Genau zwei Jahre ist's heut her, dass Senhor Sancho in sein neues Königreich eingezogen ist.
Seit 2004 schreibe ich über mein Auswandern in den wilden Südwesten Europas. Zunächst standen Texte & Fotos in einem deutschsprachigen Portugalforum. Das fand so viel Anklang, dass die Idee entstand, die Geschichte(n) als Blog zu veröffentlichen. 2012 gab's "Kann denn Fado fade sein" als Buch bei Heyne, seit 2018 überarbeitet und ergänzt direkt bei amazon: um zu zeigen, wie es einer erging (und ergeht), die auszog, ihre neue Heimat zu erobern. Viel Spaß beim Lesen!
Samstag, 10. Mai 2025
Die "falsche" Sauce Hollandaise
Gestern mittags war's endlich soweit: auf dem Teller mein erster Spargel der Saison. Relativ klassisch mit Kartöffelchen und einer "falschen" Sauce Hollandaise" - ich war zu faul, eine "echte" zu machen. Ich geb's zu, ich wollte nicht extra den Pürierstab rausholen...
Also hab ich mir anders beholfen und in Blitzesschnelle eine eigene Kreation zubereitet, denn ich hatte noch ca 125 ml Sahne im Kühlschrank. Darin 1 großen Esslöffel Butter schmelzen lassen. Mit dem Schneebesen 2 Eigelbe eingerührt - die Eiweiße hat der Senhor später wegschlabbern dürfen 😉
Noch 1 Esslöffel Frischkäse eingerührt. Abgeschmeckt mit Zitronensaft, Salz, weißem Pfeffer und Muskatnuss. Am Ende noch 1-2 Esslöffel Spargelsud zugegeben. Das ergab eine gut große Portion für 1 Person, den kläglichen Rest gibt's heut'.
Alles in allem eine Angelegenheit von ca 5 Minuten - und soooooo lecker.
Freitag, 9. Mai 2025
Donnerstag, 8. Mai 2025
Endlich: der erste Spargel in diesem Jahr
Weil die lieben Freunde gestern für den Luar da Foia-Besuch aus Lagos angereist waren und mir der Holländer in Lagos morgens mitgeteilt hatte: "Frischer Spargel ist da!", waren Hans-Georg und Kerstin so nett, schnell dort vorbeizufahren und mir "meine" bestellten 2 Kilo mitzubringen. Nun hab ich die eben geschält... mit Sparschäler geht das ja glücklicherweise recht schnell.
Ein knappes Pfündchen wird morgen ganz klassisch mit Kartöffelchen und einen Stich (hahaha) Butter verzehrt werden. Den großen Rest hab ich auf 4 Portionen verteilt eingefroren.
Preis beim Holländer gestern: 15,55/Kilo, aber das ist auch 1a-Ware.
Schlemmen im Luar da Foia
Gestern wieder mal im Luar da Foia gewesen - mit lieben Freunden. Und da gab's was Unbekanntes auf der Tageskarte: Tentáculo de Polvo com batata doce e batatas à murro. Soooooo lecker. Butterzart, konnte man praktisch mit der Gabel zerteilen.
Wenn ich da an die "Tintenfischringe" früherer Zeiten in Deutschland denke... 😃
Dank an D. Augusta, die in der Küche dort Chef ist.
Der Senhor war daheim geblieben. Die besuchenden Damen hatten ihn müde gespielt (dank des Ball-Katapults!), und er hat deshalb das Haus mal NICHT zerlegt. Dickes Danke an die besuchenden Herren fürs Anbringen von Spiegel und Badezimmerschränkchen. 💋
Mittwoch, 30. April 2025
Blackout!
Vorgestern, am Montag, 28. April 2025, um 11:33 ging plötzlich nix mehr: Stromausfall. Nun arbeite ich ja am Notebook und ins Internet gehe ich mit einem mobilen Router, also fiel mir zwar auf, dass der Rechner von Netzbetrieb auf Akku umschaltete. Aber ich hielt das für einen der zahlreichen, gerade in der Serra de Monchique üblichen Stromausfälle.
