanchos Halsband (Tasso e.V.).
Doch all das ist völlig egal: Senhor Sancho sitzt in Frauchens gar furchterbarer Abwesenheit heulend da und versucht um jeden Preis, das Haus zu verlassen und Frauchen draußen zu suchen. Ich hoffe ja sehr, dass sich das irgendwann mal gibt. Wobei ich verstehen kann, dass er jetzt, nach der doch erst recht kurzen Zeit im neuen Daheim, einfach noch nicht einschätzen oder: besser glauben kann, dass die Futterverwalterin, Streichlerin und Bettgenossin (seufz!) wirklich wiederkehrt. Am ersten Tag ist er mir ja sogar in den Pool nachgesprungen, um mich zu retten...
Fátima hatte schlechtes Gewissen, denn obwohl sie Seine Hoheit mit biscoitos bestach, um seinen gar schrecklichen Kummer zu mindern, wollte sie doch auch ihren häuslichen Aufgaben nachkommen. Also wagte sie es, Senhor Sancho kurzzeitig aus den Augen zu lassen. Das nutzte das völlig verzweifelte Tier aus: "Schlafzimmerfenster offen? Hah - so hoch ist das nicht! Das schaffe ich!" Wäre ihm auch geglückt, wenn er den sich leicht im Wind wehenden Vorhang in seiner avisierten Sprungbahn miteinberechnet hätte. So hörte Fátima nur ein "Raaaaatsch", eilte ins Schlafzimmer und - fand Seine Hoheit mit Kopf, Hals und Schultern auf der einen Seite des Vorhangs, Bauch und Hintergestell auf der anderen. Er konnte weder vor (also aus dem Fenster) noch zurück auf die Absprungbasis. Glücklicherweise ein glatter Längsriss, der leicht zu reparieren sein wird.
Foto spar ich mir - ihr müsst eben eure Fantasie spielen lassen...
Als ich dann endlich endlich heimkam, konnte Senhor Sancho sein Glück kaum fassen. Und steckte mit seiner Wiedersehensfreude Madame Bela an, die auf ihre alten Tage beschloss, dass sie doch auch mal an Frauchen hochspringen könnte. Knapp 30 Kilo Bela und ca. 18 Kilo Sancho - das haut einen fast um.
Jetzt starrt Seine Hoheit auf MEINE Pizza und überlegt, wie er dran kommt, ohne sich a) eine heftige Rüge einzuhandeln und b) die Schnauze zu verbrennen.
PS: Er war NICHT an der Pizza dran. Ich war schneller. Und er weiß jetzt, was der Befehl "baixo" bedeutet. Funktioniert auch bereits hin und wieder.




