Doch weit gefehlt: Simão, der Mod-Teamkollege einer meiner Facebookgruppen, tat kurz danach schon kund:
Stromausfall in Portugal und Spanien. Der Grund steht noch nicht fest.
Da ging wenigstens das Internet noch. Und nachdem ich beim mobilen Datentarif seit dem großen Feuer 2018 gut versorgt bin, dacht ich mir nix Schlimmes. Im Gegenteil: So lange man sich informieren kann... passt das schon. Mehr oder weniger. Stromausfall, auch über Stunden, bin ich ja gewohnt.
Kurz vor 15 Uhr kamen via Twitter die ersten Meldungen vom Zivilschutz. Die klangen aber mal so gar nicht erfreulich...
Freitag, 25. April 2025
Karma und Schadenfreude
Ich sag mal so: "Karma is a bitch."
Gestern fand die Abholung meines alten TK-Geräts statt. Ihr erinnert euch - meine Mails an die Verkaufsfirma und auch die Spedition hatten Früchte getragen... sie haben schnell reagiert und die sofortige Abholung angeboten. Weil ich das Ding aber in einer FB-Gruppe als Spende angeboten hatte (worauf sich niemand meldete), haben wir "nach Ostern" zum Abholen vereinbart.
Ich bekomme den üblichen "Ich bin jetzt da, wo soll ich hin?"-Anruf des Auslieferers und fahre wie immer los, um den Fahrer in die Casa Leone zu lotsen. Und WER steht unweit meiner Einfahrt bereits parat? Der Transportwagen der Spedition.
War mir zunächst nicht ganz darüber im Klaren, ob es derselbe oder ein anderer Fahrer war. Als der Herr aber hinter mir her und zur Casa Leone runterfuhr, perfekt umdrehte und rückwärts durchs Eseltor stieß, war ich mir fast sicher...
Noch sicherer war ich, als er wieder weggefahren war und mich sowohl mein Vermieter als auch dessen Landarbeiter Mario fragten, was das denn für ein unfreundlicher Geselle gewesen sei. Die beiden waren nämlich gerade am Anlegen eines Kartoffelackers und Mario grüßte den Herrn freundlich, bekam allerdings keinerlei Resonanz.
Bei mir dagegen: "klammheimliche Schadenfreude". Selbstverständlich war ich freundlich und höflich und habe mich mehrmals bedankt. Aber dem unfreundlichen Gesellen auch "gegönnt", dass er nochmals in die Casa Leone musste. Vor allem, weil er doch bei der Lieferung vor knapp zwei Wochen sauwütend geschimpft und geschworen hatte, er würde mich ganz gewiss nimmer beliefern.
Naja, hat er ja auch nicht. War ja ne Abholung...
Montag, 21. April 2025
Senhor Sanchos Osteressen 2025
Eigentlich hatten wir ja gehofft, unser Osteressen im Freien veranstalten zu können und in der Sonne auf der Terrasse sitzend Leckereien zu genießen. Aber das Wetter wollte es leider anders. Hat unserer Essenslust und österlichen Feierlaune aber keinen Abruch getan. Kuckt ihr!
Schon das Tischdecken wurde von Senhor Sancho überwacht - danach setzte er sich auf die Fensterbank, in Erwartung der Gäste.
Wie immer gab's ein reichlich bestücktes Buffet. Dank für Thunfischpaste und Muffins (nicht in dieser Kombination verzehrt!) sowie einen bunten Brokkoli-Pinien-Salat an Ute & Uli, an Hans-Georg & Kerstin für rote Wachteleier auf Basilikum, gebratene Blumenkohlröschen und panierte Champignons mit ausgesprochen leckerer Remoulade sowie viel zu wenig Scheiben von selbst gepökeltem Lamm; ich selbst steuerte Ziegenkäse mit würzigen Rotweinzwiebeln und Tomaten-Zwiebel-Süppchen bei und vinho tinto, auf dass wir nicht alles trocken zu uns nahmen.
Der Hunger trieb uns zunächst zu den anderen Speisen, und deshalb: "Es ist noch Suppe da!" - die werde ich nach dem heutigen Mittagsmahl einfrieren...
Senhor Sancho überwachte selbstverständlich das Tischdecken und ließ es sich nicht nehmen, gegen Ende der Mahlzeit zu kontrollieren, ob da nicht vielleicht möööööglicherweise Reste vorhanden seien, die er wegräumen könne.
Freitag, 11. April 2025
Die rosarote Brille
Man soll ja Portugal - so sagen manche - nicht durch die rosarote Brille betrachten. Okay.
Samstag, 5. April 2025
Regenpause am Picota
Und die wird selbstverständlich bestens genutzt. Fünf Stürme - Jana, Konrad, Laurence, Martinho und Núria - mit Regengüssen und Gewittern haben wir bis jetzt überstanden.
Morgen droht das nächste Tiefdruckgebiet, aber Gärtner Carlos meinte, er käme trotzdem bzw. gerade deswegen am heutigen Samstag vorbei. Auf der oberen Wiese lag vom Baumschnitt nämlich noch eine Riesenmenge Äste rum, und bei der Gelegenheit wurde auch mein altgedienter Gartentisch den Flammen übergeben. Vor knapp 20 Jahren war er das Überbleibsel eines Umzugs von Jens, das er mir in Azóia vorbeibrachte, und da hatte der Tisch schon etliche Jahre auf dem Buckel. Sagen wir mal so: 30 Jahre Leben für einen Gartentisch sind schon ziemlich gut, und nachdem mir letzthin beim Rumschieben auf der Terrasse zwei Teile der Tischplatte in der Hand geblieben waren...
Ein paar alte Bretter vom Holzzaun, der 2018 (!) ein Opfer der Flammen geworden war, wurden ebenfalls mitverbrannt. Ich hatte die immer noch aufgehoben, so als "Mahnmal" ans große Feuer in Monchique.
Die lieben Nachbarn haben mir von Lidl drei große Flaschen Lixívia mitgebracht: Das portugiesische Allheilmittel ist nämlich bestens für die Poolreinigung geeignet (und dabei preiswerter als alle "Spezialprodukte").
Extratipp sowohl von Carlos wie meiner Perle Fátima: Lixívia von Lidl ist die beste, weil ein bisschen höher konzentriert als zB die vom Intermarché. Macht also schneller sauber und damit weniger "Schrubbarbeit". Fátima benutzt die auch, um die gefliesten Wege rund ums Haus zu säubern - die werden nämlich durch den Winterregen immer sehr rutschig und damit zu einer Gefahrenquelle. In meinem Alter fällt man nicht mehr so gerne auf harte Steine - Stichwort: Oberschenkelhalsbruch. 😉
Mario, der Landarbeiter meiner Vermieter, hat vor ein paar Tagen nochmals die Quelle oben im Wald saubergemacht. Der Zufluss zu uns runter verstopft gerne mal, wenn sich um Sommer Wildschweine drin suhlen. Jetzt im Winter verperren durch die zahlreichen Stürme runtergefallene Äste und Zweige oft den Abfluss. Das Wasser läuft so stark nach wie seit vielen Jahren nicht. Optimal zum Auffüllen der Schwimmbecken.
Nachbar Karim hat am vergangenen Sonntag den Pool ebenfalls mit Quellwasser (statt "aus der Leitung" bzw. aus dem Bohrloch) gefüllt. Obwohl unsere Stauseen ja gut gefüllt sind, muss man ja nicht unbedingt Trinkwasser für den Pool verwenden...
Nach ca 70 Minuten hatte Carlos das Schwimmbecken und auf die Umrandung oben sauber. Wesentlich schneller und vor allem gründlicher als mit dem Hochdruckreiniger. Außerdem wurde so auch kein Wasser aus dem Bohrloch verschwendet.














































